Kitzingen

Abschiebung: Armenier bedroht sich selbst mit einer Waffe

Um wohl die Abschiebung seiner Familie zu verhindern, bedrohte sich in Kitzingen ein Mann mit einem Messer. Nach stundenlangen Verhandlungen mit der Polizei, gab er auf.
Artikel drucken Artikel einbetten
Ein Armenier hat sich am Dienstagvormittag, 25. Juni 2019, seiner geplanten Abschiebung widersetzt und verschanzte sich in einem Zimmer in der Asylbewerberunterkunft am Oberen Mainkai in Kitzingen (Bildmitte). Ein Großaufgebot an Einsatzkräften von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst war unter der Einsatzleitung des Kitzinger Dienststellenleiters vor Ort. Foto: Michael Mößlein

Ein Armenier hat sich am Dienstagvormittag seiner geplanten Abschiebung widersetzt und verschanzte sich in einem Zimmer in der Asylbewerberunterkunft am Oberen Mainkai in Kitzingen. Ein Großaufgebot an Einsatzkräften von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst war unter der Einsatzleitung des Kitzinger Dienststellenleiters vor Ort, teilt die Polizei mit.

Gegen 7 Uhr gingen Beamte der Polizei Kitzingen und der Operativen Ergänzungsdienste Würzburg zur Asylbewerberunterkunft, um eine armenische Familie, deren Abschiebung in ihr Heimatland geplant war, zum Frankfurter Flughafen zu fahren. Die gesamte Familie ist seit dem 29. Mai 2018 vollziehbar ausreisepflichtig, nachdem ihre Asylanträge als offensichtlich unbegründet abgelehnt worden waren, teilt die Polizei mit. Angebote zur freiwilligen Ausreise wurden von der Familie abgelehnt.

Mann kommt ins Krankenhaus, Familie wird abgeschoben

Als die Beamten die Wohnung betraten, zog der Familienvater ein Messer und bedrohte sich damit selbst. Die Polizisten forderten umgehend Unterstützung an und zogen sich aus der Wohnung zurück. Der Bereich um die Unterkunft wurde weiträumig abgesperrt. Versuche, auch mittels eines Dolmetschers, den Mann zum Aufgeben zu bewegen, schlugen fehl.

Während ständig Kontakt zu dem 32-Jährigen gehalten wurde, wurde zur Sicherheit der Polizisten und auch der des Mannes, der weiterhin drohte, sich selbst etwas anzutun, ein Spezialeinsatzkommando und Beamte der Verhandlungsgruppe hinzugezogen.

Gegen 11 Uhr legte der Mann schließlich das Messer weg und wurde unverletzt in Gewahrsam genommen. Er kam zur ärztlichen Behandlung in ein Krankenhaus. Über seinen Verbleib muss die Regierung von Unterfranken entscheiden.

Die Ehefrau und die drei Kinder wurden nicht verletzt. Eine Streife brachte diese auf Anordnung der Regierung von Unterfranken zum Flughafen Frankfurt, um diese abzuschieben. Der Versuch wurde jedoch abgebrochen, wie die Regierung am Dienstagnachmittag auf Nachfrage erklärte. Die Familie ist wieder zurück in der Unterkunft.

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.