VOLKACH

Alles Gute zum 101. Geburtstag!

Helene Roth feierte im Bürgerspital Volkach ihren 101. Geburtstag. „Niemals habe ich geglaubt, so alt zu werden. Der Herrgott wird mich doch nicht vergessen haben,“ sagte sie an ihrem Ehrentag. Neben Heimleitung und Pflegepersonal gratulierten Sohn Kristian mit Familie, zwei Enkel und vier Urenkel.
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Helene Roth feierte im Bürgerspital Volkach ihren 101. Geburtstag. „Niemals habe ich geglaubt, so alt zu werden. Der Herrgott wird mich doch nicht vergessen haben,“ sagte sie an ihrem Ehrentag. Neben Heimleitung und Pflegepersonal gratulierten Sohn Kristian mit Familie, zwei Enkel und vier Urenkel.

Die Glückwünsche der Stadt Volkach überbrachte Bürgermeister Peter Kornell (Foto). Er hatte außer Blumen und Geschenken auch ein Glückwunschschreiben des Bayerischen Ministerpräsidenten mitgebracht.

Am 17. Juni 1911 wurde Helene Roth in Jugoslawien als erstes Kind von Karl und Dorothea Biermann geboren und wuchs mit ihrem Bruder Karl auf. 1936 heiratete sie den Tischlermeister Kristian Roth. Zwei Jahre später kam Sohn Kristian zur Welt.

Bedingt durch die Kriegsereignisse wurde ihr Ehemann zum Militärdienst nach Russland eingezogen. Kurz darauf fielen Partisanen in das Dorf ein. Unter grauenhaften Bedingungen wurden die Dorfbewohner, darunter auch die Familie Roth, von einem Lager zum anderen getrieben. In dieser Zeit starben Helene Roths Schwiegereltern, und sie blieb mit ihrem kleinen Sohn allein zurück. Doch bald gelang den beiden die Flucht überwiegend nachts und zu Fuß über Ungarn nach Österreich und dann mit einem Rot-Kreuz-Transport nach Deutschland. Hier konnte sie mit ihrer Mutter und ihrem Bruder Kontakt aufnehmen.

Gemeinsam kamen alle auf Umwegen 1948 ins Flüchtlingslager Gerolzhofen. Dort erfuhr Helene Roth, vom Tod ihres Mannes an der Front.

1950 bezog sie mit Mutter und Sohn zunächst eine Mietwohnung, erwarb aber zwei Jahre später ein Siedler-Eigenheim. 1949 war sie in der Bekleidungsfabrik Horch und Spengler als Büglerin beschäftigt. Nach der Schließung betrieb sie eine Bügel- und Mangelstube in ihrem Haus.

1975 zog die Jubilarin zu ihrem Sohn und war danach einige Jahre bei der Volkacher Firma Messler tätig. Nach Eintritt in den Ruhestand versorgte sie sich noch viele Jahre selbst, machte Reisen und vertrieb sich die Zeit mit Handarbeiten. Nach einem Oberschenkelhalsbruch 2008 musste ins Pflegeheim ziehen. Im Bürgerspital fühlt sie sich sehr wohl und nimmt an Gymnastik, Singstunden und Tischkegeln teil.

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