Kitzingen

Adventskalender (3): Fast jeder Tag wie Weihnachten

Manfred Seigner arbeitet auch mit 76 Jahren noch ehrenamtlich für die Kitzinger Tafel. Sogar an den Festtagen. Er erzählt, was ihm diese Arbeit gibt.
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Manfred Seigners Augen beginnen zu leuchten, wenn er von seiner Arbeit als Vorsitzender bei der Tafel Kitzingen erzählt. Seit 2003 engagiert sich der 76-Jährige ehrenamtlich für Menschen, die auf gespendete Lebensmittel angewiesen sind. Für Seigner, der im Kitzinger Stadtteil Etwashausen wohnt, ist es selbstverständlich auch in der Weihnachtszeit zusammen mit 45 aktiven Helfern die Koordinierung der gespendeten Lebensmittel zu beaufsichtigen und selbst tatkräftig mitzuhelfen.

 

In der Familie führt sein Einsatz manchmal zu Stress, wie er lächelnd zugibt. Trotzdem, betont Seigner, sei sie sein größter Rückhalt. Dass die Toleranz seiner Familie nötig ist, zeigt eine Geschichte, die für ihn vor einigen Jahren auf dem Weg zur Christmette am Heiligabend begann.

Damals rief ihn ein aufgelöster junger Mann auf dem Handy an. Er erzählte, dass er allein zu Hause sei, gerade einen Gipsfuß habe und darüber hinaus nichts mehr zu essen im Kühlschrank sei. Seigner zögerte nicht lang, packte zwei Taschen voller Lebensmittel und fuhr sofort zu dem Anrufer.  Dort angekommen, spendete er Trost und kochte dem Mann, Mitte 20, erst einmal Nudeln mit Tomatens0ße. 

Seigner erklärt, dass er von seinen Kunden, wie er die Tafelbesucher stets nennt, viel zurückbekomme. Sie seien nicht nur während der Feiertage dankbar und glücklich über die Unterstützung. Seigner fasst zusammen: "Bei uns ist fast jede Lebensmittelausgabe wie Weihnachten."

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