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Coronavirus

Oberfränkische Behörden liefern keine detaillierten Corona-Zahlen - das steckt dahinter

Im Gegensatz zu anderen Regierungsbezirken in Bayern liefern die Landratsämter und kreisfreien Städte in Oberfranken keine detaillierten Corona-Fallzahlen. Auf Nachfrage von inFranken.de erläutert die Regierung von Oberfranken den Grund für die fehlende Aufschlüsselung.
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Wer in Oberfranken nach Corona-Fällen auf Gemeindeebene sucht, wird nicht fündig. Hier wird nur die Gesamtzahl auf Stadt- oder Kreisebene genannt. Symbolfoto: Engin_Akyurt/Pixabay.com

In der Corona-Krise veröffentlichen die Landratsämter und kreisfreien Städte in Franken nahezu täglich aktuelle Fallzahlen über Corona-Tote und registrierte Infizierte. Dabei besteht allerdings ein großer Unterschied zwischen den Orten.

Während beispielsweise von einzelnen Landratsämtern in Mittelfranken detaillierte Zahlen - aufgeschlüsselt nach einzelnen Städten, Gemeinden, Märkten usw. - publiziert werden, verhält es sich in Oberfranken anders: Hier werden nur die Gesamtzahlen aus Stadt bzw. Landkreis genannt.

Keine aufgeschlüsselten Coronavirus-Zahlen aus Oberfranken

In einer aktuellen Mitteilung am Mittwoch (29. April 2020) nennt beispielsweise das Landratsamt Hof nur folgende Zahlen für Stadt und Landkreis Hof: alle bisher registrierten Corona-Fälle (482), davon bereits Genesene (319) sowie Todesfälle von Covid-19-Infizierten (27). Darüber hinaus bestätigt das Landratsamt das neueste Todesopfer (82 Jahre alte Frau aus einem Pflegeheim im Landkreis Hof). Vergleichbar verhält es in allen anderen Regionen Oberfrankens. Hier werden auch immer nur die Gesamtzahlen abgebildet:

Einzelne Landratsämter in Mittelfranken schlüsseln Daten auf

Sehr viel detaillierter sind die Zahlen aus einzelnen Landratsämtern in Mittelfranken. Neben den erfassten Coronavirus-Fällen, Genesenen und Todesopfern werden hier die Daten noch weiter aufgeschlüsselt.

So führt das Nürnberger Land am selben Tag (29. April 2020) im Detail auf, wie viele Fälle es in den einzelnen Kommunen gibt: Altdorf: 34, Burgthann: 31, Feucht: 32, Happurg: 13, usw. Hierbei werden Fälle ab fünf Personen genannt.

Allerdings gibt es in Mittelfranken auch lokale Unterschiede: In einzelnen Orten gibt es eine Aufschlüsselung, wie z.B. im Landkreis Fürth, in anderen wiederum wird es wie in ganz Oberfranken gehandhabt. 

Regierung  von Oberfranken sieht Persönlichkeitsrecht sowie Datenschutz in Gefahr

Warum also nicht auch in Oberfranken? Auf Anfrage von inFranken.de erläutert die oberfränkische Regierung ihr Vorgehen.

Bei der Aufschlüsselung der Fall-Zahlen nach einzelnen Gemeinden und Städten habe man zwischen dem öffentlichen Informationsinteresse und dem Allgemeinen Persönlichkeitsrecht abzuwägen, erklärt Sprecherin Alexa Buckler. Der Persönlichkeits- und Datenschutz sei in diesem Fall wichtiger. Zu diesem Schluss seien die oberfränkischen Oberbürgermeister und Landräte gekommen.

Gegen eine Veröffentlichung der Zahlen spreche, dass die Gefahr bestehe, einzelne positiv getestete Einwohner könnten direkt oder indirekt identifizierbar sein, beispielsweise bei der Veröffentlichung von Fallzahlen in örtlichen Pflegeheimen oder etwa durch den Arbeitgeber. Insbesondere bei kleinen Gemeinden oder geringen Fallzahlen sei dann der Personenschutz nicht mehr aufrechtzuerhalten.

Fazit: Aufgrund der geringen Größe mancher Gemeinden (teilweise weit unter 1000 Einwohnern) und der verhältnismäßig geringen Zahl von Corona-Infizierten werden in Oberfranken die Corona-Fälle aktuell nicht nach einzelnen Kommunen aufgeschlüsselt, so die Regierung.