LANDKREIS KITZINGEN

17 Gärten warten auf die Besucher

Mechthild Engert ist Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landespflege und organisiert den „Tag der offenen Gartentür“. Sie weiß, was die Besucher erwartet.
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Ein Blick über den Zaun
(fw) Zum 16. Mal findet am 28. Juni der „Tag der offenen Gartentür“ statt, veranstaltet von der Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege und dem Kreisverband der Gartenvereine Kitzingen. Wer sein Garten-Paradies der Öffentlichkeit zeigen will, kann sich bis 20. Februar bei Mechthild Engert, Kreisfachberaterin für Gartenkultur, melden. Telefonisch (09321) 9 28 42 05 (vormittags), E-Mail an mechthild.engert@kitzingen.de. Foto: Foto: Landratsamt

Mechthild Engert ist Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landespflege am Kitzinger Landratsamt. Zum von ihr organisierten „Tag der offenen Gartentür“ am kommenden Wochenende ein paar Fragen durch die Blume.

Frage: Wie würde ihr Traumgarten aussehen?

Mechthild Engert: Mein Traumgarten ist eine Mischung aus präziser Planung und wilder Natur.

Wie steht's um Ihren grünen Daumen?

Engert: In meinem eigenen Garten liebe ich Experimente, mit verschiedensten Pflanzen, mit unterschiedlicher Pflege. Nicht immer will der Garten so wie ich. Ich lasse mich mittlerweile gerne überraschen, denn oft kommt es besser als gedacht. Ich säe fast alles selber aus und lasse Pflanzen sich selbst verbreiten. Heuer hat eine der ersten Strauchpfingstrosen geblüht, die ich vor fünf Jahren ausgesät hatte.

Teilnehmer für den Aktionstag

Wie schwer ist es, Gartenbesitzer zu finden, die mitmachen?

Engert: Es drängt sich niemand auf, Gärtner sind oft selber ihre größten Kritiker. Und es ist ein großer Schritt, den eigenen Garten Fremden zu zeigen. Weil ich weiß, wie wertvoll es für viele ist, Gärten in der Nachbarschaft zu besuchen, spreche ich mittlerweile Gartenbesitzer das ganze Jahr über an. Viele Besucher berichten mir später von ihren Eindrücken, welche wichtigen Anregungen sie für ihren eigenen Garten mitgenommen haben. Ich hoffe dann immer, dass die Gartenbesitzer es auch schon während des Tages selber zu spüren und zu hören bekommen, wie schön der Austausch zwischen Gärtnern ist.

Wie werden die Gärten ausgewählt?

Wie viele sind diesmal dabei?

Engert: 17 ganz unterschiedliche Gärten, fast über den ganzen Landkreis verteilt.

Gibt es Auswahlkriterien?

Engert: Ja, vom gärtnerischen her ist die Richtschnur, dass der Garten zum Ort passen muss. Wichtig sind oft die Gärtnerpersönlichkeiten, ihre Ideen und ihre Gartenphilosophie. Und ganz praktisch soll jedes Jahr eine Vielfalt von Gärten gezeigt werden, es sollen sich die Wege lohnen, die die Besucher fahren. Schön ist es, wenn benachbarte Gärten öffnen, denn es ist verblüffend, wie unterschiedlich mit den gleichen Ausgangsbedingungen gegärtnert werden kann.

Sportliches Vorhaben

Wie viele Gärten werden Sie besuchen?

Engert: Ich versuche, alle zu besuchen, was ein ziemlich sportlicher Vorsatz und nicht unbedingt nachahmenswert ist. Dafür habe ich bereits eine Route überlegt. Eine Hilfe zur Routenplanung gibt es unter www.kitzingen.de/offene-gaerten.

Seit wann gibt es die Veranstaltung?

Engert: Im Landkreis Kitzingen gibt es den Tag der offenen Gartentür seit 1998. Die Idee geht auf den 'National Garden Scheme' in England zurück, eine Wohltätigkeitsorganisation, die 1927 gegründet wurde.

Wie viele Besucher kommen im Schnitt?

Engert: Das ist sehr unterschiedlich, von einigen 100 bis weit über 1000 Besucher gab es schon alles.

Bisher kaum Schäden zu bemängeln gewesen

Musste schon mal wegen Überfüllung geschlossen werden?

Engert: Nicht, dass ich wüsste! Die Besucherströme regeln sich selber und es bleibt überschaubar. Auch verteilen sich Besucher gut, wenn viele Gärten teilnehmen.

Wer kommt für mögliche Schäden auf?

Engert: Wie immer haftet der Verursacher für Schäden. Die Besucher sind Gartenliebhaber und verhalten sich sehr umsichtig. Bisher gab es zum Glück keine größeren Schäden zu beklagen.

Ein Friedhof als Garten?

Wie kam es, dass diesmal auch ein Friedhof mit dabei ist?

Engert: Es erscheint vielleicht auf den ersten Blick ungewöhnlich. Friedhöfe sind die 'Gärten der Ewigkeit'. Sie sind eingefriedet, hier wird gärtnerisch gepflanzt, gepflegt und gestaltet. Gleichzeitig sind es die wichtigsten Gärten einer Gemeinde. Auf den Friedhöfen begegnet man sich, ohne sich verabreden zu müssen. Der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Kitzingen hat sich im vergangenen Jahr sehr mit den Friedhöfen im Landkreis befasst. Der Friedhof an der Bergkirche in Hohenfeld ist der älteste Friedhof im Landkreis, ein beeindruckender, sehr schöner Ort. Den Mitgliedern des Ortsverschönerungsvereins Hohenfeld ist seine Gestaltung ein großes Anliegen.

Ihr schönster Spruch über Gärten?

Engert: Es wächst im Garten mehr, als man gesät hat.

Ein Geschenk der Natur

Weshalb begeistern uns Gärten?

Engert: Ich denke, weil Gärten unmittelbar zeigen, was wir erschaffen können, wenn wir uns einer Sache verständnisvoll zuwenden, dabei aber nichts erzwingen können. Der eigentliche Garten ist eine Überraschung, ein Geschenk.

Warum ist Kitzingen ein Gartenlandkreis?

Engert: Hier wird seit tausenden von Jahren gegärtnert, unter sehr günstigen klimatischen Bedingungen. Mönche und Landesherren brachten von weither Gewächse mit, unser Landkreis ist selber als Garten gestaltet. Die Gartenvielfalt auf kleinem Raum ist einzigartig.

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