Volkach

13. Desta: Volkacher Messe ist ein Mekka für Genussmenschen

Zwetschge und Apfel stehen bei der 13. Genussmesse Desta im Blickpunkt. 1000 Besucher kamen schon am ersten Tag, um alkoholische und alkoholfreie Produkte zu probieren.
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Nicht nur Hochprozentiges interessiert die Besucher der Desta in Volkach. Auch leckere Schokolade mit einem Schuss Alkohol zieht die Schleckermäuler an. Foto: Peter Pfannes
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Leckere Crèpes gefällig, mit Zwetschgenmarmelade und einem feinen Zwetschgenlikör? Auf der 13. Desta am Wochenende in Volkach fanden Genussmenschen ein Schlemmerparadies vor. Bereits am ersten Ausstellungstag kamen etwa 1000 Besucher, um die Produkte von 50 Genusserzeugern und Fachausstellern auf Herz und Nieren zu testen. Sehen, riechen und schmecken lautete die Devise der Präsentation, in deren Mittelpunkt die fränkische Zwetschge und jede Menge einheimische Apfelsorten standen.

Beim Betreten der Mainschleifenhalle stößt man frontal auf einen farbenfrohen Stand mit unzähligen Apfelsorten. An einem Tisch sitzt Ernst Wolfert. Der mit einem Schälmesser "bewaffnete" Pomologe widmet sich mit großem Eifer unterschiedlichen Äpfeln, die Besucher der Desta eigens zur Sortenbestimmung mitgebracht haben. Jürgen Ködel, Apfelliebhaber aus Erlabrunn lässt von dem Fachmann dreierlei Apfelsorten identifizieren. "Ich will unbedingt wissen, welche Obstbäume auf meinen Wiesen stehen", sagt der Brenner, der zuhause sechs Hektar Streuobstwiesen pflegt.

"Da muss man schon ein bisschen herumrätseln."
Pomologe Ernst Wolfert bei der Bestimmung von Apfelsorten

Bei zwei der drei Exemplare kommt Wolfert schnell zu einem Ergebnis. "Der eine Apfel ist ein Ontario, der zweite ein Welschinser", erklärt er. Beim dritten Apfel kommt er ins Grübeln: "Da muss man ein bisschen herumrätseln, weil der Mostapfel nicht ganz sortentypisch ist, vor allem in der Fruchtgröße." Und dass der Apfel keine Kerne hat, verwundert ihn schon. "Das ist ganz selten", sagt der Pomologe. Er ist überrascht von dem Interesse der Messebesucher.

In den ersten drei Stunden nach Öffnung der Tore hat er bereits die Äpfel von zehn wissbegierigen Streuobstbesitzern inspiziert. Die Obstsortenbestimmung ist für sie nur der Anfang einer kurzweiligen Entdeckertour durch die Welt des Hochprozentigen und der Obsterzeugnisse.

Steffi Böhm vom Obsthof in Effeldorf serviert zusammen mit ihrer Familie den Besuchern neben Destillaten, Marmeladen und Apfelchips auch eine breite Palette an hauseigenen Apfelsaftgetränken. "Ich trinke am liebsten Apfel-Johannisbeere", schwärmt Tochter Lena. Die Frage, was denn am schönsten an der Ausstellung ist, beantwortet die Zehnjährige selbstbewusst und ehrlich: "Wenn wir was verkaufen." Mama und Papa lachen kurz, ehe sie sich wieder ihren Kunden zuwenden.

Ungewöhnliche Leckereien aus heimischem Obst

Ungewöhnliche Leckereien bieten die Helfer der Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau an, darunter Zwetschgen-Bratwurst und Zwetschgen-Ketchup. Beim Desta-Treff wird ein Zwetschgen-Glühwein gereicht. Bürgermeister Peter Kornell erhebt das Glas. "Ich bin zuhause mit Zwetschgen aufgewachsen", erzählt er den Ehrengästen von seiner Kindheit. Oft habe er in den Ferien viel Zeit auf den Zwetschgenbäumen verbracht. Die Desta sei kein Selbstläufer, bemerkt er und dankt den Ausstellern und Partnern, darunter dem örtlichen Verkehrsverein, der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Veitshöchheim und dem Fränkischen Klein- und Obstbrennerverband.

Dessen Vorsitzender Hubert Fröhlich nennt ein Ziel der Desta: "Wir wollen unsere Arbeit transparent machen und der Öffentlichkeit zeigen." Der Bundesvorsitzende der Klein- und Obstbrenner, Alois Gehrig, beleuchtet die Brennerszene noch von einer anderen Seite: "Unsere Brenner sind auch Landschaftspfleger und Bienenretter." Er spannt einen Bogen zu einem weiteren Schwerpunkt der Messe: "Biodiversität – Zurück zur Natur." Gemeinsam mit Frankens Apfelkönigin Marion Gold und Messechef Marco Maiberger starten die Ehrengäste zu einem Rundgang durch die vielfältige Messelandschaft, einer einzigen Leistungsschau für Endverbraucher und Fachbesucher.

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