Castell

50. Casteller Weinfest: Fürstenhaus feiert mit Dorfgemeinschaft

Zurzeit feiert Castell das 50. Weinfest im Schlosspark des Fürtenhauses. Dabei erinnert die Familie daran, dass der Silvaner vor 360 Jahren in Castell Einzug hielt.
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Zum 50. Casteller Weinfest stießen die Ehrengäste mit Gastgeber Ferdinand Fürst zu Castell (2. v. r.) an. Von links: Castells Bürgermeister Jochen Kramer, die Fränkische Weinkönigin Carolin Meyer, Ex-MdL Otto Hünnerkopf, Dekan Günther Klöss-Schuster, Landrätin Tamara Bischof, Staatssekretär Gerhard Eck und seine Frau Elisabeth Eck. Foto: Andreas Stöckinger
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Traditionell eröffnete der Lauf über den Schwanberg das 50. Casteller Weinfest am Freitag. Am Samstag folgte der offizielle Teil des Jubiläums, das mit einer Dankandacht am Nachmittag im Schlosshof begann. Danach zogen die Ehrengäste mit der aus dem Casteller Ortsteil Greuth stammenden Fränkischen Weinkönigin Carolin Meyer zum Festplatz. Dort stellte Gastgeber Ferdinand Fürst zu Castell heraus: "50 Jahre Weinfest sind für uns auch ein Anlass zur Dankbarkeit."

Gleichzeitig wies er auf das Jubiläum "360 Jahre Silvaner in Franken" hin. In Castell wurde einst mit dieser Rebsorte begonnen; mit dem Silvaner sei das Haus nahezu untrennbar verbunden, wie mittlerweile die gesamte Weinregion Franken.

Vorläufer in den 1950er-Jahren

Es war 1970, als das Fürstenhaus das erste Fest im Schlosspark startete. Es entwickelte sich aus den Reitturnieren, die bereits in den 1950er- und 1960er-Jahren stattfanden. Seither ist es ein beliebter Anlass, den Ort und das Fest zu besuchen. Das stellte Staatssekretär Gerhard Eck heraus. Bis zu einer Million Gäste haben das Weinfest mittlerweile wohl besucht, rechnete er hoch.

1970 habe es nur wenige Feste dieser Art in Franken gegeben; Castell habe Maßstäbe für die Region gesetzt. Das Fürstenhaus setze nicht auf Kommerz; vielmehr stünden Fränkische Lebensart und Gemeinschaftsgeist im Mittelpunkt. Die Fürstenfamilie identifiziere sich mit den Menschen und der Region, hob Eck hervor.

Die Vorzüge des Casteller Weinfests stellte die Fränkische Weinkönigin Carolin Meyer heraus. Man habe dort schon früh das Potenzial des Schlossparks erkannt. In der Atmosphäre könne man entschleunigen. Die Musik sei eher dezent, man setze nicht auf Lautstärke, sondern auf das Ambiente. "Es ist vielleicht das schönste Weinfest Frankens", flocht Carolin Meyer Girlanden für ihre Heimatgemeinde.

Fest für Fürstenhaus und Dorfgemeinschaft

Castells Bürgermeister Jochen Kramer sagte, er erinnere sich gut an die Anfänge der Veranstaltung, sei er doch bei jedem der 50 Weinfeste dabei gewesen. "Wir Casteller lieben unser Weinfest – und das schon seit 50 Jahren. Ich habe das Fest immer als Ereignis einer Dorfgemeinschaft erlebt, bei dem die Vereine und das Dorf dahinter stehen." Von Anfang an sei die Veranstaltung gut konzipiert gewesen. Man genieße dort Gemütlichkeit und Frieden statt Stimmung und Gaudi, befand Kramer.

Für die Seniorin des Fürstenhauses, Marie-Louise zu Castell-Castell, ist die Veranstaltung  "das" Fest der Familie. Gut 100 Familienangehörige seien im Schloss zu Besuch, worüber sich die 87-jährige Seniorin besonders freute. "Es ist sicher der Höhepunkt im Jahr. Ich habe 32 Enkel und 45 Urenkel, von denen heute allein 39 da sind. Es ist für mich ein Erlebnis, sie alle mal hier zu haben." Eine Gruppe von 40 Familienmitgliedern habe tags zuvor am Schwanberglauf teilgenommen, verriet sie.

Ein Besuch des Casteller Weinfestes ist in den kommenden Tagen noch möglich. Am Wochenende 26. bis 28. Juli, wird noch einmal von Freitag bis einschließlich Sonntag gefeiert. Dazwischen findet am Mittwochabend, 24. Juli, das Benefiz-Weinfest zugunsten der Lebenshilfe statt.

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