Rödelsee

Abschied vom Schwanberg-Café: Aber bitte mit Sahne

Am Sonntag servierte Anne Stöcklein zum letzten Mal Kaffee und Kuchen im Schwanberg Café. Die Pächterin verlässt das Ausflugslokal, das bis auf Weiteres geschlossen bleibt.
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Zum Abschied servierte Pächterin Anne Stöcklein (links) den geladenen Gästen im Schwanberg-Café eine dreistöckige Johannisbeer-Sahne-Torte. Foto: Waltraud Ludwig
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"Es ist sehr schade, dass das Café auf dem Schwanberg jetzt geschlossen ist. Das war immer ein schönes Ausflugsziel." So wie Hannah Ancot und ihre Familie empfanden viele der geladenen Gäste: Nachdem das bekannte Ausflugslokal am vergangenen Freitag das letzte Mal seine Türen für Besucher geöffnet hatte, feierte Pächterin Anne Stöcklein am Sonntag gemeinsam mit Mitarbeitern, Verwandten und Freunden, Vertretern des Geistlichen Zentrums und Schwestern der Communität Casteller Ring ihren Abschied.

"Willkommen zum letzten Stück Torte" war auf einer schwarzen Tafel am Eingang zu lesen. Innen hatten Anne Stöcklein und ihre Mitarbeiterinnen eine große, dreistöckige Johannisbeer-Sahne-Torte und süße rosa Mini-Törtchen bereit gestellt, um die große Gästeschar ein letztes Mal zu bewirten. Tische und Stühle waren bereits ausgeräumt; der Auszug war sichtbar. "Ich habe meine Arbeit sehr gerne gemacht. Es hat sehr viel Spaß gemacht", sagte die bisherige Pächterin in ihrer Abschiedsrede. Gleichwohl war der 36-Jährigen, die siebeneinhalb Jahre das Café geführt hatte und dabei den Spagat zwischen Familie und Beruf schaffen musste, die Erleichterung anzumerken. "Jetzt freue ich mich auf Neues", meinte sie. Sie sei "gespannt, wohin die Reise führt".

Dank an alle Wegbegleiter

Zum Ende ihrer Zeit dankte die gelernte Konditorin nochmals allen, die sie in den vergangenen Jahren begleitet und unterstützt haben. Dass ihr Weggang bedauert wird, war am Sonntag deutlich zu spüren. "Es tut uns sehr leid, dass Sie gehen", meinte nicht nur Priorin Ursula Buske. Auch viele Gäste waren traurig über das vorläufige Ende des beliebten Schwanberg-Cafés. 

Nicht weniger schade fand Elisabeth Hemberger die Schließung des Cafés. "Der Schwanberg ist unser Hausberg. Sonntags sind wir oft raufgelaufen und eingekehrt. Es gab immer andere Kuchen und man hat gemerkt, dass sie hausgemacht waren", meinte die Rödelseerin bei der Abschiedsfeier. Gemeinsam mit ihrem Mann betreibt sie ein Weingut. Oft hätten sie Gäste "auf den Berg" geschickt, erzählt sie. "Das ist immer gut angekommen." Ein Höhepunkt sei im Sommer auch der Biergarten gewesen.

Schwanberg-Café fehlt schon jetzt

Schwester Ruth Meili von der Communität Casteller Ring bedauerte das einstweilige Café-Aus ebenfalls. Sie und ihre Mitschwestern seien "sehr erschrocken" gewesen, als sie von der geplanten Schließung erfahren hätten, erklärte sie. Den Schwanberg ohne Café könne sie sich nicht vorstellen. Für Spaziergänger, Wanderer, aber auch Besucher des angrenzenden Friedwaldes sei die Lokalität ein wichtiger Anlaufpunkt gewesen. "Das Café hat einfach zum Schwanberg mit dazu gehört. Wenn es nicht mehr das ist, fehlt es sehr", sagte die evangelische Ordensschwester.

Auch Ute Hellwig, Geschäftsführender Vorstand des Geistlichen Zentrums Schwanberg e.V., drückte  ihr Bedauern über den Abschied von Anne Stöcklein aus. Diese habe viel "Kreativität, Zeit und Kraft" in ihre Aufgabe eingebracht, lobte sie die scheidende Pächterin. "Der Abschied macht uns traurig." Wie es weitergeht, konnte Hellwig beim anschließenden Gespräch mit dieser Zeitung nicht sagen. In Kürze werde das Thema bei einer Aufsichtsratssitzung des Geistlichen Zentrums zur Sprache kommen, teilte sie mit.

Im Januar sei dann ein Vierer-Gespräch mit ihr als Geschäftsführerin, den Bürgermeistern von Rödelsee und Iphofen sowie Priorin Ursula Buske geplant. Dabei werde man "gemeinsam überlegen müssen, wie es weitergehen kann". Bis zum nächsten Saisonstart hofft sie, Genaueres über die Zukunft des jetzt geschlossenen Cafés sagen zu können.    

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