KALTENSONDHEIM

20 Bauplätze für Kaltensondheim

Biebelrieds Ortsteil Kaltensondheim ist auf Wachstumskurs: Etwa 20 Bauplätze sollen in einem neuen Baugebiet entstehen, das „Zentlänge“ heißen wird und dessen Fläche der Biebelrieder Gemeinderat am Dienstag in seiner Sitzung in Kaltensondheim absteckte.
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Biebelrieds Ortsteil Kaltensondheim ist auf Wachstumskurs: Etwa 20 Bauplätze sollen in einem neuen Baugebiet entstehen, das „Zentlänge“ heißen wird und dessen Fläche der Biebelrieder Gemeinderat am Dienstag in seiner Sitzung in Kaltensondheim absteckte.

Demnach wird sich das Gebiet am Ortsausgang (Richtung Westheim) südlich der Staatsstraße (Westheimer Straße) erstrecken. Im Osten grenzt die Fläche zum Teil an das Wohngebiet „An der Marter“.

Wie Matthias Pröstler vom Planungsbüro Arz (Würzburg) in der Sitzung erläuterte, werde das Gebiet eine Gesamtfläche von rund 17 000 Quadratmetern haben, 10 600 Quadratmeter stünden für etwa 20 Bauplätze zur Verfügung. Der Rest werde für Verkehrs- und Grünflächen benötigt.

Zweitbeste Lösung

Die Lage des neuen Gebietes ist sozusagen die zweitbeste Lösung. Denn eigentlich hatte man in der Gemeinde vorgehabt, die neuen Bauplätze westlich des Gebietes „An der Marter“ anzuschließen, was zumindest aus ortsplanerischer Sicht besser gewesen wäre. Dem standen jedoch einerseits eine in dem Gebiet verlaufende Stromtrasse und ein nahe gelegener Schreinereibetrieb entgegen.

Hierfür hätten sich womöglich Lösungen ergeben. Andererseits wurde die Planung wohl durch größtenteils erfolglose Verhandlungen der Gemeinde mit den Grundstücksbesitzern verhindert. Die Gemeinde hatte einen Kaufpreis von 16 Euro pro Quadratmeter angeboten, der Gemeinderat hatte den Preis für nicht verhandelbar erklärt. „Aber nicht alle Grundstückseigentümer haben das Angebot akzeptiert“, sagte Bürgermeisterin Renate Zirndt in der Sitzung. Somit habe man nach Norden ausweichen müssen, wo die Gemeinde schließlich knapp 18 000 Quadratmeter erwerben konnte.

Über den Geltungsbereich des Baugebietes gab es im Rat dann einige Diskussionen. Nach der Vorstellung der Planer sollte das jetzt ausgewiesene Terrain nur der Auftakt zu einem größeren Baugebiet sein, das sich südlich und westlich der „Zentlänge“ anschließen würde. Entsprechend hatte das Büro auch erste Entwürfe für Grundstückszuschnitte und Straßenverläufe geliefert, letztere teils als Stichstraßen, die dann später vervollständigt werden könnten.

Das war der Punkt, an dem sich Ratsmitglied Manfred Kleinschrodt sehr pointiert in die Debatte einbrachte. „Das ist für mich kein gutes Konzept“, sagte er den Planern ins Gesicht. Der Grund: Er rechne nicht damit, dass es in Kaltensondheim in absehbarer Zeit einen größeren Bedarf als die jetzt geplanten 20 Bauplätze geben wird. „Das wird dann derselbe Murks wie in Biebelried“, sagte er. Dort gebe es auch bis heute Stichstraßen, die Probleme im Begegnungsverkehr bereiten würden.

Weniger Festsetzungen

Gemeinderätin Andrea Czech sah das zum Teil anders. Sie forderte, im Geltungsbereich des künftigen Gebietes auch eine im Gemeindebesitz stehende Restfläche zu berücksichtigen, die im Südwesten des Gebietes liegt. „Wir haben Geld für die gesamte Fläche ausgegeben, also sollten wir sie auch insgesamt im Geltungsbereich lassen“, fand sie.

Die Idee, an das von den Planern vorgeschlagene Gebiet sozusagen noch ein Anhängsel im Westen „anzukleben“, fand im Gremium anschließend allerdings keine Mehrheit, nur zwei Stimmen gab es dafür. Die Mehrheit stimmte für den vom Büro vorgeschlagenen Geltungsbereich und beschloss die Aufstellung eines Bebauungsplanes. Mit dessen Festsetzungen sowie der Planung von Grundstücken und Straßenverläufen wird sich der Rat voraussichtlich in seiner nächsten Sitzung beschäftigen. Die Zahl der Festsetzungen wird nach Aussage der Planer wohl geringer sein als bei früheren Baugebieten.

Was den Zuschnitt der Grundstücke betrifft, soll nach Auffassung von Bürgermeisterin Zirndt Vielfalt herrschen: „Wir sollten für alle Wünsche und Bedarfe Bauflächen anbieten. Also keine Gleichmacherei mit 500 Quadratmetern, sondern kleinere und größere Grundstücke in einem guten Verhältnis.“ Festlegen will die Gemeinde laut Zirndt auch ein Baugebot, also eine im Kaufvertrag festgelegte Frist, in der die Grundstücke bebaut sein müssen.

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