Im nächsten Jahr soll in Castell gefeiert werden. Die Gemeinde, die 816 erstmals urkundlich erwähnt wurde, will ihr 1200-jähriges Jubiläumsjahr im größeren Rahmen begehen. Zum Geburtstag ist nicht nur das Fest-Wochenende am 4. und 5. Juni 2016 vorgesehen. Rund um diesen Termin werden etliche Veranstaltungen geboten, die im Zeichen des Jubiläums stehen.

Dass in der idyllisch am Fuß des Schlossbergs gelegenen Gemeinde viel Geschichte steckt, ist bekannt. Erstmals taucht der Name der Ortschaft Castell im Jahr 816 auf einer Schenkungsurkunde auf. Und so wird eine Brücke aus der Geschichte in die Gegenwart 2016 gespannt, an der möglichst viele Casteller mitwirken sollen.

Um das umzusetzen, macht sich eine Gruppe mit zwölf Bürgern bereits seit Juli 2014 Gedanken, was das Programm und mögliche Veranstaltungen betrifft. Bunt gemischt ist der Personenkreis um Bürgermeister Jochen Kramer, jüngere wie ältere Casteller sind dabei, Alteingesessene, wie auch Zugezogene. Die Mitglieder treffen sich regelmäßig, um zu organisieren und zu planen. „Grundidee ist, dass 2016 ein ganzes Festjahr wird. Es soll über den Jahresverlauf hin Veranstaltungen geben“, sagt, Bürgermeister Jochen Kramer.

Möglichst viele Bürger sollen sich in irgend einer Form mit beteiligen, lautet ein Wunsch. „Wir wollen alle Bürger erreichen. Jeder Haushalt, jede Person, jeder Casteller kann involviert sein“, sagte Christine Jaletzke, eine der Mit-Organisatorinnen. Als erste Aktion wurde das Gestalten eines eigenen Logos für die 1200-Jahr-Feier im Mitteilungsblatt ausgeschrieben. Die Beteiligung war erstaunlich gut, zwölf Vorschläge von neun Personen gingen ein. Als Logo wurde ein Vorschlag von Richard Fuchs ausgesucht. Für das Programm liegen bereits einige Eckpunkte fest. Auftakt für das Jubiläumsjahr soll der Neujahrsempfang der Gemeinde sein, der traditionell am 6. Januar ist.

„Jeder Haushalt, jede Person, jeder Casteller kann involviert sein.“
Christine Jaletzke Mitorganisatorin

Der Höhepunkt sind die Festtage am ersten Wochenende im Juni. Da begeben sich die Casteller zurück ins Mittelalter. Geplant ist ein großer, mittelalterlicher Markt mit einem Ritterturnier und Ritterspielen im Schlosspark. Mit dem Markt solle eine Brücke von der Vergangenheit Castells in die Gegenwart geschlagen werden.

Zur Vorbereitung und Umsetzung des Spektakels holte sich der Arbeitskreis dieser Tage einige Tipps aus Giebelstadt. Sabine Schnurrer und Detlef Seliger von den Florian-Geyer-Spielen erklärten und beantworteten manche Fragen und unterstützen bei den Planungen.

Für den Fest-Sonntag am 5. Juni ist neben dem mittelalterlichen Treiben im Schlosspark ein Festzug vorgesehen. In Castell will die Theatergruppe an verschiedenen historischen Stätten wie am Wildbad oder am Gebäude der Bank kurze historische Szenen spielen. In dieses Programm eingebunden ist die erste Nennung der Weinlage Castell vor 750 Jahren. Weitere Veranstaltungen werden noch hinzukommen.

Im Festjahr ist außerdem ein Flurgang für die Bevölkerung der gesamten Gemeinde vorgesehen. Castell will an seine Gemeinde-Grenzen gehen, bei dem Umgang soll in jedem der drei Orte, also in Castell, Greuth und Wüstenfelden, je ein Baum gepflanzt werden, der an das Jubiläum erinnert.

Und auch die Vereine sind mit im Boot. So will beispielsweise der Männergesangverein ein Konzert veranstalten. Die Kulturgemeinde Castell plant neben einem Wandelkonzert im Frühjahr weitere musikalische Aufführungen. Dazu wird der unterfränkische Kirchentag am 19. Juni 2016 in Castell sein. Die Weinprinzessin wird an Pfingsten gekrönt.

Der gesamte Ort will sich herausputzen. Unter dem Motto „Castell blüht auf“ sollen an den Häusern oder in den Gärten möglichst viele Blumen in den Casteller Farben rot und weiß sprießen. Die Häuser können mit Gemeindefahnen in den Casteller Farben rot und geschmückt werden, eigens dazu soll es im Vorfeld eine Bestell-Aktion von Ortsfahnen geben.

Zum Jubiläum werden eigens Postkarten entworfen. Wie viele verschiedene es geben wird und welche Motive ausgewählt werden, das ist nur ein Teil dessen, was der Arbeitskreis zur Vorbereitung des Fests noch festlegen muss.