VOLKACH

Abschiedsappell für 230 Soldaten

Es ist ein großer Auftrag, der auf die Soldaten des Logistikbataillons 467 in Volkach zukommt. Im kommenden Jahr übernehmen sie bei ihren Auslandseinsätzen die Versorgung der dort stationierten Soldaten.
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Angetreten auf der Hallburg: Verabschiedung von 230 Soldaten der Mainfrankenkaserne Volkach (Lkr. Kitzingen) zu den Einsätzen im Kosovo, in Afghanistan und im Nordirak. Foto: Foto: Guido Chuleck

Es ist ein großer Auftrag, der auf die Soldaten des Logistikbataillons 467 der Mainfrankenkaserne Volkach zukommt. Im kommenden Jahr übernehmen sie bei ihren Auslandseinsätzen im Kosovo, in Afghanistan und im Nordirak die Versorgung der dort bereits stationierten Soldaten. In einem feierlichen Appell auf der Hallburg (Lkr. Kitzingen) sind am Mittwochnachmittag 230 Soldatinnen und Soldaten im Beisein von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann verabschiedet worden. Schon im Januar beginnt für die ersten 86 von ihnen der Einsatz im Kosovo.

Vorausgegangen waren monatelange Vorbereitungen, auf Truppenübungsplätzen und Ausbildungseinrichtungen, „die nicht mal eben um die Ecke liegen, sondern teilweise am anderen Ende der Republik“, sagte Oberstleutnant Patrick Dohmen, Kommandeur des Bataillons und Führer des Kontingents nach Afghanistan. Die Soldaten hätten „Kraft und Zeit investiert, die wir bereits jetzt nicht mit unseren Familien, Freunden und Angehörigen verbracht haben“. Allerdings können die Soldaten immerhin noch mit ihren Familien und Freunden gemeinsam Weihnachten feiern.

Gemischte Gefühle vor Einsatz

Danach aber ist es für so manchen der erste Auslandseinsatz überhaupt – das wird mit durchaus gemischten Gefühlen betrachtet. Hauptmann K. zum Beispiel, der sich für vier Monate von seiner Frau und den beiden Kindern (vier und sechs Jahre) trennen muss. Er geht nach Afghanistan und wird dort im Stab eingesetzt. Die Hauptlast des Einsatzes sieht er nicht bei sich selbst, sondern bei seiner Frau, die sich dann allein um die Kinder kümmern wird. „Deshalb wollen wir dieses Weihnachtsfest ganz bewusst ganz normal feiern“, sagt der Hauptmann. Die Kinder kennen das, wenn der Papa mal ein paar Tage weg ist, „und jetzt bin ich vier Monate weg, da werden wir sie rechtzeitig drauf vorbereiten“.

Ein Aspekt, der auf Oberleutnant E. nicht wirklich zutrifft, seine Zwillingstöchter sind noch keine zwei Jahre alt. Bald ist auch er für vier Monate nicht mehr jeden Abend daheim, „und das ist ein beklemmendes Gefühl“, gibt der Soldat zu. Nicht so sehr der Einsatz im Kosovo, sondern die lange Trennung. Aus Gesprächen mit Kameraden nach deren Einsätzen nimmt er aber doch was Positives mit: „Sie haben mir alle gesagt, das würde sich wieder einpendeln.

“ Eine gewisse Vorfreude hingegen spürt Oberleutnant L.: „Das ist ein Gipfel in der Ausbildung, und der wird viele neue Erfahrungen mit sich bringen“. Aber jeder Einsatz im Ausland, weiß er aus Gesprächen mit Kameraden, „ist trotz aller Vorbereitung immer mit Risiken und Gefahren verbunden“.

Die sprach Generalmajor Hans-Erich Antoni, Kommandeur Logistikkommando der Bundeswehr, an. Trotz der Stabilisierung im Kosovo habe es vor allem im Norden des Landes immer wieder Rückschläge gegeben, „und verschiedene Ereignisse der letzten Jahre haben wiederholt gezeigt, dass unsere Präsenz nach wie vor erforderlich ist“. Ein gänzlich anderes Bild biete sich in Afghanistan, mit mehr als einer Dekade mit Höhen und Tiefen, Erfolgen und Opfern. Es habe sich zwar einiges verändert in Afghanistan, aber „wir dürfen dort nicht unsere Maßstäbe anwenden“. Eines sei sicher: Der internationale Terrorismus habe in Afghanistan kein uneingeschränktes Rückzugsgebiet.

Jener Terrorismus und vor allem der „angebliche Islamische Staat“, wie ihn Innenminister Joachim Herrmann bezeichnet, „kämpft mit Bomben und Terror und steht im krassen Widerspruch zu all dem, was unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung wichtig ist“. Deutschland sei eine wehrhafte Demokratie, und die gelte es auch im Ausland zu verteidigen. Die Soldaten aus der Mainfrankenkaserne würden einen wichtigen Beitrag dafür leisten, dass sich Deutschland seiner „internationalen Verantwortung“ bewusst sei.

Mit dieser Verantwortung und dem von Volkachs Bürgermeister Peter Kornell überreichten Ortsschild marschierten die Soldaten nach ihrer Verabschiedung begleitet vom Heeresmusikkorps Veitshöchheim symbolisch aus der Hallburg aus. Er breche mit einer schlagkräftigen Truppe in die Herausforderung auf, so Dohmen, „ich vertraue auf meine Soldaten und melde das Bataillon deshalb nicht ab, sondern sage nur: Auf bald!“

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