Albertshofen

Albertshofen: Kleine Gurken für kleine Gärtner

Die Europa-Minigärtner sind zu Besuch in Albertshofen. Gärtner André Busigel zeigt den Kindern der Initiative, woher eigentlich Gurken kommen. Dabei dürfen sie mit anpacken.
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Auf metallenen Wägen arbeiten sich die Kitzinger Europa-Minigärtner durch das Gewächshaus in Albertshofen. Foto: Lukas Kutschera
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Tausende kleine Gurken-Pflänzchen stehen in André Busigels Gewächshaus in Albertshofen. Normalerweise kümmern sich der Gärtner und seine Mitarbeiter selbst um die Pflanzen. Doch heute hat André Busigel kleine Helfer. Es sind die Kitzinger Europa-Minigärtner . Das ist eine europaweite Initiative, bei der Kinder im Alter von acht bis elf Jahren in Gartenbaubetriebe reinschnuppern können. Bayernweit ist die Gruppe aus dem Landkreis Kitzingen neben Lindau eine von zwei Ortsgruppen.

In Albertshofen gilt es heute für die Minigärtner, neue Gurken zu pflanzen. Dazu hocken die Kinder auf kleinen, metallenen Wägen. Über eine Schiene arbeiten sie sich von einem Ende des Gewächshauses zum anderen. Für eine halbe Stunde machen es die Kinder wie die echten Profis. Gärtner André Busigel packt mit an und zeigt, wie's geht.

Gerade steht er bei dem neunjährigen Laurin. Mit geschickten Händen setzt der Junge aus Kitzingen die Pflanzen nebeneinander in eine Art Schlauch. "Das machst du wirklich super", lobt ihn der Gärtner. "Jetzt muss du noch den Tropfer reinstecken." Darüber bekommen die Pflanzen ihr Wasser.

Initiative will zeigen, wo Lebensmittel herkommen

Laurin ist seit vergangenen Oktober bei den Minigärtnern dabei. Zuhause hat er sogar sein eigenes Beet zum Üben. Das Gärtnern macht ihm Spaß, aber eigentlich will er später Tierpfleger werden. Auch Philipp aus Laub gefällt es bei der Initiative. "Ich mag einfach Pflanzen sehr gerne", sagt der Neunjährige. Konzentriert schiebt er seinen Wagen weiter, um die nächsten Gurken zu pflanzen.

Die Teamleiterin der Kitzinger Minigärtner ist Monika Weidt. "Es ist spannend, wie gerne die Kinder mitmachen", erzählt sie. Über einen Zeitraum von zwei Jahren besucht sie mit den Kinden jeden Monat einen Betrieb aus den unterschiedlichen Bereichen des Gartenbaus. "Ob dann am Ende ein Gärtner dabei rauskommt, ist die Frage", meint Monika Weidt. "Aber die Kinder sehen, was hinter den Lebensmitteln steckt."So sieht es auch Landtagsabgeordnete Barbara Becker (CSU) , die mit zu Besuch ist: "Es ist enorm wichtig, dass die Kinder wissen, wo ihr Essen herkommt." Und wo, wenn nicht in der Praxis, könnten Kinder das lernen?

So vermittelt der Gärtner den Kindern sein Handwerk

Zu den Betriebsbesichtigungen gehört bei den Minigärtnern aber auch ein theoretischer Teil. Vor dem Pflanzen gab André Busigel den Kindern eine kleine Einführung ins Thema Gurken. Wie schafft er es, jungen Menschen sein Handwerk verständlich zu vermitteln? "Ich hab das Glück, dass ich selbst drei Kinder hab", sagt der Gärtner. "Ich tue einfach so, als würde ich's meinen eigenen Kindern erklären."

Es ist für ihn schon das zweite Mal, dass er einer Minigärtner-Gruppe seinen Betrieb zeigt. Anfangs musste er aber erst überzeugt werden. "Als sie mich vor zwei Jahren das erste Mal anfragten, war ich zunächst skeptisch", sagt Busigel. Doch dann hat es vor zwei Jahren einfach Spaß gemacht. Heuer war er also gleich dabei.

André Busigel hofft aber auch, dass die Kinder was mit nach Hause nehmen. "Ich will zeigen, dass es Arbeit ist, wenn Lebensmittel produziert werden", sagt er . Und dass es auch noch andere Berufe gibt als Grafikdesigner oder "was mit Medien". Die Kinder haben in dem Gewächshaus jedenfalls vor allem eins – viel Spaß. 

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