Mainbernheim

AWO will Seniorenwohnprojekt im Gebiet Langwasen verwirklichen

Es tut sich derzeit viel in der Stadt Mainbernheim: Laut Bürgermeister Peter Kraus, der seit 2018 gleich mehrere caritative Träger kontaktierte, zeichne es sich nun ab, dass mit der AWO das diskutierte Seniorenwohnprojekt im Baugebiet Langwasen verwirklicht werden könne. Die AWO habe großes Interesse bekundet, so Kraus.
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Das Gelände der ehemaligen Betriebskläranlage der Firma Haribo wurde von den Mainbernheimer Stadträten in Augenschein genommen. Möglicherweise könnte dort eine Art Freizeitgelände entstehen. Foto: Gerhard Krämer
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Es tut sich derzeit viel in der Stadt Mainbernheim: Laut Bürgermeister Peter Kraus, der seit 2018 gleich mehrere caritative Träger kontaktierte, zeichne es sich nun ab, dass mit der AWO das diskutierte Seniorenwohnprojekt im Baugebiet Langwasen verwirklicht werden könne. Die AWO habe großes Interesse bekundet, so Kraus.

Ulrike Hahn und Anna Hallmeyer von der AWO stellten in der jüngsten Stadtratsitzung das Projekt detailliert vor. Demnach soll auf der als Mischgebiet ausgewiesenen Fläche an der Rödelseer Straße eine Tagespflege für 22 Gäste, eine ambulante Wohngemeinschaft für zwölf Bewohner sowie 19 barrierefreie Wohnungen entstehen. Mit Blick auf den Personalmarkt werde das Projekt nicht größer dimensioniert.

Bebauungsplan ändern

Seitens des Landratsamtes sei vorgeschlagen worden, die zu erwartenden Abweichungen vom Bebauungsplan nicht durch Befreiungen zuzulassen, sondern die notwendigen planungsrechtlichen Voraussetzungen durch eine vereinfachte Änderung des Bebauungsplanes zu schaffen, berichtete Kraus. Wegen der drei Vollgeschosse sollten auch andere Dachformen diskutiert werden.

Architekt Alfred Konnerth skizzierte deshalb Flachdachvarianten mit fünf Grad Dachneigung. Dies gefiel zwar nicht jedem Stadtrat, aber in rot gehaltene Dachflächen könne man sich trotzdem vorstellen. Den Änderungen im Bebauungsplan hinsichtlich Dachformen und Dachneigung, Wandhöhe, Anzahl der Vollgeschosse sowie Grundflächen- und Geschossflächenzahl stimmte der Rat zu.

Teure Sanierung des Pulverturms

Lange diskutierten die Stadträte über die Sanierung des Pulverturms und dessen Ausbau zur Nutzung im Rahmen des bestehenden Baukultur- und Tourismuskonzepts "Albergo diffuso Mainbernheim". Auch der Antrag auf Nutzungsänderung und Erteilung einer denkmalrechtlichen Erlaubnis stand dabei im Fokus. Auf 365 000 Euro werden die Kosten des Projekts veranschlagt, 70 Prozent davon soll es in Form eines Zuschusses aus dem Topf der Städtebauförderung und der Denkmalpflege geben.

Die hohen Kosten schreckten so manchen Stadtrat. Auch ein fehlendes Bewirtschaftungskonzept wurde beklagt. Zudem wurden Zweifel laut, welcher Gast Zimmer in einem Turm mieten wolle, in dem es sehr steile Leitern gebe. Dem wurde der Imagegewinn für Mainbernheim entgegengehalten, aber auch die nachhaltige Planung für das "Albergo diffuso". Mit einer Gegenstimme wurde das Projekt beschlossen.

Lebensmittelmarkt an der B 8

Vor dem Aufstellungsbeschluss zur Änderung des Flächennutzungsplans und zur Aufstellung des Bebauungsplans "Sondergebiet Lebensmittelmarkt an der B8" war Tobias Palm, Expansionsleiter bei Norma, erschienen, um den Stadträten den Projektentwurf vorzustellen. Am Pultdach wolle man festhalten, so Palm, weil dies der Wahrnehmung der Marke Norma diene. Ebenso bleibe es bei 1200 Quadratmetern Verkaufsfläche. Wie der angegliederte Fachmarktbereich zugeschnitten sei, hänge laut Palm davon ab, wer denn letztlich einziehe. Hier würden Gespräche laufen, die klären sollen, ob es ein Metzger werde oder ein anderes Geschäft. Alles sei offen.

Zu einer Ortsbegehung hatten sich die Mitglieder des Mainbernheimer Stadtrates vor ihrer jüngsten Sitzung getroffen, weil das Gelände der ehemaligen Kläranlage der Firma Haribo zum Verkauf steht. Besichtigt wurde das alte Betriebsgelände, Werner May von Haribo führte die Räte.  Ideen für die künftige Nutzung gibt es auch schon: Denkbar sei eine Skateranlage oder ein Beachvolleyballfeld, im weitesten Sinne also eine Art Freizeitanlage. Darüber will sich der Stadtrat in einer der kommenden Sitzungen intensiv unterhalten. Vorab sei nun erst einmal der Verkaufspreis wichtig.

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