Hof an der Saale
Wetter

Franken weiß überzogen: Schneechaos im Mai bereitet Autofahrern ordentlich Probleme

Der plötzliche Wetterumschwung hat auf den Straßen Frankens für einige Rutschpartien gesorgt. Für viele Autofahrer kam der Schnee überraschend. Die Verkehrspolizei in Hof meldete drei Unfälle auf fränkischen Autobahnen. Auch in den nächsten Tagen kann es weiter schneien.
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Im Kreis Hof legte sich der Schnee auf die erblühende Frühlingslandschaft. Auch für Autofahrer gab es dadurch Probleme. Foto: NEWS5/Fricke
Im Kreis Hof legte sich der Schnee auf die erblühende Frühlingslandschaft. Auch für Autofahrer gab es dadurch Probleme. Foto: NEWS5/Fricke

Wirklich überraschend war er nicht - schließlich hatten Meteorologen bereits in den vergangenen Tagen vor einem Wetterumschwung und möglichen Schneefällen gewarnt.

Schneel im Mai: Autofahrer und Motorradfahrer mussten sich umstellen

Die Heftigkeit der lokalen Schneefälle überraschte dann aber doch: Im Kreis Hof legten sich nasse und schwere Flocken auf die Frühlingslandschaft und ließen nicht nur Gras und Straßen unter der weißen Pracht verschwinden, sondern auch die ersten Blüten, die sich bereits gebildet hatten. Zudem senken sich Bäume unter der schweren Last des nassen Schnees bis auf die Straße.

Autofahrer und gerade Motorradfahrer, die das schöne Wetter der letzten Wochen gewöhnt waren, mussten sich plötzlich auf komplett andere Straßenverhältnisse umstellen. Werner Brems, der eigentlich mit seinem Motorrad in den Schwarzwald wollte, hat so etwas noch nie erlebt: "Bin seit über 50 Jahren mit dem Motorrad unterwegs. Das ich auf meinen alten Tage sowas noch erlebe, das ist mir neu".

Glücklicherweise schlugen sich die schlechten Straßenverhältnisse bisher kaum in einem erhöhten Unfallvorkommen nieder: Ein Sprecher der Polizei in Oberfranken berichtete am Samstagnachmittag von etwa 30 Unfällen in Oberfranken - die meisten von ihnen verliefen glimpflich. Damit seien die Unfallzahlen zwar leicht erhöht - angesichts der schlechten Witterungsverhältnisse aber im Rahmen.

Wintereinbruch im Mai: Verkehrspolizei Hof berichtet von drei Unfällen

Die Verkehrspolizei Hof berichtete am Sonntag, 5. Mai, von drei Unfällen auf fränkischen Autobahnen, wobei eine Person verletzt wurde und ein geschätzter Schaden von 20.000 Euro entstand. Neben zwei Autofahrern aus Zwickau und Selb, die mit der Leitplanke Bekanntschaft machten, erwischte es auch einen 66-jährigen Motorradfahrer aus Berlin.

Er geriet mit seiner schweren BMW auf der A72 ins Rutschen, schrammte an der Leitplanke entlang und kam zu Fall. Der Berliner trug einen gebrochenen linken Arm sowie Prellungen davon und wurde im Hofer Klinikum versorgt. Den Schaden an seiner Maschine schätzen die Beamten der Hofer Autobahnpolizei auf mindestens drei Tausend Euro.

Winterreifen sind Pflicht

Die Polizei bittet Autofahrer, dem Wetter angepasst zu fahren. Besonders diejenigen, die bereits auf Sommerreifen gewechselt haben, seien gefährdet. Dabei gilt: Winterreifen sind auf verschneiten Straßen Pflicht - auch wenn es, so wie jetzt, spät im Jahr noch schneit.Gerade bei Unfällen drohen sonst empfindliche Strafen.

Deutschlandweit sorgt Schneefall für Probleme

Dabei ist der erneute Wintereinbruch nicht nur auf Franken beschränkt: In Thüringen etwa schneite es am Samstag vielerorts kräftig. Auf mehreren Autobahnen war am Samstagmorgen der Winterdienst im Einsatz, um Glätte zu verhindern, darunter die A4 und die A9. Auf der Schmücke in gut 900 Metern Höhe lagen am Samstag elf Zentimeter Neuschnee, wie Florian Engelmann vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Leipzig sagte.

In Sachsen schneite es bis auf eine Höhe von 600 Metern. In den Höhenlagen des Harz gab es am Samstag ebenfalls eine dünne Schneeschicht: Auf dem Brocken wurden sieben Zentimeter gemessen. Schnee Anfang Mai sei nicht sehr ungewöhnlich, betonte der Meteorologe. "Aber wir waren da aus den vergangenen Jahren etwas verwöhnt, als der Mai häufig schon ein Sommermonat war. Und diesmal hat er recht unterkühlt angefangen."

Schnee auch am Sonntag möglich

Auch in den Mittelgebirgsregionen Hessens setzte am frühen Morgen Schneefall ein. In der Rhön und auf dem Vogelsberg lagen zeitweise rund drei Zentimeter Schnee.

Im Südwesten sollte die Schneefallgrenze am Sonntagmorgen auf 600 Meter sinken. In den Alpen fällt nach Angaben des Wetterdienstes am Sonntag oberhalb von 700 Metern Schnee, in der Nacht erwarteten die Meteorologen am Alpenrand auch kräftigen und länger anhaltenden Schneefall. Da die Bäume mittlerweile Laub tragen, bestehe Schneebruchgefahr.

In den übrigen Regionen Deutschlands ist es am Sonntag bei Höchsttemperaturen von 9 bis 13 Grad wechselnd bewölkt. In der Nordwesthälfte sind Regen-, Schnee- und Graupelschauer möglich.

Frost zum Wochenstart möglich

Ungemütlich und wechselhaft bleibt es auch zum Wochenbeginn: Die Temperaturen bleiben niedrig, im höheren Bergland kann es schneien, Wolken und Schauer sind möglich. "In der Nacht sinken die Temperaturen zudem verbreitet in den Frostbereich. Empfindliche Pflanzen sollten daher unbedingt geschützt oder ins Haus gebracht werden", riet ein DWD-Meteorologe.

An der See und auf den Alpengipfeln kann der andernorts frische Wind auch stürmische Ausmaße annehmen. Nachts herrscht vielfach in Bodennähe Frost, auch örtliche Glätte ist möglich.

Immerhin: Am Dienstag zeigt sich nach DWD-Angaben wenigstens zeitweise wieder die Sonne. Es dürfte aber noch etwas dauern, bis die Temperaturen wieder nach oben gehen.

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