Lichtenberg
Fall Peggy

Kommentar: Das totale Versagen im Fall Peggy

Der Fall Peggy entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einem Justiz- und Polizeiskandal.
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Polizeibeamte mit Suchstöcken gehen auf einer Verbindungsstraße zwischen Rodacherbrunn in Thüringen und Nordhalben in Bayern. Nach dem Fund einer Leiche in einem Waldstück in Thüringen prüfen die Ermittler Verbindungen zum Fall der vor mehr als 15 Jahren verschwundenen Peggy aus Oberfranken. Ein Pilzsammler sei am Samstag auf die Skelettteile gestoßen, teilte die Polizei mit und bestätigte damit einen Bericht des Bayerischen Rundfunks. Der Fundort der Leiche im Saale-Orla-Kreis liegt nur weni...
Polizeibeamte mit Suchstöcken gehen auf einer Verbindungsstraße zwischen Rodacherbrunn in Thüringen und Nordhalben in Bayern. Nach dem Fund einer Leiche in einem Waldstück in Thüringen prüfen die Ermittler Verbindungen zum Fall der vor mehr als 15 Jahren verschwundenen Peggy aus Oberfranken. Ein Pilzsammler sei am Samstag auf die Skelettteile gestoßen, teilte die Polizei mit und bestätigte damit einen Bericht des Bayerischen Rundfunks. Der Fundort der Leiche im Saale-Orla-Kreis liegt nur wenige Kilometer von Peggys Heimatort Lichtenberg (Landkreis Hof) entfernt. Foto: Bodo Schackow/dpa
Der Fall Peggy - ein Mädchen verschwindet am 7. Mai 2001 spurlos in Oberfranken - lässt nicht nur Eltern ratlos zurück. Ermittler stolperten von Beginn an von einer Panne zur nächsten Pleite. Getrieben von der Politik, die mit Hochdruck nach Fahndungserfolgen gierte. Die Suche nach der kleinen Peggy geriet in all den Jahren immer mehr aus dem Ruder, entwickelte sich zu einem Polizeiskandal.

Fakt ist: Wegen politischer Machtinteressen musste früh die Sonderkommission ausgewechselt werden. Deren Chef wurde Wolfgang Geier. Öffentlichkeitswirksam präsentierte er ein Jahr nach dem Verschwinden der Schülerin einen geistig Behinderten als Mörder. Die Ermittler tricksten und betrogen - Hauptsache ein Täter war gefasst.
Nach der angeblichen Aufklärung des Falls Peggy dilettierte Geier als Leiter der Soko in Nürnberg in der Mordserie an Migranten weiter, hinter der rechtsradikale Terroristen steckten und nicht Drogen-Dealer, wie Geier vermutete. "Stümperhaft" nannte der ehemalige Vize-Chef des BKA, Bernhard Falk, diese Ermittlungen.

Bei Peggy düsten selbst Bundeswehr-Tornados über den Frankenwald - erfolglos. Dabei war die Leiche nur wenige Kilometer von ihrem Heimatort entfernt verscharrt. Knapp hinter der thüringischen Grenze. Ein Indiz, das nicht für die Kooperation der Polizeien verschiedener Bundesländer spricht.

Und auch am Dienstag setzte sich das Chaos fort. Während es aus Oberfranken hieß, die DNA-Bestimmung des Skeletts dauere an, gaben Geraer Staatsanwälte bekannt, dass die Knochen von Peggy stammen. Es wird Zeit, dass die Behörden den Fall aufklären - korrekt und lückenlos!
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