KITZINGEN

400 Stimmen erklingen in St. Johannes

Kinder- und Jugendchortag der Diözese am 11. Mai in Kitzingen. Gottesdienst mit dem früheren Bischof Friedhelm Hofmann
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Noch proben sie für sich allein, am 11. Mai werden die Mitglieder des Jugendchores der Pfarrei St. Johannes gemeinsam mit 400 anderen jungen Sängern beim Diözesan-Kinderchortag in Kitzingen singen. Foto: Foto: Daniela Röllinger
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Der Blick ist auf Noten und Text gerichtet, zwischendurch geht er immer wieder nach vorn zu Christian Stegmann am Klavier. Unter der Leitung des Regionalkantors studiert der Jugendchor St. Johannes Lieder für den diözesanweiten Kinderchortag am Samstag, 11. Mai, ein. 400 junge Sängerinnen und Sänger kommen dazu nach Kitzingen.

Der Kinderchortag ist ein besonderes Event im Rahmen der kirchenmusikalischen Jugendarbeit. Gestaltet wird er vom diözesanen Kinder- und Jugendchorverband „Pueri Cantores“ und findet jedes Jahr in einer anderen Stadt in der Diözese statt. Am kommenden Samstag ist Kitzingen erstmals nach 2008 wieder Austragungsort, und so kommen Chöre aus Aschaffenburg, Bad Brückenau, Bad Kissingen, Bad Königshofen, Ebern, Eschau, Karlstadt, Kleinostheim, Lengfurt, Lohr, Miltenberg, Motten, Schweinfurt, Weilbach, Wiesentheid und Würzburg in die Stadt. Höhepunkt ist eine gemeinsame Messfeier mit Bischof em. Friedhelm Hofmann am Vormittag in der St. Johanneskirche.

Chor freut sich über Zuwachs

Seit ein paar Wochen üben die Mitglieder des Jugendchores von St. Johannes die Lieder, die sie in diesem Gottesdienst mitsingen werden. Ihr Chorleiter, Kantor Christian Stegmann, gehört dem Vorstand der „Pueri Cantores“ an. Er hat gemeinsam mit zwei Kollegen die Lieder ausgesucht und sie den teilnehmenden Chören zukommen lassen. Elf Stücke sind es, die jeder Chor alleine einstudiert. Anspruchsvolle Werke sind dabei, die den Kindern volle Konzentration abverlangen. Dem Spaß allerdings tut das kleinen Abbruch.

Bis Ende vergangenen Jahres gab es in der Pfarrei St. Johannes nur den Kinderchor. Mädchen und Jungen bis zur vierten Klasse haben dort gesungen. Es gab lange nicht genügend ältere Kinder, um einen eigenen Chor zu gründen. Weil aber im Kinderchor auch sehr junge Kinder dabei sind, war die Altersspanne recht groß, was die Auswahl der Stücke schwieriger machte, schließlich sollen die kleinen nicht über- und die größeren nicht unterfordert werden.

Seit Januar singen nun zwölf ältere Kinder im Jugendchor – und würden sich freuen, wenn bei ihren Proben freitags von 16.30 bis 17.30 Uhr weitere Jugendliche zu ihnen stoßen würden. Die Lieder sind anspruchsvoller, meist mehrstimmig. „Wir betreiben auch Stimm- und Hörbildung, damit wir bei mehrstimmigen Stücken aufeinander hören“, erzählt Theresa. All das kommt bei den Jugendlichen sehr gut an. „Das macht Spaß“, sagt Margarete. „Es ist viel besser als im Kinderchor“, findet Kira.

Die Vorfreude auf den Kinderchortag ist bei den Mädchen und Jungen groß. Viele waren schon in den vergangenen Jahren dabei, in Lohr beispielsweise, wie Kira erzählt. Da haben die jungen Sänger den neuen Bischof Franz Jung kennengelernt. Im Rahmenprogramm gab es eine Stadtrallye. „Die haben wir sogar gewonnen“, erzählt Kira. Auch außerhalb des Bistums waren sie schon bei einer Veranstaltung dabei, 2016 in Erfurt. Konrad und Florian erzählen begeistert davon, samt Kirchenführung und Eis essen war viel geboten.

Margarete freut sich schon auf dem kommenden Samstag. „Da kommen viele Busse aus dem ganzen Bistum.“ Los geht das Programm um 9.30 Uhr mit der Begrüßung und Probe in der Pfarrkiche St. Johannes in Kitzingen. Um 11 Uhr startet die Messfeier mit Bischof em. Friedhelm Hofmann. Anschließend gibt es Mittagessen im Dekanatszentrum. Gegen 13.30 Uhr startet das Freizeitprogramm. „Man kann eine Stadtrallye machen, die Feuerwehr besuchen oder das Fastnachtsmuseum“, zählt Theresa einige Punkte auf. Wer lieber alleine unterwegs ist, kann sich die Zeit beispielsweise beim Geocashing vertreiben.

Auch wenn die Kirche am Vormittag alleine mit den 400 jungen Sängerinnen und Sängern sowie ihren Begleitern schon ziemlich voll sein wird – die Öffentlichkeit hat trotzdem Gelegenheit, die Kinder und Jugendlichen zu erleben: Um 16.30 Uhr beginnt ein öffentliches Friedensgebet auf dem Marktplatz mit dem Generalvikar des Bistums Würzburg, Thomas Keßler. „Da wird auch nochmal gesungen“, verspricht Kantor Christian Stegmann. Er weiß, dass Veranstaltungen wie der Kinder- und Jugendchortag eine Möglichkeit darstellen, Kinder für den Glauben und die Kirche zu begeistern. „Das ist mit die Aufgabe der Kirchenmusik.“

Pueri Cantores

Kinder singen: Der Chorverband versteht sich als erster Ansprechpartner für die musikalische Persönlichkeits- und Glaubensbildung junger Menschen, ist auf der Homepage von „Pueri Cantores Deutschland“ zu lesen. Er besteht seit 1951 und wird heute von ca. 470 katholischen Chören (Knabenchöre, Mädchenchöre, Kinderchöre, Jugendchöre und Scholen) mit mehr als 20.000 Sängerinnen und Sängern getragen. Der Chorverband möchte laut Satzung „die kirchlichen Knaben-, Mädchen-, Kinder- und Jugendchöre, -kantoreien und -scholen in Deutschland in ihrer musikalischen, religiösen, liturgischen, kulturellen und erzieherischen Arbeit unterstützen … und Austausch, Begegnungen und Partnerschaften zwischen Chören, ihren Leitern, Sängerinnen und Sängern auf diözesaner, nationaler und internationaler Ebene fördern“. Die drei Säulen der Arbeit von Pueri Cantores sind Lob Gottes, Begegnung in Freundschaft und Einsatz für den Frieden. Info: www.pueri-cantores.de
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