Volkach

100 Jahre alte und aktuelle Themen

Sie haben auch in 100 Jahren nichts an Aktualität verloren: die Themen der Frauen.
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Ehrung für 30 Jahre Mitgliedschaft beim Frauenbund in Volkach: (von links) Irene Meixner, Gudrun Weinig, Pfarrer Johannes Hofmann, Rita Engert (Vorsitzende), Eva Burger, Hedwig Strobel und Edeltraud Hann (Diözesan-Vorsitzende). Auf dem Fot fehlen Maria-Luise Laymann, Erna Leipold und Erika Schinner. Foto: Guido Chuleck

Sie haben auch in 100 Jahren nichts an Aktualität verloren: die Themen der Frauen. Zwar dürfen sie seit 1918 in Deutschland wählen, und sie haben sich auch sonst viele Rechte erstritten. Dass damit aber noch lange nicht Schluss ist, stellten die Frauen bei der Feier "100 Jahre Katholischer Deutscher Frauenbund" (KDFB) im Pfarrheim in Volkach unter Beweis. Kämpferisch wie eh und je widmen sie sich unter anderem dem Dauerbrenner "gleicher Lohn für gleiche Arbeit" und dem ewig jungen Thema "Aufwertung der Pflegeberufe", die überwiegend in ihren Händen liegt. Aber auch die Mithilfe der Männer im Haushalt forderten und fordern sie nach wie vor ein, wie die Diözesanvorsitzende Edeltraud Hann in ihrer Festrede nachdrücklich klarstellte.

Gut drei Stunden feierten die Frauen "100 Jahre KDFB" in Volkach, dem fünftältesten Zweigverein der bundesweiten Bewegung in der Diözese Volkach. Zu den Gründerinnen am 17. Januar 1919, berichtete die Vorsitzende Rita Engert, zählte unter anderem Therese Stangl, die Mutter vom späteren Würzburger Bischof Josef Stangl. 1922 zählte der Verein bereits 166 Mitglieder, und als 1933 die Öffentlichkeitsarbeit eingestellt werden musste, so lebte der Frauenbund doch auf kirchlicher Ebene weiter.

Dass sich die Kirche dem Thema "Priesterweihe von Frauen" stellen müsse, war auch schon vor 100 Jahren gefordert worden. Ein Umstand, dessen sich Pfarrer Johannes Hofmann als geistlicher Beirat sehr wohl bewusst ist. In seinem Grußwort wies er darauf hin, dass viele Frauen heilig gesprochen worden waren, und er bat darum, "dass die Älteren die Jüngeren nicht in ihrem Bestreben ausbremsen" mögen. Er wünscht sich eine gesunde Mischung aus "Gas geben" und "Bremsen". Bürgermeister Peter Kornell, nach eigenem Bekunden "von Frauen umgeben" (verheiratet, drei Töchter), berichtete über seine Mutter, die sich schon sehr früh beim Frauenbund in Volkach engagiert hatte. Er forderte die Frauen auf, sich in ihren Anliegen untereinander noch stärker zu vernetzen und das Feld nicht nur "Leithammeln wie mir" zu überlassen. Auch bekundete er Sympathie für eine "Bürgermeisterin" - ob in Volkach oder woanders, ließ er offen.

Grußworte kamen auch von Elisabeth Rost (Frauenbund Dettelbach) und Erika Michelsen (Kitzingen) sowie den ehemaligen Vorsitzenden Ursel Arnold und Irmgard Krein, die eine Lobeshymne auf Rita Engert aussprach. Musikalisch umrahmte Christiane Bauer auf einem der bezauberndsten Instrumente überhaupt, der Harfe, den Festakt im Pfarrheim. Der Frauenbund in Volkach ist auch heute noch unter ihrer aktuellen Vorsitzenden sehr aktiv, und nicht nur dank ihr erklärten elf Frauen zum 100. Geburtstag ihren Beitritt zum Frauenbund.

Geehrt wurden für 30 Jahre Mitgliedschaft: Eva Burger, Irene Meixner (auch goldene Mitgliedsnadel), Gudrun Weinig, Hedwig Strobel, Maria-Luise Laymann, Erna Leipold und Erika Schinner



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