Selb

Nach 70 Jahren fahren wieder Reisezüge von Selb nach Tschechien

Die Stadt Selb feiert ein "historisches Ereignis": Nach 70 Jahren fahren seit Sonntag wieder Reisezüge nach Tschechien. Die Bahn erweiterte zudem ihr Angebot zwischen Franken und Frankfurt.
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Ein Zug der Vogtlandbahn hält am 02.12.2015 im Stadtteil Selb-Plößberg in Selb (Bayern). Vom 13.12.2015 an werden dort nach 70 Jahren Unterbrechung wieder Reisende unterwegs sein. Es sollen künftig alle zwei Stunden Züge zwischen Hof, dem tschechischen Eger und Marktredwitz verkehren. Foto: Nicolas Armer/dpa
Ein Zug der Vogtlandbahn hält am 02.12.2015 im Stadtteil Selb-Plößberg in Selb (Bayern). Vom 13.12.2015 an werden dort nach 70 Jahren Unterbrechung wieder Reisende unterwegs sein. Es sollen künftig alle zwei Stunden Züge zwischen Hof, dem tschechischen Eger und Marktredwitz verkehren. Foto: Nicolas Armer/dpa
Nach 70 Jahren fahren wieder Reisezüge zwischen dem oberfränkischen Selb und Asch in Tschechien. Am Sonntag wurde die Wiederbelebung der Bahnstrecke in Selb mit einem Fest gefeiert. Bahntickets in Richtung Tschechien gab es für einen Euro.

Zudem startete mit dem Fahrplanwechsel der Main-Spessart-Express, mit dem die Deutsche Bahn den Regionalverkehr zwischen Franken und Frankfurt verbessern will. Auch Fernverbindungen nach Hamburg, Berlin, Paris, Budapest und Oberitalien sollen verkürzt werden.

Der Reiseverkehr zwischen Oberfranken und Böhmen war von 1945 an blockiert, nur Güterzüge durften noch fahren. Jahrhundertelange Verbindungen zwischen den beiden Regionen waren durch den Eisernen Vorhang gekappt worden. Der Grenzübergang Selb-Asch öffnete zwar vor 25 Jahren wieder - allerdings nur für Fußgänger und den Autoverkehr.
Zur Reaktivierung der Bahnstrecke mussten auf sieben Kilometern weitgehend neue Gleise verlegt werden.

Nun sollen künftig alle zwei Stunden Züge zwischen Hof, dem tschechischen Eger und Marktredwitz fahren. Die grenzüberschreitenden Fahrpläne seien so getaktet, dass es in Eger optimale Anschlüsse nach Karlsbad, Pilsen und Prag gebe, teilte die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) mit. In Marktredwitz könnten Fahrgäste direkt nach Regensburg und Nürnberg umsteigen.

Das Fahrplanangebot auf der Strecke zwischen Ober- und Unterfranken nach Frankfurt wird nun durch den Main-Spessart-Express verstärkt. So sollen im Abendverkehr zwischen Würzburg und Frankfurt sechs zusätzliche Züge eingesetzt werden, ebenso an Wochenenden und Feiertagen zwischen Frankfurt, Schweinfurt und Bamberg.

Schnellere Verbindungen soll es auch zwischen Kulmbach, Bayreuth und Nürnberg geben. Durch eine Neuordnung des Neigetechniknetzes würden Reisende in Nürnberg zusätzliche Anschlüsse an ICE-Züge nach Frankfurt und München erreichen. Nach Angaben der Bahn verkürzt sich die Fahrzeit zwischen Bayreuth und München auf gut zwei Stunden.

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