Es war ein klares und zugleich starkes Votum für eine Frau, die viel Charme, aber auch jede Menge neue Energie ins Dettelbacher Rathaus bringen will. Christine Konrad geht für die Freien Wähler ins Rennen, wenn am 23. September ein Nachfolger beziehungsweise eine Nachfolgerin für den aus Altersgründen nicht mehr antretenden Bürgermeister Reinhold Kuhn (CSU) gewählt wird.

Bei der Nominierungsversammlung am Freitagabend vereinte sie ausnahmslos alle abgegebenen Stimmen auf sich und erzielte damit ein "Traumergebnis". Einen Gegenkandidaten gab es nicht. Wofür sie steht, hatte sie kurz zuvor in einer 20-minütigen Rede ihren Anhängern deutlich gemacht. Die gebürtige Würzburgerin will im Ton freundlich, in der Sache aber deutlich sein.

Mit dem Satz "Ich finde, dass Dettelbach Veränderung braucht", hatte sie ihr Wahlprogramm anfangs noch recht vage umrissen. Schnell wurde sie konkreter: "Ich stehe für eine Politik des Mitgestaltens, der Transparenz und der Bürgernähe." Vor Beginn jeder Stadtratssitzung will sie, so sie denn Bürgermeisterin wird, den Bürgern die Gelegenheit geben, sich über anstehende Beschlüsse zu informieren. Darüber hinaus regt sie in allen Ortsteilen Bürgerversammlungen an. Sie will das Rathaus zum "Dienstleister für die Bürger" umgestalten. "Momentan sehe ich hier noch eine emotionale Hürde", betont sie.


Mehr Freizeitangebote



Ferner plant sie, Freizeitangebote für junge Familien auszubauen und verweist diesbezüglich gleich auf ihr "Lieblingsprojekt", das Main-Ufer. "Bei uns in Dettelbach schläft der Main noch einen Dornröschen-Schlaf", ärgert sie sich. Die Freiflächen müssten stärker für Jugendliche nutzbar gemacht werden. In Abstimmung mit dem Anglerverein hat sie vor, die Dettelbacher Baggerseen zu Badeseen aufzuhübschen. Und natürlich hat sie auch die Senioren im Blick, die von barrierefreien Zugängen zu allen öffentlichen Plätzen und individuelleren Wohnangeboten profitieren sollen.

Konrad fordert die "lokale Energiewende" und kritisiert, dass "bis jetzt in Dettelbach dazu kein vernünftiges Konzept vorgelegt wurde". Alle Verantwortlichen sollten deshalban einen Tisch, wenn es darum geht, "in welchem Ausmaß und auf welchen Flächen technische Neuerungen unsere Landschaft verändern".

Innerorts plant sie, die Altstadt und die historischen Ortskerne neu zu beleben. Dazu soll auch die Verkehrsbelastung gesenkt und das Nahversorgungsnetz alternativ auch mit einer stärkeren Einbindung der Direktvermarkter in allen Ortsteilen ausgebaut werden. Hinsichtlich der Förderung der lokalen Wirtschaft setzt sie verstärkt auf die "weichen Faktoren" wie Beratung und intensive Kommunikation.


Stammtische für Gewerbetreibende



Auf "Unternehmerstammtischen" will sie "frühzeitig erfahren, was unsere Gewerbetreibenden bewegt". Im Tourismus blickt sie über den Weintourismus hinaus und zielt auf einen Ausbau des Wasser- und Radwander-Angebots. Hinsichtlich der Finanzen will sie jedoch "keine Verschuldung zu Lasten nachfolgender Generationen eingehen" und bei allen Investitionen die Folgekosten im Auge behalten.

Ernst Plannasch, zweiter Vorsitzender der Freien Wähler und Moderator des Wahlabends, war voll des Lobes für seine Kandidatin. "Sie ist durchsetzungsstark, lässt sich aber auch überzeugen", umriss er ihr Profil. In 14 Tagen will Christine Konrad die heiße Phase des Wahlkampfes starten. "Bis zu Beginn der Sommerferien wollen wir die Bürger überzeugt haben", verkündet sie und riss den Spaten, den ihr das Wahlkampfteam geschenkt hatte, in den Dettelbacher Nachthimmel.