Mit dem Bau des Radwegs von Volkach nach Eichfeld schließt sich eine weitere Lücke im Radwegenetz des Landkreises. Die fast fünf Kilometer lange Strecke zwischen der Weinstadt und ihrem Ortsteil steht kurz vor der Fertigstellung.

Am 9. September soll die Trasse, die unmittelbar neben der Staatsstraße verläuft, feierlich eingeweiht werden. Weil sich durch den Radweg ein langer Herzenswunsch der Eichfelder und ihres Ortssprechers Helmar Hartner erfüllt, wurde als Veranstaltungsort für die Eröffnungsfeier das dortige Sportgelände ausgewählt. Eichfeld feiert an dem Wochenende seine Kirchweih – ein idealer Anlass, um das symbolische Band für den Radweg zu zerschneiden.

Kosten eingehalten

Die prognostizierten Kosten konnten bei dem Projekt eingehalten werden, teilte Stefan Weißkopf auf Anfrage mit. Der Leiter der Abteilung Straßenbau (Kitzingen) beim Staatlichen Bauamt Würzburg bezifferte die Gesamtkosten auf 1,4 Millionen Euro, die größtenteils aus dem staatlichen Fördertopf für den Radwegebau entlang von Staatsstraßen finanziert werden. Die Stadt Volkach beteiligt sich mit 55 000 Euro an der Maßnahme. Diese Summe wurde fällig, weil etwa 50 Prozent des Radwegs auf Wunsch des Stadtrats von zweieinhalb auf drei Meter verbreitert wurden. Durch diese Verbreiterung können landwirtschaftliche Fahrzeuge den Weg künftig mitbenutzen. In der Gesamtsumme ist auch der aufwendige Amphibienschutz am Naturreservat Rothenbachsee enthalten.

Die 21 stattlichen Krötentunnel, die in die Staatsstraße eingebaut wurden, um den Fröschen in Zukunft das Queren der Fahrbahn gefahrlos zu ermöglichen, kosten den Freistaat Bayern 370 000 Euro. Mehrere Wochen war die Staatsstraße wegen dieses Projekts komplett gesperrt. Der Verkehr musste über Rimbach umgeleitet werden.

Das fertiggestellte Krötenprojekt dürfte alle Naturschützer sowie die Männer und Frauen vom Volkacher Bund Naturschutz (BN) freuen, die in den vergangenen Jahrzehnten die Tiere in Eimern über die Straße trugen – eine zeitaufwändige und nicht ganz ungefährliche Arbeit an der Staatsstraße. Ohne den Einsatz der ehrenamtlichen Helfer wäre die vom Aussterben bedrohte Population vermutlich schon nicht mehr am Rothenbachsee zu finden.

Zukunft der Kröten gesichert

Die Zukunft der Kreuzkröten, Knoblauchkröten oder Laubfrösche scheint also gesichert. Eigentlich sollten der Radweg, der nördlich der Staatsstraße verläuft, und die Amphibienschutzmaßnahme bereits Ende Juni fertig sein. Aufgrund der schlechten Witterungsbedingungen zu Beginn dieses Jahres und der starken Niederschläge im Mai verschob sich der Zeitplan nach hinten. „Außerdem mussten wir auf die Wanderabläufe der Amphibien aufpassen“, erklärte Weißkopf. Rechtzeitig zur herbstlichen Rückwanderung von Frosch und Kröte sei das Projekt fertig geworden.

Der Radweg selbst wurde nach den Planvorgaben nördlich der Staatsstraße gebaut. Er verläuft parallel zur Straße und biegt nur am Rothenbachsee in Richtung Norden ab, um nach dem Biotop wieder zur Staatsstraße zurückzukehren.

Geändert wurde lediglich die Situation an der Ortseinfahrt von Eichfeld. Die Querung der Staatsstraße, die unmittelbar am Ortseingang vorgesehen war, verlegte das Bauamt nach Absprache mit der Stadt in den Ort hinein.

Im Bereich des bestehenden Helferüberwegs für Fußgänger werden künftig auch die Radler die Staatsstraße kreuzen können.

Radweg & Amphibientunnel

Einweihung: Die offizielle Freigabe des Radwegs findet am 9. September um 11 Uhr statt.

Kosten: Gesamt 1,4 Millionen Euro. Amphibienschutz 370 000 Euro. Stadt Volkach 55 000 Euro.

Streckenlänge: 4,75 Kilometer nördlich der Staatsstraße 2260 zwischen Volkach und Eichfeld.

Amphibienprojekt: 21 Krötentunnel wurden in die Staatsstraße am Rothenbachsee eingebaut.