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Selbitz
Walpurgisnacht 2017

Kaputte Maibäume und Schlägereien: Bilanz der Polizei zur Freinacht 2017

Ausgehobene Gullideckel und beschädigte Maibäume - die Freinacht auf den 1. Mai 2017 hat der Polizei in Franken viele Einsätze beschert.
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Ein zerstörter Maibaum Archivfoto: Kalb
Ein zerstörter Maibaum Archivfoto: Kalb
In Unterfranken musste die Polizei zu rund 250 Einsätzen ausrücken. 76 (Vorjahr 40) davon standen im direkten Zusammenhang mit der Walpurgisnacht. Trotz der niedrigen Temperaturen hat sich die Zahl der Einsätze im Vergleich zum letzten Jahr fast verdoppelt. Ein lokaler Schwerpunkt war nicht auszumachen. Die Gründe für die Einsätze waren allesamt typisch. Eine deutliche Zunahme stellt die unterfränkische Polizei bei den Körperverletzungen fest. Beschwerden über Lärm waren in 24 (25) Fällen an die Polizei herangetragen worden. In diesem Jahr rückten die Ordnungshüter zu 13 (7) Sachbeschädigungen aus, dabei entstand den derzeitigen Erkenntnissen nach insgesamt ein Schaden in Höhe von knapp 10.000 Euro. Auch in den übrigen Fällen hatte der reichliche Alkoholgenuss bei den Feiernden eine nicht unerhebliche Rolle gespielt.

Neun Maibäume wurden in der Freinacht Opfer von Vandalismus. Die Täter nehmen hier nicht nur den Schaden am Baum in Kauf, sondern auch die Gefahr die durch einen unkontrolliert, innerorts umstürzenden Maibaum entsteht.

Aber auch der meist alkoholisierte Umgang mit Motorkettensägen stellt eine ernstzunehmende Gefahr dar. Der Versuch einen Maibaum in Eußenheim im Landkreis Main-Spessart, umzusägen konnte durch Zeugen verhindert werden. Nach einer längeren Verfolgungsfahrt konnten drei Tatverdächtige festgenommen werden.

Auch in Bad Bocklet im Kreis Bad Kissingen wurde ein Maibaum gefällt. Am Montagmorgen, gegen 5 Uhr kam es zu einer Sachbeschädigung, als vier bis fünf unbekannte Täter den Bad Bockleter Maibaum mittels einer Axt fällten. Das berichtet die Polizei. Am Baum entstand Sachschaden in Höhe von mindestens 500 Euro. Die jungen Männer im Alter von 18 bis 25 Jahren flohen anschließend mit einer dunklen Limousine. Die Polizei ermittelt nun gegen Unbekannt. Hinweise werden unter Telefon 0971/7149-0 erbeten.


Ausgehobene Gullideckel und umgeknickte Schilder in Oberfranken

Rund 25-mal mussten die Polizisten in Oberfranken wegen der Freinacht ausrücken. In den allermeisten Fällen waren Ruhestörungen der Grund für den Polizeieinsatz. Einige wenige "Freinachtgänger" schlugen aber auch dieses Jahr wieder über die Stränge. So verzeichnete die Polizei zwei Sachbeschädigungen, bei denen Unbekannte unter anderem Verkehrszeichen demolierten. Außerdem kam es im Laufe der Nacht zu zwei Körperverletzungen, dabei zogen sich zwei Menschen leichte Verletzungen zu.

Aus Selbitz im Kreis Hof in Oberfranken meldete die Polizei ausgehobene Gulli-Deckel und umgeknickte Verkehrsschilder. Die Polizei betonte, dass es sich in diesen Fällen nicht um Kavaliersdelikte, sondern um gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr handelt.

In Burgkunstadt im Kreis Lichtenfels hatte ein 17-Jähriger in der Nacht zum 1. Mai wohl zu tief ins Glas geschaut. Kurz vor 4 Uhr setzte er noch einen Notruf in die Einsatzzentrale ab, in dem er von seinem Sturz in ein Gebüsch in der Frankenleite berichtete. Der Rettungswagen und die Polizei konnten den jungen Mann schließlich finden. Im Anschluss wurde er ins Klinikum verbracht, wo er stationär aufgenommen wurde. Etwa eine Stunde später rief der 17-Jährige erneut die Lichtenfelser Polizei auf den Plan. Nun hatte sich der hochgradig alkoholisierte Bursche aus dem Krankenhaus geflüchtet. Er kam allerdings nicht weit. Unweit des Klinikums fanden ihn Beamte in einem Bushäuschen sitzen. Seine mittlerweile eingetroffene Mutter begleitete ihn im Anschluss ins Krankenhaus.

Das Polizeipräsidium Oberbayern Nord verzeichnete 67 Einsätze, die darauf zurückgingen. Hauptsächlich waren Anzeigen wegen Sachbeschädigungen und Ruhestörungen eingegangen, wie die Beamten am Montag mitteilten. Drei Personen wurden leicht verletzt, der Sachschaden beträgt insgesamt 8000 Euro. In der Landeshauptstadt München gab es 44 Einsätze.

In der Oberpfalz verlief die Freinacht einigermaßen friedlich, wie die Polizei mitteilte. Allerdings wurden auch hier circa 50 Einsätze registriert, hauptsächlich Ruhestörungen und Sachbeschädigungen. Durch herausgerissene Leitpfosten, beschädigte Zäune oder abgebrochene Auto-Antennen entstand ein Sachschaden von insgesamt 6000 Euro.

Die Polizei in Schwaben registrierte insgsamt 213 Notrufe, es gab 91 Einsätze mit Bezug zur Freinacht. Die Mehrzahl der Einsätze galt auch hier Sachbeschädigungen und Ruhestörungen.
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