PRICHSENSTADT

11. Prichsenstadt Classics mit Wetterglück

Die Prichsenstadt Classics ist als Oldtimer-Show und -Rallye weit über die Grenzen Unterfrankens hinaus bekannt – dieses Mal haben sich 76 Fahrer angemeldet.
Artikel drucken Artikel einbetten
11. Prichsenstadt Classics gestartet
Impressionen von der 11. Prichsenstadt Classics. Foto: Guido Chuleck

Eigentlich hätte ein gewisser Markus S. in jungen Jahren, nachdem er den Führerschein bestanden hatte, gern ein Cabrio gefahren, um die Mädchen zu beeindrucken. Und in der Tat hat ihm sein Vater seinerzeit auch ein Auto geschenkt. Allerdings war es ein giftgrüner, uralter Audi – mit Sitzbänken, auf denen eher Kleinstlebewesen hätten gezüchtet werden können. „Fahr das oder geh zu Fuß“, hatte der Vater gesagt. Also ist Markus Söder mit diesem Auto auch gefahren.

Diese Geschichte gab Bayerns Finanzminister, Schirmherr der 11. Prichsenstadt Classics, zum Besten, als er die Fahrzeuge nach der Ausfahrt im Ziel in Prichsenstadt „eingewunken“ hatte. Und natürlich nutzte der CSU-Politiker die Gelegenheit, ein paar launige Worte an die Besucher zu richten und sich später ins Goldene Buch der Stadt einzutragen.
 

Das Wetter spielte mit

Die Prichsenstadt Classics ist als Oldtimer-Show und -Rallye weit über die Grenzen Unterfrankens hinaus bekannt. Dieses Mal waren 76 Teams für die Ausfahrt angemeldet. Zum Glück blieb es am Samstag trocken, im Gegensatz zur Jubiläumsveranstaltung vor einem Jahr. Da hatte es zwar in Strömen geregnet, ohne dass es die Fahrer davon abgehalten hätte, mit großer Freude die Ausfahrt zu genießen. Diesmal blinzelte ab und zu sogar die Sonne durch, so dass nicht nur die Fahrt auf dem Rundkurs, sondern auch die Lösung der Aufgaben Fahrern und Beifahrern viel Freude bereitete.

Auch in diesem Jahr hat das Organisationsteam unter der Leitung von Hermann Beetz wieder eine Strecke ausgearbeitet, die frei von Baustellen und insgesamt sehr gut befahrbar war. Da konnten nicht nur die Besitzer leistungsstarker Porsches, sondern auch die mit 20 oder noch weniger PS gut mithalten. Wobei ohnehin klar ist, dass es auf Geschwindigkeit überhaupt nicht ankommt, sondern auf den Spaß am Fahren.

„Ich glaube, ich werde alt“

Mancher Oldtimer löste bei dem ein oder anderen Zuschauer ein leichtes Zucken aus: Etwa der gute, alte Golf I, inzwischen ein Oldtimer. Und immer wieder war bei der Zieleinfahrt in Prichsenstadt der Satz zu hören „ich glaube, ich werde alt“. Erinnerungen weckten auch ein Porsche 924 S – oder ein VW Käfer, der vor Jahren abgelöst wurde vom VW-Beetle (englisch für Käfer). Bewundert und beklatscht wurden auch die richtig alten Fahrzeug-Raritäten, die auf dem Rundkurs bewegt wurden.

Am Abend nach der Ausfahrt waren alle Teams zum Essen in die Kutschenremise des Gasthofes Zum Storch eingeladen. Anschließend unterhielt Kabarettist Otti Schmelzer aus dem Steigerwald die Gäste. Und schließlich ließ es sich Nachtwächter Hermann Schlossnagel nicht nehmen, Anekdoten über seine Touren durch Prichsenstadt und versteckte Kleinode der Stadt zu erzählen.

Der Schausonntag

Am Sonntag begann um 9 Uhr die Ausstellung von Old- und Youngtimern in Prichsenstadt. Es wollte einfach kein Ende nehmen mit den Oldtimern in der historischen Altstadt: Am Ende des Showtages waren es gut 600 Fahrzeuge, die von allen Seiten in die Altstadt strömten. Keine Gasse, in der kein altes Fahrzeug, sei es auf zwei oder auf vier Rädern, zu bestaunen war. Noch endloser schien der Strom der Besucher: Am Ende des Tages schätzte Organisator Hermann Beetz, dass an die 6000 Besucher in der Stadt waren.

Kein Wunder, war doch das Wetter um ein Vielfaches besser als vor einem Jahr. Da hatten sich mit 250 Fahrzeugen weniger als die Hälfte zu 2017 in der Altstadt verloren. Diesmal lockte strahlendes Wetter die Leute aus allen Teilen des Landkreises, aus ganz Unterfranken und weit darüber hinaus nach Prichsenstadt. Zur Freude der ortsansässigen Gastronomen hatten die Besucher neben dem Interesse an den Fahrzeugen auch Hunger und Durst mitgebracht und ließen so die Kassen der Gastwirte, Metzger, Bäcker und Restaurantbesitzer klingeln.

Enge in der Altstadt

Die meisten Besucher sind offenbar zielgerichtet nach Prichsenstadt gekommen. Schon morgens um zehn Uhr, als die Fahrzeugausstellung gerade mal eine Stunde alt war, standen schon 20 Autos in der Schulinstraße, der Durchfahrtstraße von Prichsenstadt. Zum Mittag hin waren auch die Schlossgasse und einige weitere Gassen mit Oldtimern gut zugestellt, überdies auch der Parkplatz des Friedhofs vor dem Westtor. Das reichte aber bei weitem nicht aus, um alle 600 Fahrzeuge in der Stadt unterzubringen.

So mussten die Inhaber der Oldtimer auf den Platz am Schützenheim und an der Grundschule ausweichen. Was noch immer nicht ausreichte, so dass ein Besucher schon scherzhaft bei Bürgermeister René Schlehr den Antrag stellen wollte, die Altstadt zu vergrößern.
 

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.