Kitzingen

Abfallbilanz: Kitzinger können besonders gut Müll trennen

Zufriedene Gesichter bei den Abfallberatern : Mit 74 Kilo Restabfall pro Einwohner kann sich der Landkreis Kitzingen auch bayernweit sehen lassen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Reinhard Weikert kennt sich gut mit Müll aus. Er ist stellvertretender Sachgebietsleiter bei der kommunalen Abfallwirtschaft. Foto: www.zudem.de

Reinhard Weikert, stellvertretender Sachgebietsleiter bei der kommunalen Abfallwirtschaft am Landratsamt Kitzingen, analysiert die Abfallbilanz 2018. 

Frage: Wie lässt sich die Abfallbilanz 2018 in drei Sätzen zusammenfassen?

Reinhard Weikert: Die Abfallzahlen haben uns wieder sehr gefreut. 36 000 Tonnen an Wertstoffen wurden separat gesammelt, so dass nur knapp 9000 Tonnen an nicht verwertbaren Abfällen übrigblieben. Nach den Rekordanlieferungen der vergangenen Jahre war 2018 an den Bauschuttdeponien deutlich weniger los; die Bauabfälle gingen um ein Drittel zurück.

Wie lässt sich der Rückgang bei den Bauabfällen erklären?

Weikert: Mitte vergangenen Jahres hat der Landkreis ein neues Annahmekonzept für Bauabfälle an den Start gebracht und damit die verschärften gesetzlichen Vorgaben umgesetzt. Im Kern sieht die Konzeption vor, dass bei größeren Baumaßnahmen im Privatbereich sowie bei allen Baumaßnahmen im gewerblichen Bereich früher zu prüfen ist, ob die Bauabfälle verwertet werden können. Nur wenn Recycling ausscheidet, nehmen wir das Material auf unsere Bauschuttdeponie.

Verwertet und entsorgt – was bedeutet das genau?

Weikert: Die stoffliche Verwertung von Abfallstoffen stellt die höchste Stufe des Recyclings dar. Aus Altglas, das wir in den Glascontainer geben, entsteht nahezu ohne Verluste wieder neues Glas. Aus Papierabfällen der blauen Tonne lässt sich Umweltschutzpapier herstellen, das zu 100 Prozent aus Altpapier besteht. Die stoffliche Verwertung ergibt natürlich nur Sinn, wenn wir Recyclingprodukte auch kaufen. Die nicht verwertbaren Abfälle, werden im Müllheizkraftwerk Würzburg umweltschonend entsorgt. Auch der Großteil der Problemabfälle geht in Verbrennungsanlagen, die so ausgestattet sind, dass die Abfälle dort ohne Belastung für Gesundheit und Umwelt beseitigt werden können.

Wie sieht der Vergleich mit anderen Landkreisen aus?

Weikert: Mit einem Restabfallaufkommen von lediglich 74 Kilogramm pro Einwohner im Jahr liegt der Landkreis Kitzingen bayernweit mit an der Spitze.

Wie zufrieden sind Sie mit der Bilanz?

Weikert: Sehr zufrieden. Sie bestätigt den Trend, dass unsere Bürgerinnen und Bürger weiterhin ein hohes Engagement bei der Abfalltrennung und Abfallvermeidung zeigen.

Was sind im Moment die größten Probleme bei der Abfallwirtschaft?

Weikert: Die umweltfreundliche Verwertung und Entsorgung der Bauabfälle werden uns in allernächster Zeit noch stark beschäftigen. Seit den 1980er-Jahren kommen beim Hausbau vermehrt Baumaterialien zum Einsatz, die mit chemischen Stoffen, Kunststoffen u.ä. versetzt sind. In naher Zukunft stehen hier Sanierung und Abbruch von Gebäuden an. Hier gilt es, möglichst rasch umweltverträgliche Lösungen für die Verwertung und Entsorgung der Abfälle zu finden.

Thema Plastikabfall: Was kann der Landkreis hier tun?

Weikert: Bei der Vermeidung von Plastikmüll ist der Landkreis schon seit Jahren engagiert. Das Landratsamt bezieht Maßnahmen zur Abfallvermeidung und zum ordnungsgemäßen Recycling ständig in das tägliche Arbeiten mit ein. 

Wird es im Landkreis bei den bisherigen drei Mülltonnen bleiben?

Weikert: Sofern keine neuen gesetzliche Vorgaben auf uns zukommen, wird es im Landkreis Kitzingen beim bewährten Drei-Tonnen-System bleiben. Für Plastikverpackungen gibt es weiter den  Gelben Sack.

Landen in der Biotonne immer noch zu viel Fremdstoffe?

Weikert: Der Landkreis kontrolliert seit fünf Jahren konsequent die Biotonnen , um die Qualität der Bioabfälle dauerhaft zu verbessern. Und die haben Wirkung gezeigt. Die letzte Aktion in diesem Frühjahr in Kitzingen und Volkach, zeigte eine geringe Fehlwurfquote. Punktuell gibt es allerdings noch Probleme.

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.