PRICHSENSTADT

700 Bäume werden nicht einzeln erfasst

Die extremen Sturm- und Wetterereignisse der vergangenen Jahre veranlassten Prichsenstadts Bürgermeister René Schlehr, dem Stadtrat das Erstellen eines Baumkatasters ans Herz zu legen. Sein Antrag besagte, dass alle Bäume der Großgemeinde, sofern sie für die Verkehrssicherheit wichtig sind, erfasst, bewertet, durchnummeriert und fotografiert werden sollen, um sie in das bereits vorhandene Geo-Informations-System (GIS) einzupflegen.
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Die extremen Sturm- und Wetterereignisse der vergangenen Jahre veranlassten Prichsenstadts Bürgermeister René Schlehr, dem Stadtrat das Erstellen eines Baumkatasters ans Herz zu legen. Sein Antrag besagte, dass alle Bäume der Großgemeinde, sofern sie für die Verkehrssicherheit wichtig sind, erfasst, bewertet, durchnummeriert und fotografiert werden sollen, um sie in das bereits vorhandene Geo-Informations-System (GIS) einzupflegen.

Zwar gebe es laut Schlehr keine gesetzliche Verpflichtung, um der Verkehrssicherheit „auf diese Weise Genüge zu tun, aber sie kann aus diversen Urteilen abgeleitet werden“. Die schriftliche Dokumentation sei „hinsichtlich der Beweispflicht im Schadensfall von besonderer Bedeutung“. Mit seinem Ansinnen erlitt der Bürgermeister allerdings Schiffbruch, sein Antrag wurde mit 8:2 Stimmen abgelehnt. Einzig der dritte Bürgermeister Martin Ebert sprach sich neben Schlehr für dieses Kataster aus.

Grund war für die meisten Räte, dass die gesamte Aktion gut 12 000 Euro hätte kosten sollen. Eine entsprechende GIS-Betreuerfirma hätte die Arbeit der Dokumentation übernommen und jeden relevanten Baum per GPS ausgemessen und ihn ins System eingepflegt. Pro Baum hätte es etwa 16,50 Euro gekostet, und die Firma rechnet aus Erfahrungswerten mit einem Drittel der Einwohnerzahl als Straßen- und Parkbaumbestand, „das wären bei uns um die 700 Bäume“. Schon diese Zahl sorgte bei den Räten durch die Bank für Stirnrunzeln. So verwies zum Beispiel Werner Klüber darauf, dass die Stadt nur bei „grober Fahrlässigkeit“ haftbar gemacht werden müsse, und Herwig Hinney war wie Ursula Reiche der Ansicht, dass eine „visuelle Prüfung ausreicht“.

Einig waren sich die Räte, einen Mitarbeiter des Bauhofes zu einer Schulung zu schicken, damit der dann die Bäume bewerten und unter Umständen Maßnahmen empfehlen kann. Eine Katalogisierung, sagte Geschäftsführer Jens Reuß in der Sitzung, „können wir auch mit einer Excel-Tabelle erstellen, das ist überhaupt kein Problem, obwohl es mit dem GIS sehr viel einfacher wäre“. Da die Mehrheit der Räte davon auch nicht zu überzeugen war, lehnten sie den Antrag des Bürgermeisters ab.

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