Kitzingen

Abschied vom Imam Ozhan Akkus

Fünf Jahre war Imam Ozhan Akkus der geistliche Vorstand der muslimischen Ditib-Gemeinde in Kitzingen. Im August heißt es für ihn und seine Familie Abschied nehmen von der großen Kreisstadt, er wird in die Türkei zurückgerufen, in seine Heimat am Schwarzen Meer. Das macht er natürlich mit einem lachenden Auge, aber auch – wie er am Dienstagabend bei einem Empfang durch die Stadt Kitzingen erklärte – mit einem weinendem Auge.
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Abschied aus Kitzingen: Mit einem offiziellen Empfang verabschiedeten (von links) Astrid Glos und Klaus Heisel die Familie Hayrunnisa, Sümeyye, Sunay, Rümeysa und Ozhan Akkus mit den Vertretern der Ditib-Gemeinde Mustafa Yalcin und Eylen Tamahkar aus Kitzingen. Foto: Robert Haaß

Fünf Jahre war Imam Ozhan Akkus der geistliche Vorstand der muslimischen Ditib-Gemeinde in Kitzingen. Im August heißt es für ihn und seine Familie Abschied nehmen von der großen Kreisstadt, er wird in die Türkei zurückgerufen, in seine Heimat am Schwarzen Meer. Das macht er natürlich mit einem lachenden Auge, aber auch – wie er am Dienstagabend bei einem Empfang durch die Stadt Kitzingen erklärte – mit einem weinendem Auge.

Wie leicht haben es doch Kinder, wenn sie in ein fremdes Land kommen: Sie gehen dort in die Schule und lernen die neue Sprache, fast wie im Spiel. So auch des Imams Kinder. Die jüngste Rümeysa geht noch in den Kindergarten, die beiden älteren Mädchen Hayrunnisa und Sümeyye besuchten in Kitzingen die Schule. Und haben dabei gut Deutsch gelernt.

Das ist auch einer der positiven Gründe für den Aufenthalt hier für Imam Ozhan Akkus. Denn bei ihm hat es nicht so geklappt, wie gewünscht. Auch wenn er bei seiner Einführung davon sprach, möglichst schnell unsere Sprache zu lernen, "leider gingen die Deutschkurszeiten nicht konform mit den Gebetsstunden in der Moschee. Zumindest fanden wir nichts passendes für Sie", so die Integrationsreferentin, der Stadt Kitzingen, Astrid Glos.

Was aber einer guten Zusammenarbeit wohl kaum einen Abbruch tat. Denn die Mitglieder der Ditib-Gemeinschaft in Kitzingen sind auf eine gutes Verhältnis aus, und so waren immer Sprachvermittler zu finden. Wie auch am Dienstag, als Eylen Tamahkar und Mustafa Yalcin als Dolmetscher fungierten.

Und die hatten einiges zu tun. Etwa den Wunsch von Bürgermeister Klaus Heisel zu übermitteln, Kitzingen in guter Erinnerung zu behalten. Oder den Dank von Astrid Glos für die "gute Zusammenarbeit und das offene Ohr, dass Sie stets hatten" weiter zu geben. Sowohl der Imam, als auch die Referentin fanden immer eine ganze Reihe von Übereinstimmungen "und dadurch auch den Zugang für die gelebte Integration".

So gab es die Zustimmung zur interreligiöse Shuttletour, es gab die Gastfreundschaft in der Moschee. Zudem vermochte es Akkus, seine Botschaften zu dem Menschen zu tragen, mit großer Glaubwürdigkeit, Dialogbereitschaft und der Unterstützung der Kinder im schulischen Fortkommen.

Bis 22. August noch läuft die Amtszeit von Akkus in Kitzingen, wer Nachfolger wird, ist noch nicht bekannt. Immerhin hat die Ditib- Gemeine in Kitzingen gut 200 Mitglieder, rechnet man die Familien dazu kommt man auf fast 1000. Das schlägt sich auch auf die Gottesdienste nieder. So kommen zum Freitagsgebet rund 500 Gläubige in die Moschee und das, wie Akkus sagte, in einer sehr freundlichen Stadt.

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