Dettelbach

Adventskalender (12): Gestorben wird immer

Alfons Glöggler aus Dettelbach ist als Bestatter an 365 Tagen erreichbar. Warum er den Beruf trotzdem gerne macht, verrät er hier.
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Alfons Glöggler ist bereits Bestatter in zweiter Generation. Der 51-Jährige aus Dettelbach übernahm 1993 den Betrieb seines Vaters, der neben einem Bestattungsinstitut eine Gärtnerei beinhaltet. Mit dem Beruf kam er allerdings schon als zwölfjähriger Junge in Berührung, als er anfing, bei Beerdigungen auf dem Friedhof Sterbebildchen zu verteilen.

Die Aufgaben des Bestatters reichen dabei von Gesprächen mit den Hinterbliebenen über das Ausheben des Grabes und bis zum Ankleiden des Verstorbenen. Glöggler und sechs seiner Mitarbeiter sind dafür 365 Tage im Jahr rund um die Uhr telefonisch erreichbar. Dies sei nur mit der Unterstützung seiner Familie möglich, betont der Bestatter, der sich in seiner Freizeit ehrenamtlich bei der Motorradstaffel des Bayerischen Roten Kreuzes engagiert.

Gerade Todesfälle an Weihnachten stellen sowohl für Glöggler als auch für die Hinterbliebenen eine besondere Herausforderung dar, da diese oftmals die Einstellung der Angehörigen zum "Frohen Fest" negativ beeinflussen. "Wenn Weihnachten jemand verstirbt, dann ist das Fest für die Leute zu Ende und die folgenden sind auch nicht mehr das, was sie mal waren, weil man ja immer daran erinnert wird", fasst er zusammen.

Trotzdem mag Glöggler seinen Beruf, da es ihm Freude bereitet, die Hinterbliebenen zu unterstützen und ihnen im Trauerfall beizustehen. Er würde sich allerdings darüber freuen, wenn die Abstimmung mit den Pfarrern besser funktionieren würde und die Menschen mehr Verständnis für seinen Beruf aufbringen könnten.

Türchen auf: In unserem Adventskalender stellen wir Menschen (und Tiere) vor, die an den Weihnachtstagen arbeiten oder Bereitschaftsdienst haben.

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