Heilgersdorf
Sport-Event

Zwei Minuten wieder Kind sein: "Christenstein Buam" aus Heilgersdorf rasen mit Hornschlitten um die Wette

Mit einer Stammtischwette fing alles an, heute ist das Hornschlittenrennen in Garmisch-Partenkirchen Kult. Die "Christenstein Buam" aus Heilgersdorf nehmen einen weiten Weg auf sich, um bei der Schnee-Gaudi mitzurasen.
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Die "Christenstein Buam" beim Garmischer Hornschlittenrennen: Das Team I mit Reinhold Marquardt, Winfried Lulei,  André Korn und Tobias Schramm  holte den 43. Platz.  Foto: Toni Schleicher
Die "Christenstein Buam" beim Garmischer Hornschlittenrennen: Das Team I mit Reinhold Marquardt, Winfried Lulei, André Korn und Tobias Schramm holte den 43. Platz. Foto: Toni Schleicher
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Nicht viele können von sich behaupten, seit 1986 den gleichen Wagen zu fahren. Doch Reinhold und Christoph Marquardt setzen eben auf das Original. Auch wenn sich dieses Gefährt stark von denen in ihrer Kfz-Werkstatt in Heilgersdorf unterscheidet.

Zum 33. Mal ist Reinhold Marquardt am Dreikönigstag mit seinem selbst gezimmerten Hornschlitten über die 1,1 Kilometer lange Schneepiste in Garmisch-Partenkirchen gerast. Gemeinsam mit rund 100 anderen Teilnehmern, für die Schlittenfahren definitiv nicht nur ein sportlicher Spaß für Kinder ist.

Um die Wette seit 1969

Früher wurden die schweren Schlitten als Transportmittel für Heu und Holz durch die dichten Garmischer Schneedecken genutzt. Aus einer Stammtischlaune heraus kam es dem Hornschlittenverein zufolge im Jahr 1969 zum ersten Kräftemessen zwischen den Bergbauern. Mittlerweile lockt das Hornschlittenrennen Teilnehmer aus ganz Deutschland an. In Viererteams flitzen sie von der Partnachalm in die Wildenau hinunter und werden dabei von tausenden Zuschauern angefeuert.

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Reinhold Marquardt entdeckte seine Begeisterung für das kuriose Rennen 1986. Damals war er mit vier Kumpels für einen Skiausflug in Garmisch, erzählt Sohn Christoph. "Sie wollten schon abreisen, da hat man ihnen in der Unterkunft empfohlen, sich unbedingt noch das Schlittenrennen anzusehen." Die fünf blieben und waren sofort Feuer und Flamme für die eiskalte Gaudi-Veranstaltung.

Seitdem waren die "Christenstein Buam" durchgehend bei jedem Rennen dabei. Seit 2007 treten sie sogar mit zwei Teams an. "Der Christenstein ist ein Platz im Wald bei Heilgersdorf und bei uns ziemlich bekannt", erklärt Christoph Marquardt die Namensgebung des Teams.

Strenge Regeln beim Schlittenfahren

Wer keinen eigenen besitzt, kann sich einen Hornschlitten beim Verein vor Ort ausleihen. Die "Christenstein Buam" haben aber zwei Exemplare im Gepäck. Die sind nicht nur selbst gebaut, sondern auch pflegeleicht. Einmal im Jahr die Kufen abzuschleifen reiche vollkommen aus, sagt Christoph Marquardt. Schlitten-Tuning sei dagegen tabu. "Es gibt ganz klare Richtlinien, wie lang der Schlitten sein darf und in welchem Winkel die Kufen stehen müssen", erklärt der 28-Jährige.

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Das Rennen findet traditionell am 6. Januar statt. Das Team aus dem Coburger Landkreis ist bereits drei Tage eher angereist, um sich vorzubereiten. Denn da zu Hause kein Schnee liegt, können sich die "Buam" erst in Garmisch warmfahren. Bei der Sitzordnung gilt: Der Stärkste muss nach hinten und anschieben.

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Rund vier Stunden und 350 Kilometer Autofahrt liegen zwischen Heilgersdorf bei Seßlach und dem Wintersport-Mekka Garmisch-Partenkirchen. Doch die weite Anreise lohne sich immer wieder, versichert Christoph Marquardt. "Wir kennen jeden der Stammfahrer und haben ein richtig gutes Verhältnis untereinander. Die Gaudi steht aber immer im Vordergrund. "



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