SULZFELD

Alte Bausubstanz mit Potenzial

Über einige Gäste mehr hätte sich Bürgermeister Gerhard Schenkel bei der Bürgerversammlung schon gefreut: nur knapp 30 Bürger wollten den Energie-Coach hören.
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Sulzfeld: Viel los rund ums Rathaus.

Über einige Gäste mehr hätte sich Bürgermeister Gerhard Schenkel bei der Bürgerversammlung am Dienstag schon gefreut: nur knapp 30 Bürger – und davon einige Gemeinderäte – interessierten sich für den Vortrag von Arne Kruft von der Energieagentur Unterfranken. Der Sachverständige für Gebäudeenergieberatung stellte die bisherigen Ergebnisse des Energie-Coachings für Sulzfeld vor.

Das Coaching startete im April und muss zwingend bis November 2015 beendet sein. Kruft kündigte daher einen Workshop am 12. Oktober unter Beteiligung der Bürger an. Er begründete die angestrebte Energiewende mit der zunehmenden globalen Erwärmung, wobei die Zusammenhänge sehr komplex seien. Bereits zwei Grad mehr lösten unzählige Folgemechanismen aus. Derzeit zeige Deutschland der übrigen Welt, ob eine Energiewende funktioniere oder nicht, sagte Kruft. Vor allem Steuerfragen seien mit Blick in die Zukunft offen. Gebe es keine Veränderungen, drohe das größte Artensterben seit Aussterben der Dinosaurier.

Energiesparmöglichkeiten

Wasserarmut könne zudem eine Völkerwanderung größten Ausmaßes auslösen. Für Hauseigentümer sind Ausgaben für Heizung und Strom von besonderer Bedeutung, verbunden mit der Frage, ob man sich eine Energiewende überhaupt leisten kann. Mit ihren Liegenschaften seien Orte wie Sulzfeld mit Vorbildfunktion allenfalls beispielgebend, denn in Gebäuden wie Rathäuser werde viel zu wenig Energie verbraucht, um markante Einsparungen auszulösen. In Sulzfeld seien es vor allem die Siedlungsgebiete, die mit Bausubstanz der 50er bis 70er Jahre Einsparpotenzial ausmachten. Wegen der geltenden Gestaltungssatzung seien die Möglichkeiten im Altort aber eher begrenzt.

Am Beispiel Mainbernheims zeigte Kruft jedoch auf, dass sich auch von außen nicht einsehbare Lösungen anbieten. Anhand eines Zahlenbeispiels rechnete der Referent vor, dass sich Investitionen selbst im hohen fünfstelligen Bereich amortisieren, wenn man in einem Zeitraum von 20 Jahren auch nur geringe Energiepreissteigerungen voraussetzt und Steuervorteile vernachlässigt. Hinzu komme eine Kreditzinsbelastung von 0,75 Prozent bei einem staatlichen Zuschuss von 30 Prozent.

Eine Umfrage ergab, dass sich der Workshop vorwiegend mit dem Thema Förderung und die richtige Sanierung der Wohngebäude der 50er bis 80er Jahre beschäftigen wird. Teilnehmen werden auch die Vertreter zweier Banken, die Finanzierungsbeispiele vorstellen.

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