LANDKREIS KITZINGEN

2013 war ein extremes Rübenjahr

Das Internet hat Vertrauensleuten wie Martin Biegner (Geesdorf) und Mathias Möhler (Oberspiesheim) in den vergangenen Jahren die Arbeit enorm erleichtert. „Viele Landwirte nutzen das Online-Angebot bei der Saatgutbestellung“, erklärt Biegner.
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Die Goldene Zuckerrübe: Martin Biegner (Geesdorf, Zweiter von links) und Mathias Möhler (Oberspiesheim, Dritter von links) erhielten die Ehrennadel des Verbands Fränkischer Zuckerrübenbauer und der Südzucker von Rainer Schechter (Geschäftsbereichsleiter bei Südzucker, links) und Jochen Fenner (Verbandsvorsitzender, rechts). Foto: Foto: Peter Pfannes

Das Internet hat Vertrauensleuten wie Martin Biegner (Geesdorf) und Mathias Möhler (Oberspiesheim) in den vergangenen Jahren die Arbeit enorm erleichtert. „Viele Landwirte nutzen das Online-Angebot bei der Saatgutbestellung“, erklärt Biegner.

Früher kaufte er per Sammelbestellung für die Landwirte ein. Biegner und Möhler sind seit 18 Jahren Vertrauensmänner beim Verband Fränkischer Zuckerrübenbauer und Südzucker. Bei der Winterversammlung im Sportheim in Schallfeld wurden die beiden engagierten Vertreter für ihre langjährige Tätigkeit mit der „Goldenen Zuckerrübe“ ausgezeichnet. Die Ehrennadeln und Urkunden des Verbandes und der Südzucker AG überreichten Jochen Fenner (Verbandsvorsitzender) gemeinsam mit Rainer Schechter (Leiter Geschäftsbereich Zucker/Rüben der Südzucker).

„Das Rübenjahr 2013 war ein extremes.“ Im Rückblick auf das vergangene Jahr nannte Fenner die Wetter- und Stimmungsschwankungen. Für ein Wechselbad der Gefühle sorgten eine „kalte Saat mit Feldaufgangsproblemen“ und schwierige Erntebedingungen. Dank der Feuchtigkeit, gesunder Blätter, langer Vegetation und später Rodung sei der Ertrag überraschend gut gewesen. Fenners Fazit: „Die Herausforderung dieser Ernte wurde mit großem Einsatz aller Akteure bestens gemeistert.“

Die Rübenerträge lagen in den Landkreisen Schweinfurt und Kitzingen mit 62,1 beziehungsweise 69,4 Tonnen je Hektar unter dem Durchschnitt des Einzugsgebiets Ochsenfurt (70,7). Das Marktumfeld hat sich laut Fenner vom Rekordniveau des Vorjahres nach unten bewegt. Die Rübenpreise seien noch gut.

Auch Martin Biegner war mit den Rübenerlösen in den letzten Jahren zufrieden. „Bei den Preisen können wir uns nicht beschweren“, sagt der routinierte Vertrauensmann, dessen Hauptaufgabengebiet heute in der Organisation der Zuckerrübenabfuhr liegt.

Laut Rainer Schechter liegen die Zuckererträge in den deutschen Anbaugebieten der Südzucker mit 69,5 Tonnen Zuckerrüben pro Hektar und 17,9 Prozent Zuckergehalt auf durchschnittlichem Niveau. Das gilt auch für den Zuckergehalt in den Landkreisen Schweinfurt (17,9) und Kitzingen (17,7). Die Zuckererzeugung einschließlich der Raffination von Rohzucker wird nach Schechters Prognose mit voraussichtlich 4,7 Millionen Tonnen (Vorjahr 4,9) etwas geringer ausfallen. Die Kampagne dauerte 102 Tage (Vorjahr: 112).

Nachhaltigkeit gewinne weiter an Bedeutung, so Schechter. Deshalb arbeite Südzucker Hand in Hand mit der Natur und setze auf den ressourcenschonenden Anbau landwirtschaftlicher Kulturen. „Nachhaltiges Wirtschaften bedeutet eine Balance zwischen ökonomischen, ökologischen und gesellschaftlichen Zielen.“

Schechter ging auf die Neuerungen im EU-Raum ein. Ab dem Jahr 2017 entfallen die Quotenregelung und der festgelegte Rübenmindestpreis. „Damit endet ein bewährtes System nach 49 Jahren.“ Laut Schechter garantieren Quotenregelung und Rübenmindestpreis zurzeit Marktstabilität und Versorgungssicherheit für alle Beteiligten. Durch die ab 2017 entfallenen Marktinstrumente würden die Mengen- und Preisschwankungen zunehmen. Die Zuckerwirtschaft müsse kurzfristig auf Marktveränderungen reagieren, obwohl der Rübenanbau einen Vorlauf auf den Zuckerverkauf von bis zu 30 Monaten erforderlich macht. „Rübenanbauer und Südzucker sehen trotz aller Herausforderungen gute Chancen, sich auch in Zukunft in dem härteren weltweiten Wettbewerb behaupten zu können“, fällt Schechters Blick nach vorne zuversichtlich aus.

Weiter behaupten will sich auch Martin Biegner. Mit 30 Jahren wurde der verheiratete Landwirt als Nachfolger von Ewald Kober zum Vertrauensmann gewählt. Drei Wahlperioden hat er schon hinter sich und ihm macht die Arbeit nach wie vor Spaß. Bald stehen die Neuwahlen an. „Wenn ich wieder das Vertrauen erhalte, dann mache ich gerne weiter.“

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