KITZINGEN

15-Jähriger als Botschafter Bayerns

Luis Lauter aus Sulzfeld bekommt ein außergewöhnliches Stipendium für sein Austauschjahr in Brasilien. Er ist ein Botschafter Bayerns.
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Gespannt: Der Sulzfelder Luis Lauter freut sich auf sein Austauschjahr in Brasilien. Das Trikot des Gastgeberlandes hat er schon. Foto: Foto: Sophia Lother

Seine Mitschüler rennen schreiend über den Schulhof des Armin-Knab-Gymnasiums in Kitzingen. Luis Lauter dagegen wirkt sehr entspannt, als er sich kurz durch die Haare fährt und dann zu erzählen beginnt: „Am 4. August geht mein Flieger nach Brasilien, ich kann es kaum erwarten.“

Ein Jahr wird der Sulzfelder dort leben, in Seabra im Bundesstaat Bahia. Das klingt erst mal nicht besonders spektakulär. Weiß man aber, dass Louis vor Kurzem seinen 15. Geburtstag gefeiert hat und erst die neunte Klasse des Kitzinger Armin-Knab-Gymnasiums besucht, sieht die Sache schon etwas anders aus.

Luis ist aber nicht nur ein sehr junger Austauschschüler, sondern er ist auch ein „Botschafter Bayerns“. So heißt das Stipendium, dass besonders selbstständige und engagierte junge Schüler vom Bayerischen Kultusministerium in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen bekommen.

Die Kriterien sind hart und vielfältig. Auf die Frage, warum er es, als einziger Unterfranke, geschafft hat, sich durchzusetzen, grinst er schelmisch: „Ich bin zum Vorstellungsgespräch nach Nürnberg erst mal ganz alleine hingefahren und habe mich ganz entspannt in Jeans und T-Shirt vorgestellt, ich glaube, das hat schon mal Eindruck gemacht.“

Was ihm noch zum Stipendium verhalf: Er ist ein guter Schüler, begeisterter Tennis- und Fußballspieler und engagiert bei den Ministranten und in der KJG.

Für die Ehrung als „Botschafter Bayerns“ fuhr Luis vergangene Woche nach München. Dort gab es einen großen Empfang mit anschließender Ehrung. Ministerialdirektor Herbert Püls verlieh den 15 jungen Bayern die Urkunde und den Titel „Botschafter Bayerns“ – Luis war mittendrin.

Als er davon redet, was Botschafter sein für ihn bedeutet und was er sich vorgenommen hat, wird er wieder ernst und wirkt gar nicht mehr wie ein 15-Jähriger: „Ich möchte meiner Gastfamilie vor allem etwas von unserer Kultur zeigen. In Deutschland geht es längst nicht nur um Fußball, wir haben auch andere tolle Traditionen.“

Wieder das Grinsen, als er erzählt, dass er zum Beispiel seinen berühmten Kirschkuchen backen möchte: „Kirschkuchen ist in Brasilien gar nicht so üblich und ich kann den wirklich gut.“ Außerdem hat er schon einige Gastgeschenke vorbereitet: „Natürlich bringe ich meiner Gastfamilie einen Bocksbeutel und Schafkopfkarten mit, das erklärt sich ja von selbst. Und dann bastel' ich grad noch ein Fotoalbum, das ist ein bisschen persönlicher.“

Aber die Funktion des Botschafters geht für ihn nicht nur in eine Richtung. Er möchte umgekehrt möglichst viel über Brasilien lernen. Als er vor einiger Zeit mit seiner Mutter dort zwei Wochen Urlaub machte, faszinierten ihn die fremde Kultur und der Alltag, der so ganz anders ist als in Deutschland.

„Ich will möglichst viel mitnehmen von diesem Jahr. Und wenn ich wieder in Deutschland bin, melde ich mich auf jeden Fall freiwillig für die nächste Infoveranstaltung des 'Botschafter Bayerns Stipendium', um von meinen Erfahrungen zu erzählen.“

Für potenzielle Nachfolger seines Amtes hat er noch einen Tipp für's Auswahlverfahren: „Man darf sich nicht verstellen und man muss es einfach zu 100 Prozent wollen, sonst schafft man das nicht.“

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