LANDKREIS KITZINGEN

30 Meter Radweg für eine halbe Million?

Der Landkreis steckt viel Geld in die Sanierung und den Neubau von Kreisstraßen. Manchmal sagen die Kreisräte aber auch Nein.
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Wo das Grüngut begehrt ist: Eine Sitzung im Betriebsgebäude der Kompostanlage im Klosterforst hielt der Umwelt-, Verkehrs- und ÖPNV-Ausschuss des Kreistags am Mittwochnachmittag ab. Nach den Informationen über Kompostanlage und Deckenbau besichtigte man die Kompostanlage unter Führung von Betriebsleiter Nikolaus Schneider. Foto: Foto: Winfried Worschech

Beim Treffen des Umwelt-, Verkehrs- und ÖPNV-Ausschusses des Landkreises am Mittwochnachmittag im Betriebsgebäude der Kompostanlage ging es auch um Decken- und Brückenbau des Landkreises. Die wichtigsten Vorhaben erläuterte der Abteilungsleiter für Hoch- und Tiefbau, Matthias Will. Er betonte, dass man die Projekte in Pakete aufteile, um die Verkehrsbelastung durch Umleitungen möglichst gering zu halten, „und auch mit Blick auf die preisliche Entwicklung“.

So stehe in den Sommerferien der Deckenbau für Straßen zwischen Tiefenstockheim und Herrnsheim, Gaibach und Zeilitzheim, Eichfeld und Rimbach, Prichsenstadt und Kirchschönbach, der Lückenschluss zwischen Iphofen und Willanzheim und die Ortsdurchfahrt Ebersbrunn auf dem Programm: „Insgesamt wird der Landkreis in diesem Jahr rund 8,5 Kilometer erneuern und dafür rund 730 000 Euro aufbringen“.

Neue Brücke über Reiche Ebrach

Derzeit im Bau ist die neue Brücke über die Reiche Ebrach bei Hohnsberg, was rund 380 000 Euro kosten wird. „Ich hoffe, die Hohnsberger wissen die hohe Ausgabe zu schätzen“, bemerkte Landrätin Tamara Bischof. Die Straße zwischen Wiesentheid und Untersambach wird voraussichtlich 2017 erneuert, „da ist noch eine Abstimmung zwischen Landkreis und Wasserwirtschaftsamt wegen des Wasserschutzgebiets notwendig“, sagte Bischof. Ebenso seien noch Gespräche zwischen dem Kreis und der Autobahndirektion wegen des Neubaus der Brücke zwischen Kleinlangheim und Haidt im Zuge des Ausbaus der A 3 nötig.

War beim Neubau der Brücke zwischen Großlangheim und Hörblach beim Ausbau der A 3 noch von einem Betrag von rund 140 000 Euro für einen Radwegstreifen auf der Brücke die Rede, so würden jetzt von der Direktion Zahlen von rund 500 000 Euro genannt. Grundsätzlich unterstütze der Landkreis den Radwegebau „und es wäre gut, wenn bei dieser Brücke ein Radweg dazu käme, aber eine halbe Million für vielleicht 30 Meter Radweg ist nicht zu bezahlen“, meinte die Landkreischefin. Zudem lehne der Schwarzacher Gemeinderat einen Radweg mit solchen Kosten ab.

Landwirtschaftliche Wege in Richtung Bibergau und Kreisstraße habe man so ausgebaut, dass die Entwässerung funktioniere und Hochwasser durch starke Gewitterregen abgewendet würden.

Aus diesem Grunde habe man auch entsprechende Hinweise zum Ausbau der B 22 gegeben, „damit bei Regen nicht das Wasser der B 22 auf die Kreisstraße und in Richtung Bibergau läuft“, gab die Landrätin bekannt.

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