VOLKACH

50 Jahre VHS: Schatzkammer in der Bildungslandschaft

Als kommunales Bildungszentrum wurde die Volkshochschule Volkach bei der 50-Jahr-Feier bezeichnet. In all den Jahren leitete Friedl Albert Kurse und hielt Vorträge.
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Auf der Geburtstagsfeier der Volkshochschule Volkach ehrten Susanne Holst-Steppat (Leiterin, links), Sigrid Klemenz (Geschäftsstellenleiterin, rechts) und Peter Kornell (Vorsitzender, Dritter von rechts) die langjährigen Kursleiter (von links) Marina von Halem, Gerlinde Dittmann, Diana Metzner, Friedl Albert, Herbert Meyer, Rita Leibl und Christine Östreicher. Foto: Foto: Peter Pfannes

„Aus dem Volkacher Kulturverein ist ein kommunales Bildungszentrum geworden, das bis heute die örtliche Bildungslandschaft bereichert und das Potenzial der Region fördert.“ Dies sagte Susanne Holst-Steppat am Mittwoch im Schelfenhaus. Zum 50. Geburtstag der Volkshochschule Volkach (VHS) zog deren Leiterin vor 50 Festgästen eine positive Bilanz.

Ohne die tatkräftige Initiative der Bürger wäre ein solches Projekt niemals zustande gekommen, lobte sie das Engagement der Volkacher seit der Gründung. „Wir profitieren heute von dem, was eine andere Generation vor uns in die Wege geleitet, über Jahrzehnte weitergeführt und ausgebaut hat“, so Holst-Steppat.

Engagement für Flüchtlinge

Gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Volkshochschule, Bürgermeister Peter Kornell, und Geschäftsstellenleiterin Sigrid Klemenz zeichnete sie langjährige Kursleiter aus. Ein Urgestein des einstigen Volksbildungswerks, das vor einem Jahr in VHS umbenannt wurde, ist Friedl Albert. Für seinen unermüdlichen Einsatz erhielt der „Mann der ersten Stunde“ die goldene Ehrennadel und die Dankesurkunde des Bayerischen Volkshochschulverbandes. Die Laudatoren bescheinigten ihm eine gute Kombination aus Witz, Verschmitztheit, Charme und Menschlichkeit. Sein Engagement in der kulturellen Bildung sei unerreicht.

Mit Albert wurden sechs weitere Kursleiter geehrt. Seit 43 Jahren ist Diana Metzner Kursleiterin für Fremdsprachen, insbesondere für Englisch. Als Muttersprachlerin für Englisch habe sie den Teilnehmern ihrer Kursen das Rüstzeug an die Hand gegeben, um im englischsprachigen Ausland nicht nur zu überleben, sondern zu kommunizieren und die Sprache lebendig werden zu lassen, hieß es in der Laudatio.

Seit 40 Jahren ist Herbert Meyer als ehemaliger Leiter der VHS und Organisator der Fahrten ins Schweinfurt Theater aktiv. Marina von Halem leitet den Literaturkreis seit 36 Jahren „und erweckt so die Seele der gelesenen Literatur zum Leben.“ Gerlinde Dittmann hat vor 30 Jahren den Tanzkreis gegründet. Seit dieser Zeit begeistere sie vor allem Senioren dafür, sich wöchentlich zu treffen und gemeinsam zu tanzen, so ein Auszug aus der Lobesrede.

Rita Leibl hält seit 28 Jahren Italienisch-Kurse. Gewürdigt wurde auch ihr Engagement für die Teilnehmer des Deutschkurses für Flüchtlinge. „Sie haben die Herausforderung angenommen, von arabisch auf Zeichensprache zu übersetzen.“ Seit 22 Jahren widmet Christine Östreicher ihre Englischkurse vorwiegend Themen aus dem aktuellen Pressespiegel englischer Zeitschriften.

Susanne Holst-Steppat unternahm einen Streifzug durch die bewegte Geschichte der VHS Volkach, einem von mehr als 200 Volkshochschulstandorten in Bayern. „Die meisten unserer Kunden kommen direkt aus der Stadt oder aus dem unmittelbaren Umland.

Veränderte Anforderungen

Sie schätzen die kurzen Wege zu ihrem Yogakurs, zum Englisch oder zum Literaturkreis, die oft zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu bewältigen sind“, so die Leiterin.

50 Jahre VHS seien mit Kontinuität, aber auch mit Flexibilität und Anpassungsfähigkeit gleichzusetzen. „Die Anforderungen der Bevölkerung an Bildung verändern sich. Dem muss eine Volkshochschule Rechnung tragen“, richtete Holst-Steppat ihren Blick nach vorne. Ziel müsse es sein, die Leistungskraft zu bündeln und Netzwerke auszubauen.

Mit ihrer lyrischen Performance zum VHS-Thema „Ganz nah am Puls der Zeit“ drückte Anika Peter der Geburtstagsfeier einen modernen Stempel auf. Junge Musiker aus der Musikschule verwöhnten die Gäste mit Klarinetten- und Gitarrenklängen.

Volkshochschule Volkach

1958 gründete Friedrich Heck für Konzerte den Kulturkreis der Stadt Volkach. Nach seinem Tod übernahm 1966 Andreas Haupt dessen Leitung. Friedel Albert begann die ersten Werkkurse im Rathaus. Der Kulturkreis wurde zum Volksbildungswerk (VBW) unter Vorsitz der Bürgermeister Georg Berz und später Friedrich Ruß. 1972 wurde Karl-Heinz Leibl neuer Leiter, Geschäftsführer Waldemar Sperling. 1990 übernahm Bürgermeister Karl-Andreas Schlier den Vorsitz, sein Nachfolger ist seit 2002 Peter Kornell. Von 1976 an leitete Herbert Meyer bis 2013 das VBW. Seitdem führt Susanne Holst-Steppat die Bildungseinrichtung. 2001 fand das Volksbildungswerk im neuen Jugend- und Kulturspeicher ein neues Zuhause. 2015 wurde das VBW in Volkshochschule umbenannt.

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