VOLKACH

Alte Bücher sind eine Spur in die Vergangenheit

Ihre Arbeit ist eher unauffällig, aber offensichtlich recht begehrt: Ute Feuerbach ist die Volkacher Stadtarchivarin und betreute im Vorjahr 123 Besucher, die in den Räumen des Archivs Spuren der Vergangenheit verfolgten. Die Einrichtung in der Astheimer Kartause (Kirchstraße) hatte 2014 an 23 Tagen regulär geöffnet, erklärte Feuerbach bei ihrem Bericht am Montagabend im Stadtrat.
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Lose Seiten: Das Werk B 58 aus dem Volkacher Stadtarchiv von 1771 benötigt dringend eine Restaurierung. Die allerdings ist recht teuer, wie Stadtarchivarin Ute Feuerbach im Stadtrat erklärte. Foto: Foto: Stadtarchiv Volkach

Ihre Arbeit ist eher unauffällig, aber offensichtlich recht begehrt: Ute Feuerbach ist die Volkacher Stadtarchivarin und betreute im Vorjahr 123 Besucher, die in den Räumen des Archivs Spuren der Vergangenheit verfolgten. Die Einrichtung in der Astheimer Kartause (Kirchstraße) hatte 2014 an 23 Tagen regulär geöffnet, erklärte Feuerbach bei ihrem Bericht am Montagabend im Stadtrat.

Neben den normalen Archivtagen bietet das Haus auch Sonderbesuche an, beispielsweise für Seminare oder Wissenschaftsvorhaben. Schließlich gebe es „sehr, sehr treue Forscher“, die sich der gesammelten Schätze des Hauses bedienen.

Zur Arbeit der Stadtarchivarin gehörten im Vorjahr 42 Anfragen. Elf kreisten um Volkachs bekanntestes Vermächtnis der Vergangenheit, das Salbuch von 1504. Hier habe sogar ein Museum aus Schweden um Bildmaterial gebeten. Breiten Raum habe mit zwölf Anfragen zu einstigen Volkacher Bürgern auch die Personenforschung eingenommen. Hier sehe sie Ansätze zu neuen Arbeiten, sagte Feuerbach. Unter anderem werde es um die Illuminati gehen, eine Geheimgesellschaft, die im 18. Jahrhundert ihre kurze Blütezeit hatte.

Zehn Anfragen hätten Plänen von Häusern oder Grundstücken gegolten, sechs Mal sei es um wissenschaftliche Forschungen gegangen, sagte Feuerbach. Im Vordergrund hätten die Bauernkriege und die Reformation gestanden.

Mit viel Herzblut kümmert sich die Archivarin um den Erhalt der vom allmählichem Zerfall bedrohten Schriften aus alter Zeit. So sei Band acht (1512 bis 1562) des Archivs, der Zusatzmaterial zum Salbuch enthalte, inzwischen digitalisiert und das Werk selbst restauriert worden.

In einem sehr traurigen Zustand sei dagegen Band 58 von 1771, dem ohne eine teure Restaurierung der Zerfall drohe. Eine Digitalisierung des Inhalts – ein Häuser- und Grundstücksverzeichnis – sei durchgeführt, die Rettung des Werks angesichts eines fünfstelligen Betrags noch ungeklärt. Bürgermeister Peter Kornell machte hier etwas Hoffnung: „Wir machen nichts verkehrt, wenn wir etwas Geld reinstecken in unsere Archivalien.“

Was Feuerbach stolz macht: Dank eines gewachsenen Vertrauens in die Arbeit des Archivs habe es 16 Abgaben von Archivalien, vor allem Bildmaterial gegeben. Recht dünn sei die Erkenntnislage noch in den Stadtteilen. Hier rief Feuerbach dazu auf, keine Zeugnisse der Vergangenheit einfach wegzuwerfen. Herausragend – aus Archivsicht – sei Eichfeld. Hier sei ein eigenes Lehnbuch restauriert worden, das als erstes die Häuser und Grundstücke im Ort dokumentiert habe.

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