Schwanberg
Gottesdienst

450 Christen kamen zum Schwanbergtag

Die Priorin der Communität Casteller Ring begrüßte die Besucher des Schwanbergtages mit den Worten: "Willkommen in der Arche Noah." Das hätte sie lieber nicht tun sollen.
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Kulinarisches und Begegnung - bei strahlendem Sonnenschein fühlen sich das Schwanbergspfarrer-Ehepaar Harald und Dr. Thea Vogt vor dem Neptunbrunnen im Schlosspark mit ihren Gästen sichtlich wohl. Fotos: Elli Stühler
Kulinarisches und Begegnung - bei strahlendem Sonnenschein fühlen sich das Schwanbergspfarrer-Ehepaar Harald und Dr. Thea Vogt vor dem Neptunbrunnen im Schlosspark mit ihren Gästen sichtlich wohl. Fotos: Elli Stühler
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Mehr als 450 Christen kamen am Sonntagmorgen bei strahlendem Sonnenschein zum Schwanberg-Gottesdienst auf den Kappelrangen. Doch kurz nach der Begrüßung kam ein Regenschauer und die Priorin entschloss sich kurzerhand, den Gottesdienst in die St. Michaelskirche zu verlegen.

Innerhalb kürzester Zeit wurde die Aktion vollzogen, der Posaunenchor des Dekanats Kitzingen unter der Leitung von Dekanatskantor Carl-Friedrich Meyer spielte im Eingangsbereich der Kirche und die Chorgemeinschaft des Dekanats Markt Einersheim unter der Stabführung von Kirchenmusikdirektorin Marianne Schmidt fanden im Altarraum gerade noch Platz.

Ein besonderes Erlebnis ist für die Besucher die "Offene Tür im Ordenshaus der Schwestern der Communität", welche nur einmal im Jahr und das nur für vier Stunden geöffnet ist. Schwester Gabriele Caecilie leitete die Gäste und erzählte von den persönlichen Bereichen der Schwestern im Ordenshaus. "Besonders freue ich mich, wenn draußen jemand an der Tür klopft und sagt "ich suche die Gemeinschaft mit Gott und den Schwestern". Das komme aber leider nicht so oft vor.

38 Schwestern leben in der Communität Casteller Ring am Schwanberg. An Pfingsten ist wieder eine neue Schwester in die Communität aufgenommen worden. "Wir haben auch drei Neue, die im Postulat erst ein halbes Jahr schnuppern, dann ihr Gewand bekommen und für zwei Jahre als Novizinnen in die Hausgemeinschaft aufgenommen werden", berichtete sie. Dann beginnen für sie noch einmal zwei Jahre der zeitlichen Bindung, in der sie prüfen, ob sie wirklich diesen Weg gehen wollen.

Sinneswandel

Bei einer Führung durch das Ordenshaus ist Marianne Pinta aus Schweinfurt dabei, eine ehemalige Schülerin, die 1963 am Schwanberg ihre Ausbildung zur Kinderpflegerin absolvierte. "Damals habe ich mir geschworen, ich gehe nie mehr auf den Schwanberg. Heute bin ich nach 45 Jahren das erste Mal wieder hier und mein Mann und ich haben uns bereits einen Baum im Friedwald für unsere letzte Ruhestätte gekauft", erzählte sie. "Denn hier ist für mich ein Stückchen Heimat." Den herrlichen Altarteppich an der Wand kennt sie noch aus der damaligen Michaelskapelle. Seit dem Bau der St. Michaelskirche hat er seinen Platz im Ordenhaus der Schwestern.
Eine Besonderheit in diesem Jahr war die märchenhafte Zauberei im Schlosspark. Kinder und Erwachsene lauschten den Märchenerzählungen von Sabine Meyer vom Erzähltheater Osnabrück. Mit Jonglagen und seiner Gaukelei verzauberte auch Olaf to Ossenbrügge Kinder und Erwachsene - und so mancher konnte dabei seine in sich schlummernden Fähigkeiten entdecken.

Führungen im Schlosspark mit Bärbel Faschingbauer und eine Waldführung mit Baumdoktor Udo Kaller kamen bei den Besuchern ebenfalls gut an.

Was heißt eigentlich heute gut leben?" Diese Frage stellte der Festprediger Kirchenrat Dr. Wolfgang Schürger. Er ist gleichzeitig Beauftragter für Umwelt- und Klimaverantwortung der Evangelischen Landeskirche in Bayern. Vor allem in den unteren Bevölkerungsschichten spielen nach seinen Worten ein subjektives Wohlergehen und finanzielle Unabhängigkeit eine große Rolle. "Wohlstand gilt als das Wichtigste für das heutige Leben. Das Bruttoinlandsprodukt ist das entscheidende Klientel für das Wohlergehen geworden."

Doch wandern junge Menschen ab, weil sie in ihrer Region keine Zukunft mehr sehen, dann veröden ganze Landstriche. "Unsere Jugend und unsere Gemeinden sollen es einmal besser haben im Hinblick auf die vorhandenen Ressourcen - doch nur, wenn wir sie richtig nutzen."

Die katastrophale Hochwasser-Situation der letzten Woche habe auch etwas Gutes gehabt. Zusammenhalt und unvoreingenommene und selbstlose Hilfe seien wieder zu wichtigen Werten geworden.

Schürger plädierte für die Bewahrung der Schöpfung durch biologischen Anbau und Verzicht auf den Einsatz von Agrochemie, für artgerechte Tierhaltung und umweltbewussten Einkauf. "Regionale Produkte schützen das Klima und sichern unsere Zukunft. Tragen wir dadazu bei, dass sich der Wirtschaftsraum in unserer Umgebung entwickelt."
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