Untermerzbach
Rennstrecke

Zwischen Ebern und Untermerzbach: "Wachrütteln" zum langsam Fahren

Motorradfahrer sollen im "Hambach" mit einer besonderen Maßnahme dazu gebracht werden, langsamer zu fahren.
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Die Rüttelstreifen begutachten (von rechts) Hartmut Pianski, Tobias Kern, die Bürgermeister Helmut Dietz und Jürgen Hennemann, Franz Diem, Ute Barthelmann, Bauamt Verwaltungsgemeinschaft Ebern, und Unternehmer Robert Wolfschmidt, Straßenverkehrstechnik.  Foto: Helmut Will
Die Rüttelstreifen begutachten (von rechts) Hartmut Pianski, Tobias Kern, die Bürgermeister Helmut Dietz und Jürgen Hennemann, Franz Diem, Ute Barthelmann, Bauamt Verwaltungsgemeinschaft Ebern, und Unternehmer Robert Wolfschmidt, Straßenverkehrstechnik. Foto: Helmut Will

Auf einer Strecke von 900 Metern wurden in den letzten Tagen im Bereich der Spitzkehren im "Hambach" zwischen Ebern und Untermerzbach sogenannte "Rüttelstreifen" vor den Kurven aufgebracht. Damit sollen vor allem Motorradfahrer angehalten werden, im Kurvenbereich langsamer zu fahren. Auch ist in diesem Bereich eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 50 km/h angeordnet.

Um diese Maßnahmen zu erklären, fand am Donnerstagvormittag ein Ortstermin im "Hambach" statt, zu dem das Staatliche Bauamt Schweinfurt eingeladen hatte. Hartmut Pianski vertrat die Behörde bei dem Termin. "Ziel dieser Maßnahme ist es, die Motorradunfälle in diesem Bereich zu senken", sagte Pianski. Dazu sagte Tobias Kern von der Polizeiinspektion Ebern, dass im Hambach im Jahr circa zehn Unfälle passierten. Allerdings wisse er, dass die Dunkelziffer höher sei. Der Untermerzbacher Bürgermeister Helmut Dietz (SPD) pflichtete ihm bei. "Manche melden ihre Unfälle nicht bei der Polizei", sagte Dietz.

Die Rüttelstreifen seien nach einem Vorschlag des Ministeriums in diesem Bereich aufgebracht worden, erklärte der Vertreter des Staatlichen Bauamtes Schweinfurt. "Wir haben uns dann für diese Rüttelstreifen entschieden, die es in Bayern bisher nur zweimal gab", so Pianski. Er erläuterte, dass sich an dieser Stelle in Bezug auf Motorradsicherheit schon einiges getan habe. Es gebe besser reflektierende Kurvenschilder, die Verbesserung des Anprallschutzes an den Leitplanken sowie doppelte Sperrlinien auf der Fahrbahn. Tobias Kern von der Polizeiinspektion Ebern sagte, dass die Schilder "absolutes Halteverbot" in den Einfahrten an der Kurvenstrecke schon eine Besserung der Situation gebracht hätten. "Die ,Applauskurve‘ hat damit ihren Reiz verloren, weil man dort nicht mehr halten darf, um die Fahrkünste der Biker zu bewundern oder sogar zu filmen", sagte der Beamte.

Franz Diem, Leiter der Straßenmeisterei in Zeil, erklärte, dass die Rüttelstreifen so angebracht sind, dass sie einen Puffer bis hin zur Kurve schaffen. Tobias Kern sagte dazu, dass es Vorschriften gebe, wo die Rüttelstreifen angebracht werden müssen, und dass sie nicht höher als 1,5 Zentimeter über dem Straßenniveau sein dürften.

Es gab schon erste Reaktionen

Die beiden Bürgermeister, Jürgen Hennemann (SPD) aus Ebern und Helmut Dietz aus Untermerzbach, die an der Besprechung teilnahmen, konnten schon erste Reaktionen auf das Anbringen der Rüttelstreifen melden. Hennemann sagte, dass sich Pendler über diese Maßnahme beschwert hätten, sowohl über die Streifen als auch über die Geschwindigkeitsbeschränkung auf 50 km/h. "Ich bin gespannt, wie sich das entwickelt", sagte Hennemann. Helmut Dietz fand, dass die Rüttelstreifen zu weit vom Scheitelpunkt der Kurven entfernt seien und dass man nach diesen wieder Geschwindigkeit bis zum Kurvenbereich aufnehmen könne, was zu noch mehr Lärm führen könne.

Die beiden Bürgermeister waren sich jedoch einig, dass diese Maßnahme die Unfallgefahr vermindern könne, und das sei in erster Linie wichtig. Die Besprechungsteilnehmer waren sich einig, dass diese Maßnahme mit einer engmaschigen Kontrolle der Geschwindigkeit durch die Polizei den erhofften Erfolg bringen könne.

Bis zu 15 000 Euro

Robert Wolfschmidt, dessen Firma im Auftrag des Bauamtes die Rüttelstreifen aufgebracht hat, erläuterte, dass diese nachts reflektierten. Nach den Kosten für die betreffende Maßnahme gefragt, sagte Pianski: "Genau kann ich das noch nicht sagen, aber mit zehn- bis 15 000 Euro werden wir wohl rechnen müssen."

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