Schwarzenau

24 Fohlen von der Schokoladenseite

Ein bisschen nervös wirkte er schon, der junge Hengst, als er neben seiner Mutter hertraben und mit ihr zusammen eine möglichst gute Figur abgeben sollte.
Artikel drucken Artikel einbetten
Fohlenschau Schwarzenau 2018. Die Stute Soleil de Coeur und ihr vier Monate alter noch namenloser Hengst drehen ihre Runden auf dem Parcours.

Ein bisschen nervös wirkte er schon, der junge Hengst, als er neben seiner Mutter hertraben und mit ihr zusammen eine möglichst gute Figur abgeben sollte.

Gerade mal vier Monate ist er alt, einen Namen hat er noch nicht, und wie es sich für ein leicht nervöses Fohlen gehört, leistete er sich die ein oder andere kleinere Sache: mal war er schneller, mal langsamer als die (an der Trense geführte) Stute, mal wurden die Blüten in den bunten Blumenkübel einem Geschmackstest unterzogen und mit Gras verglichen, dann wieder war der junge Hengst das reinste Lamm und zeigte sich von seiner Schokoladenseite.

Genau so, wie es sich für eine Fohlenschau gehört, zu der der Pferdezuchtverband Franken wie immer im Sommer nach Schwarzenau eingeladen hatte. 24 junge Hengste und Stuten standen zur Auktionsauswahl an, allesamt Warmblüter, und den ganzen Samstagnachmittag ging es auf dem Platz neben dem Campingplatz hoch her.

Es standen auch nicht nur die Fohlen und einige Stuten zur Prämierung mitsamt Kennzeichnung und Stutbucheintrag auf dem Programm. Das Ganze, sagt Peter Lindner, Leiter des Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum für Schweinehaltung Schwarzenau, „hat sich zu einem kleinen Volksfest entwickelt, zu dem Pferdezüchter aus ganz Unterfranken und darüber hinaus nach Schwarzenau kommen“. Entsprechend hat sich auch ein Schauprogramm etabliert, das mehr ist als nur ein Pausenfüllern zwischen zwei Blöcken Fohlenauswahl.

Wovon sich die Fohlen insgesamt nicht großartig beeindrucken ließen. Unter den wohlwollenden, aber durchaus strengen Blicken der drei Prüfer Cornelia Back, Georg Ochs und Rainer Herbst durften und sollten sie das sein, was sie sind, nämlich junge Pferde. Für die Organisation war einmal mehr der Pferdezuchtverein Schwarzenau verantwortlich, angeführt vom Vorsitzenden Günter Fendel, und wie immer verlief die gesamte Veranstaltung wie am Schnürchen.

Mit dabei war auch Christian Graf, Leiter der Deckstation Schwarzenau, und das große Miteinander zeigt, wie sehr diese drei miteinander verbunden sind. Deshalb ist auch diese Fohlenschau das, als was Lindner sie bezeichnete: als „wichtigen Termin im Jahreskalender eines jeden Pferdefreundes und -züchters“.



Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.