Röslau
Sturmschäden

Umgestürzte Bäume, Unfälle, lockere Dächer: So wütet der Sturm in Franken

Am Freitag, Samstag und Sonntag haben Orkanböen in ganz Franken Schäden und Unfälle verursacht. In Bayreuth drohte der Wind gar, ein Dach wegzureißen.
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Zwischen Vincenzenbronn und Fernabrünst im Landkreis Fürth stürzte eine Fichte auf die Straße. Verletzt wurde niemand. Foto: News5/Weier
Zwischen Vincenzenbronn und Fernabrünst im Landkreis Fürth stürzte eine Fichte auf die Straße. Verletzt wurde niemand. Foto: News5/Weier
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Der Sturm hat am Freitag, Samstag und Sonntag in Franken für Unfälle und Verkehrsbehinderungen gesorgt.


Behinderungen im Bahnverkehr

Am Samstag war der komplette Bahnverkehr in Nordbayern durch den Orkan beeinträchtigt. Besonders betroffen waren die Züge im Bereich Schweinfurt - Meiningen. Weil die Züge langsamer fahren mussten, kam es überall zu Verspätungen.

Am Sonntag gilt die Geschwindigkeitsreduzierung nur noch für Nordostbayern im Bereich Schwandorf.


Bäume im Gleis blockieren Zugverkehr

Wegen eines Baum im Gleis zwischen Saalfeld und Probstzella kam es bei den Zügen des Franken-Thüringen-Expresses zu Verzögerungen. Gegen 17 Uhr war der Baum weg und die Verkehrslage normalisiert.


Sturmschäden bei Pegnitz

Zwischen Neuhaus (Pegnitz) und Vorra sorgte am frühen Abend (17 Uhr) ebenfalls ein umgestürzter Baum dafür, dass die Strecke nur auf einem Gleis befahrbar war. Gegen 19:15 Uhr war der Baum entfernt und die Bahnstrecke wieder frei.

Das gleiche Problem bestand am Samstag auf der Strecke zwischen Neuhaus (Pegnitz) und Pegnitz. Wegen eines umgestürzten Baumes war nur ein Gleis befahrbar und es gab Verzögerungen von bis zu 25 Minuten. Inzwischen ist die Strecke wieder frei.


So wütete der Orkan in Ansbach und im Kreis Ansbach

Der Baum, der bei Heilsbronn im Kreis Ansbach auf den Gleisen lag, ist inzwischen entfernt. Die S-Bahn kann wieder normal verkehren.

In Ansbach hatte der Sturm einige Gerüstabdeckungen an der Kirche St. Gumbertus am Johann-Sebastian-Bach-Platz heruntergeweht. Sie drohten komplett abzureissen. Die Feuerwehr Ansbach entfernte die Planen.


Im Kreis Fürth stürzte eine Fichte um

Zwischen Vincenzenbronn und Fernabrünst im Kreis Fürth entwurzelte der Wind eine Fichte, die auf die Straße stürzte. Um den Baum zu beseitigen, war die Straße kurzzeitig gesperrt.

Sturmeinsätze in Unterfranken

Insgesamt 14 Bäume waren im Bereich der Gemarkungen Bad Neustadt, Zeitlofs, Burgpreppach, Stadtlauringen, Hendungen, Hausen in der Rhön, Fladungen, Bastheim, Gochsheim, Bad Brückenau, Motten, Schweinfurt, Bischofsheim und Klaushof auf Fahrbahnen gestürzt und beiseite geschafft werden. Beim Großteil der Fälle waren hier die Feuerwehren mit eingebunden.

Die Hochrhönstraße musste vom Freitagvormittag bis Samstagvormittag komplett für den Verkehr gesperrt werden, weil mehrere Bäume die Straße blockierten.

In Ostheim vor der Rhön wurde der Verkehr am Samstagvormittag wegen einer örtlichen Straßenüberschwemmung kurzzeitig umgeleitet.
In Bad Brückenau drohten Werbeschilder von einem Kran herabzufallen. Der Bereich wurde abgesperrt.


Starker Wind im Kreis Rhön-Grabfeld

In Bad Neustadt im Kreis Rhön-Grabfeld wehte der Wind am Freitagvormittag derart heftig, dass einem 58-jährigen Mann beim Aussteigen die Fahrertür entrissen wurde und gegen den daneben geparkten Wagen stieß. Dabei ging das Blinkerglas kaputt. Der Fahrzeugführer hinterließ einen Zettel am geschädigten Fahrzeug und meldete den Schaden bei der Polizei.

Zwischen Oberwaldbehrungen und Sondheim/Rhön war am Freitag gegen 10.30 Uhr ein Autofahrer mit Anhänger unterwegs, als der Anhänger von einer starken Windböe erfasst wurde. Der Anhänger rutschte daraufhin in den Straßengraben. Der Autofahrer wurde glücklicherweise nicht verletzt. Die Beschädigungen am Anhänger belaufen sich nach ersten Schätzungen auf etwa 1500 Euro.

Am Samstag gegen 13.30 Uhr erfasste eine Windböe den Anhänger eines Autofahrers aus Hassfurt und drückte ihn zur Seite. Trotz Gegenlenkens schaffte der Fahrer es nicht, sein Gespann auf der Fahrbahn zu halten und landete im Straßengraben. Der Fahrer im entgegenkommenden BMW, den der Anhänger noch getroffen hatte, blieb unverletzt. Der Schaden an der Böschung hielt sich in Grenzen - im Gegensatz zum Schaden an den Fahrzeugen, an denen mehr als 20.000 Euro Sachschaden entstanden ist.


Diese Schäden entstanden im Untermain

Hier waren es insgesamt neun auf der Straße liegende Bäume dafür verantwortlich, dass kurzfristig der Verkehr im Bereich der Gemarkungen Mömbris, Amorbach, Altenbuch, Heigenbrücken, Aschaffenburg, Klingenberg und Erlenbach beeinträchtigt war. Alle Gefahrenstellen waren aber durch den schnellen Einsatz von den örtlichen Feuerwehren zügig wieder geräumt.

Leichte Verletzungen hat am Samstag gegen 2 Uhr ein Autofahrer erlitten, der nach ersten Erkenntnissen vom Seitenwind von der Fahrbahn abgedrängt wurde. Er prallte gegen einen Baum neben der Fahrbahn. Der Opel Vectra musste abgeschleppt werden.

Bei Erlenbach kollidierte eine Fahrerin mit einem auf der Fahrbahn liegenden Baum. Sie kam mit dem Schrecken davon, das Fahrzeug musste jedoch abgeschleppt werden.


Sturmschäden im Kreis Aschaffenburg

Bei Michelbach im Kreis Aschaffenburg stürzte ein Baum im Bereich Birkenberg auf die Gleise der Bembel. Hierbei wurde auch eine parallel verlaufende Oberleitung heruntergerissen. Die Bahnstrecke musste für etwa 90 Minuten gesperrt werden. An den Gleisen entstand kein Sachschaden. Zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit im Netz der defekten Oberleitung kommt, bis zur Instandsetzung dieser, ein mobiles Notstromaggregat der Bayernwerke zum Einsatz.

Ebenfalls im Kreis Aschaffenburg fuhr ein 61 Jahre alter Taxifahrer in der Nacht auf Samstag gegen 01.30 Uhr die Staatsstraße 2317 von Rohrbrunn kommend in Richtung Rothenbuch. Vor der Abzweigung nach Weibersbrunn lagen größere Äste eines umgestürzten Baumes auf der Fahrbahn, die der Taxifahrer zu spät erkannte. Einen Zusammenstoß konnte er nicht mehr verhindern. Am Taxi entstand an der Frontschürze und Motorhaube ein Sachschaden von rund 1500 Euro, verletzt wurde glücklicherweise niemand. Die Äste wurden durch die Feuerwehr beseitigt.


Das richtete der Orkan in Mainfranken an

Insgesamt 15 umgestürzte Bäume auf Straßen mussten im Bereich der Gemarkungen Hafenlohr, Lohr am Main, Rechtenbach, Rimpar, Schollbrunn, Marktheidenfeld, Karlstadt, Höchberg, Plochsbach, Esselbach, Ochsenfurt, Würzburg und Geiselwind geräumt werden. Auch hier waren zu einem Großteil die Feuerwehren eingesetzt.

Auf der Autobahn A7 im Bereich Marktbreit, Fahrtrichtung Kassel, kippte am Freitagmittag der Anhänger eines Lkws wegen des starken Windes auf die Seite. Es kam lediglich geringem Sachschaden und der Anhänger wurde wieder aufgerichtet.

In Gemünden am Main stürzten am Samstagabend einige Ziegeln eines Kirchendaches auf die Straße. Fremdschaden ist dadurch nicht entstanden.

Am Samstagnachmittag stürzte in Lohr am Main ein Baum auf ein Haus. Der Sachschaden dürfte sich auch hier nach ersten Informationen in Grenzen halten. Der Baum wurde von der Freiwilligen Feuerwehr vom Haus gezogen und zerkleinert.

Die restlichen Einsätze bezogen sich auf die Meldung umgestürzter Verkehrsschilder und Bauzäune, die ohne größeren Aufwand beendet wurden.


Wind drückt Lkw auf die Gegenfahrbahn

Am Freitagmittag war ein Lkw mit Planenaufbau von Franken in Richtung Röslau unterwegs. Kurz nach der Abzweigung nach Bödlas erfasste den unbeladenen Lkw eine starke Windböe und drückte ihn auf die Gegenfahrbahn. Durch den heftigen Windstoß kippte der ebenfalls unbeladene Anhänger mit Planenaufbau auf die linke Seite um. Bei dem Unfall wurde zum Glück niemand verletzt. Eine Vollsperrung der Fahrbahn war für die Dauer der Bergungsarbeiten notwendig.


Umgestürzte Bäume in und um Naila

Im Amselweg in Naila im Kreis Hof wurde am Freitag ein Baum entwurzelt, der auf ein geparktes Auto stürzte und einen Schaden von etwa 3000 Euro hinterließ. Am Samstagmorgen, gegen 09.15 Uhr, wurde in Schwarzenbach a.Wald eine Werbetafel eines Einkaufsmarktes auf zwei geparkte Autos geweht. Der Schaden beläuft sich auf ca. 6000 Euro. Am Samstagnachmittag fiel ein Baum quer über die Hofer Straße in Naila. Er musste von der Feuerwehr beseitigt werden. Am Abend musste die Feuerwehr dann auf der Staatstraße zwischen Gerlas und Geroldsgrün einen Baum zur Seite räumen, der die Fahrbahn blockierte. Genauso lag auf der B 173 bei Kleinthiemitz ein Baum auf der Fahrbahn. Hier fuhr zwar ein Pkw-Fahrer über den Baum, am Auto entstand jedoch kein Schaden. Auch hier kam die Feuerwehr zum Einsatz.


So wütete der Wind im Kreis Erlangen-Höchstadt

Auch im Landkreis Erlangen-Höchstadt kam es zu einem Unfall. Am Samstagmorgen um 7 Uhr fuhr ein Autofahrer aus dem Landkreis Bamberg auf der Staatsstraße kurz nach Etzelskirchen (Richtung Pommersfelden) in einen Baum, der zuvor wegen des Sturms auf die Straße umgestürzt war. Der Baum wurde noch mehrere Meter mitgeschleift, bis das Auto zum Stehen kam. Der Fahrer blieb dabei zum Glück unverletzt. Der Schaden des Fahrzeugs konnte noch nicht beziffert werden. Totalschaden kann aber vermutlich ausgeschlossen werden. Die Straße musste über eine Stunde beidseitig gesperrt werden. Vor Ort waren die Feuerwehren aus Etzelskirchen und Höchstadt sowie ein Abschleppdienst. Ein weiterer morscher Baum, der sich nur einige Meter hinter dem Unfallauto befand, wurde vorsorglich von der Feuerwehr Etzelskirchen weggesägt und entfernt.


Sturmschäden bei Neustadt bei Coburg

Am Samstagvormittag forderte der Sturm neben mehreren kleineren Schäden im Umkreis auch eine etwa 40 Zentimeter starke Buche heraus. Der Baum verlor den Kampf, wurde entwurzelt und stürzte auf die Fahrbahn, wobei ein geparktes Fahrzeug und eine Mauerabdeckung beschädigt wurden. Die Feuerwehr war vor Ort und zersägte den Baum, so dass die Straße wieder passierbar wurde.


Bayreuth: Dach droht wegzufliegen

Ein durch starke Windböen gelockertes Dach in der Justus-Liebig-Straße in Bayreuth beschäftigte am Samstagmittag zahlreiche Einsatzkräfte von Feuerwehr, Technischen Hilfswerk und Polizei. Passanten hatten bemerkt, dass der Wind das Dach einer stillgelegten Firma gelockert hatte.

Mit zunehmenden Windböen um kurz vor 12 Uhr hoben sich Teile des ungefähr 30 Meter langen Blechdaches immer wieder gefährlich hoch und drohten davon zu fliegen. Die Einsatzkräfte sicherten die Gefahrenstelle großräumig ab. Parkplätze zweier gegenüberliegender Verbrauchermärkte mussten geräumt und anschließend gesperrt werden, ebenso wie die Justus-Liebig-Straße. Der Verkehr wurde für die Dauer des Einsatzes weiträumig umgeleitet. Um die Gefahr zu beseitigen, beauftragte der Eigentümer in Absprache mit der Stadt Bayreuth eine Fachfirma, die das Dach abbaut. Die Arbeiten dauern an. dvd/sm/ak





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