KITZINGEN

675 PS schleppen havarierte „Danube 1“ frei

Das am Montagabend in Kitzingen auf Grund gelaufene Gütermotorschiff „Danube 1“ wurde am Dienstagmittag wieder frei geschleppt. Jetzt wird es auf Schäden untersucht.
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Die Danube 1 ist bei Kitzingen auf Grund gelaufen. Foto: Ralf Weiskopf
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Der Unfall ereignete sich direkt vor dem ehemaligen Gartenschaugelände: Etwa 150 Meter unterhalb der Alten Mainbrücke in Kitzingen lief am Montagabend gegen 19 Uhr das Gütermotorschiff „Danube 1“ auf Grund.

Das 86 Meter lange Frachtschiff mit seinen 2,10 Meter Tiefgang war auf dem Weg von Rumänien nach Düsseldorf, beladen mit 820 Tonnen Mais.
An der Unfallstelle ist der Main etwa 120 Meter breit, die Fahrrinne selber bringt es üblicherweise auf 40 Meter. Wieso das stromabwärts fahrende Schiff von der Fahrrinne so weit nach links abwich und mit dem Bug stecken blieb, ist noch ungeklärt. In Frage kommt sowohl ein Fahrfehler als auch technisches Versagen. Nach Angaben des Kapitäns sei der Unfall beim Umschalten von Autopilot auf Handbetrieb passiert.

Die alarmierte Feuerwehr und das Technische Hilfswerk brachten Beamte der Wasserschutzpolizei an Bord des Schiffes. Anschließend sicherten die Helfer das Schiff mit Tauen an Uferbäumen, um es vor dem Abdriften zu sichern. Gleichzeitig wurde die Schifffahrt in dem betroffenen Flussabschnitt eingestellt. Eine erste Überprüfung des Schiffsrumpfes ergab, dass dieser offenbar unbeschädigt blieb.

Am Dienstagmorgen begannen dann unter Federführung des Wasser- und Schifffahrtsamtes Schweinfurt die Bergungsmaßnahmen. Gegen 9 Uhr machte sich ein in Würzburg liegender Eisbrecher auf den Weg nach Kitzingen, um das havarierte Schiff in Schlepptau zu nehmen und wieder in die Fahrrinne zu ziehen.

Nachdem das Bergungsschiff kurz nach 11 Uhr eingetroffen war, ging alles zügig über die Bühne. Über die Schleusen wurde der Kitzinger Main angestaunt. Die etwa zehn Zentimeter höheres Wasser und die 675 PS des Bergungsschiffes reichten, um das Havarie-Schiff problemlos innerhalb weniger Minuten in die Flussmitte zu ziehen.
 

Mängel am Schiff


Anschließend ging es im Konvoi zur Kitzinger Schleuse, wo es im Oberwasser festmachte und unter die Lupe genommen wurde. Beispielsweise untersuchten Taucher den Schiffskörper auf mögliche Schäden. Zudem muss geklärt werden, warum der Heckanker nicht funktionierte: Womöglich hätte ein funktionierender Anker helfen können, das völlige Abdriften nach links zu verhindern.

Auch die Ruder- und Schraubenanlage wurden überprüft. Laut Wasser- und Schifffahrtsverwaltung tauchten dabei einige Mängel auf, die eine Weiterfahrt zunächst unmöglich machten. Hinsichtlich schifffahrtsrechtlicher Verstöße führt die Wasserschutzpolizei Würzburg die entsprechenden Ermittlungen.

Die Schifffahrt auf dem Main war – nach einer Überprüfung der Fahrrinne durch ein Spezialschiff – gegen Mittag wieder komplett freigegeben. Bereits am Morgen hatten wartende Schiffe im Einbahnverkehr an dem Unfallschiff vorbeifahren dürfen.







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