Weil er seiner von Bauchkrämpfen geplagten Freundin einen Gefallen tun wollte und sich ohne Führerschein hinters Steuer eines Autos setzte, landete ein 20-Jähriger gemeinsam mit der Frau jetzt vor dem Jugendgericht. Die Beiden fanden einen milden Richter. Der stellte das Verfahren gegen 40 Stunden Soziale Hilfsdienste ein.

Es war eine sehr kurze Fahrt, die das Pärchen vor Gericht brachte. Die beiden waren in Würzburg essen und anschließend in einer Bar. Als es gegen Mitternacht wieder nach Hause gehen sollte, wurde die Frau plötzlich von Bauchkrämpfen geplagt. „Ich habe mir nichts dabei gedacht“, sagte sie auf die Frage, warum sie ihren Freund gebeten hat, die Heimfahrt zu übernehmen. Das Problem: Der junge Mann stand zwar eine Woche vor der Führerscheinprüfung, hatte den aber noch nicht.

Die Fahrt war nach zehn Metern vorbei. Weil das Auto in einer Straße bei einer Klinik unterwegs war, die nachts für Fahrzeuge gesperrt ist, fiel das Auto einer Streife auf. Die Fahrt des Mannes war vorbei, die Frau übernahm trotz der Bauchschmerzen die Heimfahrt, was aber nichts an der Anzeige änderte. Damit landeten die zwei vor dem Jugendrichter: Die Frau wegen des Zulassens des Fahrens ohne Fahrerlaubnis, der Mann wegen des Fahrens ohne die Erlaubnis.

Dort waren sich Richter und Staatsanwalt schnell einig. Die Umstände, die nicht vorbelasteten Angeklagten und die Tatsache, dass nur zehn Meter zurückgelegt wurden, sprachen für eine Einstellung des Verfahrens. Den Vorschlag des Richters nahmen die beiden sofort an. Die 40 Stunden wollen sie so schnell wie möglich erledigen. Damit ist die Sache für sie vorbei.