Hof an der Saale
Gerichtsprozess

Gerichtsurteil nach Brandserie: Fränkischer Feuerteufel muss in die Psychiatrie

Im Prozess gegen den Brandstifter von Marktredwitz (Landkreis Wunsiedel) hat die Staatsanwaltschaft den 38-jährigen Angeklagten zu einer fünfeinhalbjährigen Freiheitsstrafe samt Einweisung in die Psychiatrie verurteilt.
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Die Staatsanwaltschaft legte dem 38-Jährigen schwere Brandstiftung in drei Fällen und versuchte schwere Brandstiftung in einem Fall zur Last. Foto: Nicolas Armer / dpa
Die Staatsanwaltschaft legte dem 38-Jährigen schwere Brandstiftung in drei Fällen und versuchte schwere Brandstiftung in einem Fall zur Last. Foto: Nicolas Armer / dpa

Update vom 21.11.2019: Fünfeinhalb Jahre Freiheitsstrafe - Brandstifter muss in Psychiatrie

Das Urteil steht fest: Der Brandstifter von Marktredwitz (Landkreis Wunsiedel) ist am Donnerstag (21. November 2019) zu einer Freiheitsstrafe von fünfeinhalb Jahren samt Einweisung in eine Psychiatrie verurteilt worden.

Das Landgericht Hof legte dem 38-Jährigen schwere Brandstiftung in drei Fällen und versuchte schwere Brandstiftung in einem Fall zur Last. "Ich glaube immer noch nicht, dass mein Mandant dazu in der Lage ist", sagte der Verteidiger nach der Urteilsverkündung. Sein Mandant überlege, Revision einzulegen.

Nach Ansicht des Gerichts hat der Mann im Frühjahr 2018 versucht, mehrere Wohngebäude in Brand zu setzen. Der Angeklagte habe aber darauf vertraut, dass sich niemand in den Häusern befinde. Tatsächlich entdeckten die Bewohner die Flammen noch rechtzeitig und niemand wurde verletzt. Der Vorwurf von versuchtem Mord laut Anklageschrift sei deshalb "nicht haltbar", sagte der Richter.

Laut Staatsanwaltschaft entstand bei der Brandserie ein Schaden von mehr als einer halben Million Euro. Sie hatte für eine siebeneinhalbjährige Freiheitsstrafe samt Einweisung in die Psychiatrie plädiert, der Verteidiger für Freispruch.

Update vom 14.11.2019: Mutmaßlicher Brandstifter soll in Psychiatrie

Im Prozess gegen den mutmaßlichen Brandstifter von Marktredwitz (Landkreis Wunsiedel) hat die Staatsanwaltschaft auf eine siebeneinhalbjährige Freiheitsstrafe samt Einweisung in die Psychiatrie plädiert. Dies berichtete die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag (14. November 2019). Der Verteidiger plädierte am Landgericht Hof auf Freispruch, wie ein Gerichtssprecher am Donnerstag mitteilte.

Die Staatsanwaltschaft legte dem 38-Jährigen schwere Brandstiftung in drei Fällen und versuchte Brandstiftung in einem Fall zur Last. Angeklagt worden war der Mann zuächst wegen schwerer Brandstiftung und versuchten Mordes in mehreren Fällen. Das Urteil soll voraussichtlich am 21. November fallen.

Den Ermittlungen nach soll der Mann im Frühjahr 2018 versucht haben, acht Wohngebäude in Brand zu setzen. Dabei soll er in Kauf genommen haben, dass schlafende Bewohner bei dem Feuer ums Leben kommen könnten. Die Bewohner entdeckten die Flammen noch rechtzeitig und niemand wurde verletzt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft entstand ein Schaden von mehr als einer halben Million Euro.

Update vom 27.08.2019 um 12.15 Uhr: Angeklagter widerruft sein Geständnis

Eigentlich hatte der Angeklagte schon gestanden, wahllos mehrere Gebäude in Marktredwitz (Landkreis Wunsiedel) angezündet zu haben - zu Prozessbeginn vor dem Landgericht Hof widerrief er aber seine Aussage. "Mit der Brandstiftung hab' ich nichts zu tun", sagte der 38-Jährige am Dienstag. Das Geständnis habe er "überschnell, übereifrig" gemacht.

Das wird dem Angeklagten vorgeworfen

Er soll aus Ärger mit seinem Vermieter und Liebeskummer wahllos mehrere Gebäude in Marktredwitz (Landkreis Wunsiedel) angezündet haben - der mutmaßliche Brandstifter steht ab Dienstag vor dem Landgericht Hof. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm schwere Brandstiftung und versuchten Mord in mehreren Fällen vor.

Laut Anklage soll der Mann im Frühjahr 2018 die Wohngebäude in Brand gesetzt haben. Dabei soll er in Kauf genommen haben, dass schlafende Bewohner bei dem Feuer ums Leben kommen könnten. Die Bewohner entdeckten die Flammen noch rechtzeitig und niemand wurde verletzt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft entstand ein Schaden von mehr als einer halben Million Euro.

Auch kinderpornografische Aufnahmen gefunden

Außerdem wird der Mann beschuldigt, auf seinem Smartphone und zwei Tablets kinderpornografische Aufnahmen gespeichert zu haben. Zum Prozess sind 44 Zeugen und drei Sachverständige geladen. Das Urteil soll voraussichtlich Ende September fallen.

Ein aktueller Fall von Brandstiftung hält auch die Polizei in Unterfranken in Atem: Zwölf Fahrzeuge wurden in einer Nacht in Brand gesteckt.

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