Volkach

Abschiedsappell: Hoffen auf eine gesunde Heimkehr

Mit einem bewegenden Abschiedsappell sind in Volkach 180 Soldaten des Logistikbataillons zu Auslandseinsätzen verabschiedet worden. Das Ortsschild ist mit dabei.
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Es ist schon Tradition bei Auslandseinsätzen. Die Soldaten nehmen ein Ortsschild mit. Frank Dannenberg nimmt das Volkacher Schild von Bürgermeister Peter Kornell entgegen.
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Masar-e Sharif in Afghanistan, Pristina im Kosovo, Bamako in Mali und Erbil im Nordirak sind die Ziele von etwa 180 Soldaten des Logistikbataillons 467 aus Volkach. Bis März 2019 werden die Soldaten aus der Mainfranken Kaserne dort ihren Dienst verrichten. Jetzt sind sie verabschiedet worden, nachdem sie speziell ausgebildet und intensiv auf die Einsätze vorbereitet wurden.

Sorge um gesunde Rückkehr

Oberst Gunter Bischoff, Chef der mobilen Logistiktruppen der Streitkräftebasis, gab beim Abschiedsappell in Volkach dem Kommandeur, Oberstleutnant Frank Dannenberg mit auf den Weg: „Bringen sie ihr gesamtes Personal gesund wieder nach Volkach zurück.“ Wie ein roter Faden zog sich die Sorge um eine unversehrte Rückkehr der Soldaten durch die Ansprachen. In der Mainfrankenkaserne waren etwa 800 Soldaten zum Abschiedsappell angetreten – in ihrer Mitte die Soldaten, die den Standort für einige Monate verlassen müssen.

Gut vorbereitet

Der Kommandeur Dannenberg wird selbst auch bei dem Auslandseinsatz dabei sein. Er versicherte seinem Chef, dass bei der Ausbildung alles getan wurde, damit die Soldaten gut vorbereitet in den Einsatz gehen können. An seine Soldaten gewandt, sagte er: „Gehen sie in jeder Situation ruhig und besonnen vor.“ Seine Tipps: Kühlen Kopf bewahren. Nicht abstumpfen und nichts zur Routine werden lassen.

Kontakt halten

Als „Alter Hase“ gab er den Soldaten noch mit auf den Weg: „Halten Sie unbedingt den Kontakt zu Ihren Angehörigen in der Heimat. Die Bundeswehr wird alles unternehmen, um das zu ermöglichen.“

Lage ist unterschiedlich

Oberst Bischoff ging auf die Lage an den Einsatzorten ein: „Im Kosovo haben wir eine positive Entwicklung. Hier beginnen wir bereits mit der Rückverlegung der Einheiten.“ Zur Lage in Afghanistan war der Oberst allerdings vorsichtiger. Es habe sich dort einiges zum Positiven geändert, aber es brauche noch viel Zeit. Die Präsenz der Taliban sei noch nicht vorbei. Sorge bereiten ihm die jüngsten Anschläge und er warnte: Routine kann für den Soldaten lebensgefährlich sein.

Keine Angst, aber Respekt

Die Unteroffiziere Patrick S. und German L., beide 25 Jahre alt, nehmen die Warnungen ihrer Chefs ernst. Beide sind seit drei Jahren bei der Bundeswehr und haben jetzt ihren ersten Auslandseinsatz vor sich – in Afghanistan. Sie sind ledig und ohne feste Bindung. „Eine feste Bindung würde zu sehr belasten und ablenken“ meinen die beiden. Sie sind für die Verteilung von Luftfracht in Afghanistan zuständig und sind gespannt, was sie erwarten wird. Auf die Frage, ob sie Angst hätten, antworten sie mit Nein: „Aber Respekt vor dem Land und den Menschen.“

Bei den Soldaten

Dass man während des Einsatzes immer in Gedanken bei den Soldaten sein werde, betonte Volkachs Bürgermeister Peter Kornell. Volkach sei seit 1986 Garnisonstadt und wie die umliegenden Gemeinden eng mit den Soldaten verbunden. Das zeige auch die Tradition, dass die Soldaten die Ortsschilder der Patengemeinden mit in den Einsatz nehmen. Daher überreichte Kornell zusammen mit seinen Kollegen Horst Herbert aus Kolitzheim und Herbert Fröhlich aus Frankenwinheim das jeweilige Ortsschild.



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