Ursprünglich wollten sie einen Bauernhof haben, Brigitte Stumpf und ihr Mann - schließlich kam der aus der Landwirtschaft. Der Bürgermeister hat ihnen ein über 3000 Quadratmeter großes Grundstück angeboten - genau richtig. Ein Acker, auf dem Mais angebaut wurde, war das damals, vor 34 Jahren. Aus dem Bauernhof wurde nichts und so hat sich das Ackerland nach und nach zu einem wunderschönen Garten entwickelt. "Es war Zufall und überhaupt nicht so geplant", sagt Brigitte Stumpf.

Die 61-Jährige hat Industriekauffrau gelernt und hatte früher mit Gärten nicht viel am Hut. Im Lauf der Jahre wurde sie langsam zur Hobby-Gärtnerin. 2004 hat das Amt für Landwirtschaft dann eine Ausbildung zur Gartenbäuerin angeboten. "Ursprünglich war das Angebot nur für Bäuerinnen mit Hof gedacht. Doch es war nicht so der große Andrang auf diesen Lehrgang", erzählt Brigitte Stumpf. In der Zeitung habe sie gelesen, dass das Angebot erweitert wurde und so konnte auch sie sich ausbilden lassen.

Insgesamt 130 Stunden, über ein Jahr verteilt, wurde den Bäuerinnen und Hobby-Gärtnerinnen beigebracht, wie man einen Garten hält, ihn vermarktet, eine Existenz gründet und vieles mehr. "Am Ende der Ausbildung haben wir ein Zertifikat bekommen. Das braucht man, um Geld damit verdienen zu dürfen", erklärt die 61-Jährige. Mit diesem Zertifikat kann man in verschiedene Richtungen gehen. Brigitte Stumpf hat sich für Gartenführungen und Eventmanagement entschieden. Seit ungefähr vier Jahren macht die 61-Jährige Gartenführungen für Obst- und Gartenvereine, Landfrauen oder jegliche andere Interessenten. Diese Führungen können je nach Interesse ein bis zwei Stunden dauern. "Manchmal sind Leute dabei, die zu allem eine Frage haben, dann dehnt sich das, weil ich natürlich darauf eingehe", erzählt Brigitte Stumpf. Zusätzlich stellt sie ihren Garten für Events wie Geburtstage, Betriebsfeste oder ähnliches zur Verfügung.

Essen aus dem Holzbackofen


Damit es am leiblichen Wohl nicht fehlt, können dank dem Holzbackofen verschiedene Gerichte zubereitet werden. Die 61-Jährige hat auch schon ein großes Gartenkunstfest veranstaltet. "Es waren 800 Besucher da, das war zwar anstrengend, aber auch toll." Bei all dem Engagement rund um das Thema Garten war es für Brigitte Stumpf selbstverständlich, dass sie 2011 bei der Gartenschau in Kitzingen mitgemacht hat. Und ihre letzte Gartenschau wird das gewiss nicht gewesen sein.

Wie es der Zufall so will, kennt Brigitte Stumpf den Chef des Amtes für Landwirtschaft. "Er hat schon hier gegessen und kennt den Garten. Er meinte, es wäre doch toll, wenn sich die Gärtnerbäuerinnen im Landkreis Würzburg vorstellen könnten", erzählt sie. Und so kam es, dass der Regierungspräsident von Unterfranken, Paul Beinhofer, seine landwirtschaftliche Informationsfahrt durch Franken am Mittwoch bei Brigitte Stumpf in Gnodstadt ausklingen ließ. Diese Fahrt ging in Würzburg los, führte über Giebelstadt und Röttingen und endete in Gnodstadt. Den Teilnehmern wurde die landwirtschaftliche Vielfalt im Würzburger Landkreis gezeigt.

Sieben Teiche


Auch den Garten der 61-Jährigen leidenschaftlichen Gärtnerin konnten sie sich anschauen. Vorbei an zwei blauen Friedensschafen geht es zu den Zitruspflanzen. "Ich koche aus den Zitronen Marmelade ein. Die esse ich selbst, verkaufe oder verschenke sie", verrät Brigitte Stumpf. Sie führte die Gruppe weiter vorbei an einem Urwaldmammutbaum, einem Trompetenbaum und anderen Bäumen, Stauden und Palmen. "Das Besondere an diesem Garten ist, dass wir 100 Kübelpflanzen und ausgefallene Stauden haben, die man nicht in jedem Garten findet", erklärt sie stolz. Der Garten hat insgesamt sieben Teiche, wobei der Schwimmteich mit Abstand der größte ist. Nach der kleinen Führung konnten die Gäste Braten aus dem Holzbackofen zusammen mit verschiedenen Salaten, Wein, Bier, Sekt oder Wasser genießen.

So ein Garten macht sich natürlich nicht von selbst. "Es ist ein Naturgarten, doch auch ein Naturgarten macht Arbeit", erzählt die 61-Jährige. Wenn es nicht regnet, muss sie ihren Garten von März bis September jeden Tag gießen. Alleine das dauert eine Stunde. "Drei bis vier Mal die Woche arbeite ich bis zu fünf Stunden in meinem Garten." Für den Besuch des Regierungspräsidenten hat sie ihren Garten nochmal extra auf Vordermann gebracht. Das hat sogar noch mehr Arbeit gemacht als an normalen Tagen, denn der Sturm am Wochenende hatte dem Garten ganz schön zugesetzt, wie Brigitte Stumpf berichtet. An drei Bäumen waren Äste abgebrochen, die Wege mussten frei gemacht und Sträucher und Stauden zurückgeschnitten werden.

Bei all der Arbeit, wäre da nicht mal Urlaub angebracht? "Mehr als drei oder vier Tage gibt uns der Garten einfach nicht frei", sagt sie mit einem Lachen, und deshalb steht Urlaub auch erst im Herbst oder Winter an.