MAINSONDHEIM

Abschlag für den guten Zweck

Mit ihren Anfangsbuchstaben hat der Name nichts zu tun. Gerlinde, Inge und Inge heißen sie, die drei Damen vom DoDaGo-Team, die am Donnerstag in Mainsondheim eifrig Preise richteten, Listen schrieben, Tische deckten, mit kleinen weißen Bällen und Süßigkeiten dekorierten.
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Zweck erfüllt: Franziska Filser und Andreas Koch von der Aktionsgemeinschaft Sozialisation freuen sich über den Scheck, den die Organisatorinnen des Charity-Spiels für die Rappelkiste übergeben.FOTO: Neubert
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Mit ihren Anfangsbuchstaben hat der Name nichts zu tun. Gerlinde, Inge und Inge heißen sie, die drei Damen vom DoDaGo-Team, die am Donnerstag in Mainsondheim eifrig Preise richteten, Listen schrieben, Tische deckten, mit kleinen weißen Bällen und Süßigkeiten dekorierten.

„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“
Inge Ziegler zitiert Erich Kästner

Donnerstags ist Ladysday, donnerstags (Do) spielen die Damen (Da) Golf (Go) auf der Anlage des Golfclubs Schloss Mainsondheim. Vergangene Woche hatten sie zu einer ganz besonderen Veranstaltung eingeladen.

Zum zweiten Mal hatten Gerlinde Moser, Inge Ziegler und Inge Neubert ein Charity-Spiel organisiert. Im Vorjahr, bei der Premiere, war der Erlös der Aktion Patenkind zugute gekommen. Diesmal bekommt die Rappelkiste Kitzingen eine Finanzspritze von den Golfdamen. Die Rappelkiste ist eine Kinderbetreuungsstätte der Aktionsgemeinschaft Sozialisation. Dort werden zwei Mal wöchentlich nachmittags zwölf bis 14 Kinder betreut. Das Angebot ist für die Familien kostenfrei.

Natürlich gingen die rund 20 Teilnehmerinnen am Donnerstag mit sportlichem Ehrgeiz auf den Platz. Im Vordergrund stand aber nicht in erster Linie der Sieg, sondern die gute Sache. „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“, zitierte Inge Ziegler denn auch Erich Kästner auf die Frage, wie die Golf-Damen auf die Idee gekommen seien, eine Charity-Veranstaltung anzubieten. „Man hört immer, dass Golf etwas Elitäres sei“, sagt sie. „Wir wollen aber zeigen, dass wir die Probleme und die Not in der Region kennen und die Menschen unterstützen.“ Und deshalb haben sich die Frauen überlegt, wie sie möglichst viel Geld für den guten Zweck zusammenbekommen.

„Charity-Spiel mit Faden und Mulligans“ steht ganz oben auf der Einladung. Dem Laien sagt das nicht viel, der passionierte Golf-Spieler merkt aber gleich, dass bei dieser Veranstaltung nicht nach professionellen Turnierregeln gespielt wird. Bei einem Mulligan darf der Golfer den Abschlag einmalig wiederholen, ohne dafür eine Strafe zu bekommen. In Wettbewerben ist das in der Regel nicht zugelassen. Beim Benefiz-Spiel am Donnerstag aber schon. Wer diese Möglichkeit nutzen wollte, musste zahlen. Maximal drei Mulligans waren erlaubt, jeder kostete zwei Euro.

Und der Faden? Was hat der mit Golf zu tun? Er bot eine Möglichkeit, einen Schlag zu sparen oder aber einen missglückten Schlag – beispielsweise ins Gebüsch – auszugleichen. Dann galt es, die Strecke bis zum Ball abzumessen und einen entsprechend langes Stück Faden abzuschneiden, der Ball durfte dann in entsprechender Entfernung woanders platziert werden. Der Faden konnte aber auch genutzt werden, um zu putten und so den letzten Schlag vor dem Loch zu sparen. Wer sich ein Stück von seinem Faden abschnitt, musste wiederum zahlen. Maximal fünf Meter Faden für je zwei Euro konnten gekauft werden. Jeder Schlag in den Bunker oder ins Wasser kostete einen Euro, dazu kam natürlich noch das Startgeld in Höhe von 15 Euro pro Teilnehmer. Es läpperte sich also schon beim Spiel einiges zusammen an diesem Donnerstag.

Um die Einnahmen noch zu erhöhen, hatten sich die drei Organisatorinnen außerdem nach Sponsoren umgesehen, die Preise für eine Tombola stifteten. Jedes Los kostete fünf Euro, maximal drei konnten erstanden werden. Unterstützt wurden sie dabei durch die Brauerei Kesselring, Brauhaus Accessoires, die Buchhandlung am Turm, Castellbank, Deutsche Bank, Fußpflege Bader, Hotel Polisina, Hotel Zehntkeller, die Firma Knauf, die Firma Knopp und die VR Bank Kitzingen. Auch Damen aus dem DoDaGo hatten Preise beigesteuert, Inge Ziegler hatte sich zudem in die Küche gestellt und Marmelade gekocht. Auch das wurde für die Rappelkiste verkauft.

Vom ersten Abschlag Uhr bis zum Abendessen hatten die Teilnehmerinnen viel Spaß – und am Ende war die Freude der Organisatorinnen über ihren Erfolg groß, denn die Veranstaltung hatte ihren Sinn erfüllt. Sie konnten einen Scheck über 1200 Euro an Franziska Filser, die derzeit die Rappelkiste leitet, und AGS-Vorstand Andreas Koch übergeben.

Der Club

Den Golfplatz in Mainsondheim gibt es seit 1989, die 18 Loch- Anlage ist auf über 70 Hektar gebaut, flach bis leicht hügelig und damit ein Platz für alle Altersgruppen.

Der Golfclub Schloss Mainsondheim hat derzeit etwa 630 Mitglieder. len

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