Zeil am Main
Abwasser

Zeil macht bei Kreiskonzept mit

Der Stadtrat beschloss die Teilnahme an der landkreisweit angestrebten Lösung für die Klärschlammentsorgung.
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Die Kläranlage für die Kommunen Zeil und Sand in Zeil muss für die Klärschlammtrocknung aufgerüstet werden. Das kostet Geld. Christian Licha
Die Kläranlage für die Kommunen Zeil und Sand in Zeil muss für die Klärschlammtrocknung aufgerüstet werden. Das kostet Geld. Christian Licha
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Nachdem vergangene Woche der Sander Gemeinderat seine Zustimmung gegeben hatte, hat auch der Stadtrat Zeil am Montagabend ein positives Votum zur landkreisweiten Entsorgungslösung für den Klärschlamm aus der Gemeinschaftskläranlage Zeil/Sand erteilt. Bürgermeister Thomas Stadelmann (SPD) hatte zuvor die Stadträte umfassend über das Thema informiert und ein geplantes Konzept vorgelegt. Mit Mario Krämer war der Leiter der Kläranlage anwesend, der Fragen des Gremiums beantwortete.

Bei der Landkreislösung bilden die teilnehmenden Gemeinden einen Zweckverband, der zu 51 Prozent Teilhaber einer GmbH wird, die gegründet werden soll. Mit der Firma "SüdWasser" haben die Kommunen einen Partner gefunden, der für Planung, Investition, Errichtung und Wärmeeinkauf für die Trocknungsanlage Hofheim sorgt und mit 49 Prozent beteiligt sein wird. Um eine optimale Betriebsauslastung zu gewährleisten, organisiert "SüdWasser", dass immer ausreichend Filterkuchen angeliefert wird beziehungsweise überschüssiger Filterkuchen in anderen Anlagen des Unternehmens entsorgt wird. Beim Trockengut kann überschüssiges Material in Anlagen von "SüdWasser" weiterverarbeitet werden. "SüdWasser" hat die Betriebsführung vor Ort, leitet den technischen Betrieb der Anlage, organisiert die Logistik von den Kläranlagen nach Hofheim sowie von Hofheim zum GKS (Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt mit der Verbrennung) und kümmert sich um weitere Reststoffe.

Der Landkreis organisiert als Teilhaber am GKS die Abrechnung des getrockneten Schlamms mit dem GKS. Als Kosten für die Trocknung wurden 60 bis 80 Euro je Tonne mit 25 Prozent Trockensubstanz genannt, für die Verbrennung 30 bis 40 Euro je Tonne Trockenmasse, zuzüglich An- und Abtransport, wobei dieser noch nicht beziffert wurde.

Zusätzlich muss auf der Gemeinschaftskläranlage Zeil/Sand eine Vortrocknung auf 25 Prozent Trockensubstanz erfolgen. Hierfür soll eine eigene Entwässerungsanlage angeschafft werden. Die Kosten dafür werden sich auf etwa 360 000 Euro belaufen, wovon für den Maschinenteil 160 000 Euro veranschlagt sind und für die Infrastruktur und eine Halle 200 000 Euro. Die künftigen jährlichen Betriebskosten werden wohl um etwa 178 000 Euro steigen, wovon die Stadt Zeil einen Anteil von 125 000 Euro zu tragen hat.

Bürgermeister Thomas Stadelmann stellte klar, dass mit dem Stadtratsbeschluss, der ohne Gegenstimmen genehmigt wurde, nur das Interesse bekundet werde, sich an dem Vorhaben zu beteiligen. Dies sei notwendig geworden, weil das GKS bis Mitte Juli eine Mengenangabe brauche, wie viel getrockneter Klärschlamm aus dem Landkreis Haßberge voraussichtlich angeliefert wird. Von der Gemeinschaftskläranlage werden laut Stadelmann etwa 220 Tonnen kommen, die im Endstadium eine Trockensubstanz von 90 Prozent aufweisen.

Stadelmann wies ausdrücklich darauf hin, dass die Bindungsdauer an das Konzept keineswegs 25 Jahre betrage, wie vor kurzem berichtet wurde. Angestrebt werde eine Laufzeit von etwa zehn bis 15 Jahren. Der Bürgermeister wurde vom Stadtrat ermächtigt, in einer Arbeitsgruppe mitzuarbeiten, bei der zusammen mit "SüdWasser" und dem GKS die Einzelheiten der Vertragsgestaltung ausgearbeitet werden sollen.

Bisher wird der Klärschlamm Bauern zur Aufbringung auf ihre Felder zur Verfügung gestellt. Dies sei noch gesetzlich erlaubt und das Vorgehen sei natürlich auch genehmigt und werde kontrolliert, betonte Stadelmann. An dieser Entsorgungsvariante werde man auch festhalten, falls - aus welchen Gründen auch immer - die landkreisweite Lösung nicht zustande kommen sollte. Bis zu einem gesetzlichen Verbot der Klärschlammaufbringung in der Landwirtschaft müsse man sich dann Gedanken machen, wie die Entsorgung in Zukunft aussehen soll.

Seit drei Jahren ist Philip Krämer Stadtgärtner in Zeil, der dem Gremium in der Sitzung einen Überblick über seine Arbeit gab. Zusammen mit drei angestellten Kollegen und einigen Aushilfen sorgt er dafür, dass die Natur in Zeil und den Stadtteilen attraktiv bleibt. Besonders die Bepflanzung des neuen Kreisels am westlichen Ortseingang wurde von den Stadträten als sehr gut gelungen bezeichnet. "Das Gesicht von Zeil hat sich in den letzten drei Jahren positiv geändert", lobte Bürgermeister Stadelmann die Arbeit des Stadtgärtners und bat gleichzeitig um Verständnis, dass man aufgrund der Personalsituation nicht alles gleichzeitig erledigen könne. Stadträtin Adeline Friedrich (CSU) regte an, im Sinne der Eltern die Spielplätze regelmäßiger zu mähen: "Viele Mütter haben Angst, dass ihre Kinder im hohen Gras Zecken einfangen." Außerhalb dieser Einrichtungen sei es aber im Sinne des Naturschutzes durchaus vertretbar, dass nicht mehr alles kurz gemäht wird.

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