Hof
Mordprozess

Mord in Oberfranken: Weil sie in seine Freundin verliebt war - Frau mischt 64-Jährigem Gift in den Saft

Eine 39-jährige Frau muss sich seit heute vor dem Landgericht Hof verantworten. Sie hat einen 64-jährigen Mann vergiftet, weil sie in dessen Freundin verliebt ist. Die Angeklagte bestreitet eine Mordabsicht.
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Am Landgericht Hof hat der Prozess gegen eine 39-jährige begonnen, die einen 64-jährigen mit Glykol vergiftet haben soll. Symbolfoto: pixabay.com/qimono
Am Landgericht Hof hat der Prozess gegen eine 39-jährige begonnen, die einen 64-jährigen mit Glykol vergiftet haben soll. Symbolfoto: pixabay.com/qimono

Weil sie Gift in ein Getränk gemischt und damit einen 64 Jahre alten Mann in Oberfranken ermordet haben soll, muss sich eine 39-jährige Frau seit Montag vor dem Landgericht Hof verantworten. Die Staatsanwaltschaft geht von Eifersucht als Tatmotiv aus, weil die Angeklagte in die Freundin des Mannes verliebt gewesen sei und ihren Nebenbuhler aus dem Weg räumen wollte. Deshalb steht die Frau nun seit Montag, 23. Juli 2018, wegen Mordes vor dem Landgericht Hof.


Opfer kommt mit Schwindel ins Krankenhaus, kurze darauf ist er tot


Es sollte ein gemütlicher Fernsehabend im November 2017 werden. Mit seiner Lebensgefährtin und deren Freundin. Sogar Cocktails werden serviert. Wenig später klagt der 64 Jahre alte Mann aus dem Landkreis Wunsiedel über Übelkeit und Schwindel. Er kommt ins Krankenhaus, zunächst vermuten die Ärzte einen Schlaganfall. Doch dann wird klar: Er ist vergiftet worden. Tage später stirbt er an einer Glykol-Vergiftung.

 


Die 39-jährige Angeklagte aus dem Raum Regensburg bestreitet eine Mordabsicht. Als sie den Gerichtssaal betritt, verdeckt sie ihr Gesicht mit einer blauen Mappe. Ihre Anwälte führen sie zu ihrem Platz. Die Frau mit den kurzen roten Haaren und der Brille will selbst nicht viel sagen vor Gericht. Lediglich, dass sie als Hausfrau und Altenpflegerin gearbeitet hat.

 

 


Anklagte wollten den 64-Jährigen nur außer Gefecht setzen


Ihr Anwalt verliest jedoch eine Erklärung, darin heißt es: Ein Mord sei nie geplant gewesen. Sie habe mit dem Gift den 64-Jährigen lediglich für einige Tage außer Gefecht setzen wollen, um mit seiner Partnerin in Ruhe über ihre eigenen Gefühle reden zu können. Ihre Hoffnung: Die Frau trennt sich von ihrem Partner und beginnt mit ihr eine Beziehung. "Mir wurde erst später bewusst, was ich angerichtet habe", heißt es in der Erklärung weiter. "Das hatte ich wirklich nicht gewollt." Eigentlich sei der Plan nur gewesen, dass der Mann Übelkeit und Erbrechen erleidet und für ein paar Tage ins Krankenhaus muss.

 

 


Im Internet: Ausführlich über Vergiftungen informiert


Sie habe sich zwar im Internet ausführlich über Vergiftungen informiert, aber bei weitem nicht alles verstanden. Sie macht eine Intelligenzminderung geltend. Das Glykol bestellt sie im Internet, sie mischt es mit Fruchtsaft - "höchstens einen Schluck" habe sie verwendet. Dann lässt die Deutsche noch eine Entschuldigung an die Angehörigen und Freunde des Opfers verlesen. In dem Verfahren treten der 96 Jahre alte Vater des Toten und die beiden erwachsenen Töchter als Nebenkläger auf. Doch nur eine Tochter ist im Gerichtssaal dabei.

Die Staatsanwaltschaft geht von Mord aus: Aufgrund von Internetrecherchen habe die Angeklagte gewusst, dass der Mann nach dem Trinken von Glykol "unter lang andauernden Schmerzen und Qualen sterben wird", sagt Oberstaatsanwalt Armin Zuber.

Ein ermittelnder Polizist schildert noch, was Zeugen über die Gefühle der Angeklagten ausgesagt haben: Dass sie einen Adventskalender gebastelt hat für ihre Angebetete, dass sie inständig auf eine Beziehung zu der Frau gehofft hatte. "Sie hat sich in meinen Augen in eine mögliche Liebesbeziehung verrannt", sagt der Polizist. Ein Urteil will die Kammer an diesem Freitag verkünden.

 

 

 

 

 



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