Zeil am Main

Zeil am Main: Diskussion über Schottergärten - sollen sie verboten werden?

Sollen Steinlandschaften in Zeiler Vorgärten verhindert oder gar rückgebaut werden? Diese Frage stellte Stadtrat und Imker Harald Kuhn im Zeiler Bau- und Umweltausschuss. Die Stadträte einigten sich auf einen Kompromiss.
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Steingärten wie dieser im Neubaugebiet sorgten im Zeiler Grundstücks-, Bau- und Umweltausschuss für rege Diskussionen.  Foto: Christian Licha
Steingärten wie dieser im Neubaugebiet sorgten im Zeiler Grundstücks-, Bau- und Umweltausschuss für rege Diskussionen. Foto: Christian Licha

Einen Antrag auf Verhinderung und Rückbau von Schottergärten behandelte der Grundstück-, Bau- und Umweltausschuss der Stadt Zeil in seiner jüngsten Sitzung am Dienstag.

Zeiler Stadträte diskutieren über Schottergärten

Stadtrat Harald Kuhn (Grüne), der den Antrag einreichte, betonte in seiner Begründung, dass ein Großteil der Zeiler normale Gärten haben, aber dies kein Anlass sei, über den Rest hinweg zu sehen. Die Verschotterung führe zu einer Versiegelung der Natur mit allen negativen Begleiterscheinungen. Diese seien Erhitzung der Umgebung im Sommer, keine Wasserspeicherung, eine Absenkung des Grundwasserspiegels und Artenschwund durch Abtrennung der Lebensräume.

Die Vernetzung durch Hecken, Sträucher und Blühflächen solle wiederhergestellt werden, erläuterte Kuhn, der als Quelle seiner Informationen Biologin Helene Rümer nannte.

Für den Stadtrat seien als Maßnahmen denkbar, die Grundstücksbesitzer über die negative Auswirkung der Flächenversiegelung zu informieren und Alternativen der Bepflanzung zu empfehlen. Die Stadt solle Vorreiter sein und auch professionelle Hilfe von Fachleuten für die Begrünung von Straßenrändern, Verkehrsinseln und Brachflächen holen.

Neue Baugebiete in Zeil am Main

In neuen Baugebieten (Mittelweg in Zeil) solle keine Flächenversiegelung zugelassen werden, und versiegelte Flächen müssten wie bereits überbaute Flächen in die Regenwasserabrechung mit aufgenommen werden. "Wir sind als Politiker gefordert, zum Wohle aller zu entscheiden. Die Aussage, wir wollen die Bürger nicht bevormunden, ist nur eine Ausrede, um nichts zu tun", erklärte Kuhn.

Bürgermeister Thomas Stadelmann (SPD) hat selbst einen Schottervorgarten mit viel Grünpflanzen und einem Flies, damit das Wasser ablaufen könne. Er erklärte, dass seitens der Stadt bereits viel getan werde. So seien zum Beispiel Bienenwiesen an der Krumer Straße angesät worden.

Zweiter Bürgermeister Dieter Köpf (CSU) verwehrte sich dagegen, parteipolitische Ideologie anzubringen, ohne zu fragen, was die Stadt bereits in Sachen Umweltschutz leiste. "Erzwingen kann man nichts", meinte Dritte Bürgermeisterin Christl Pottler (ÜZL), die aber denkt, dass die Bevölkerung durch das Volksbegehren bereits sehr sensibilisiert sei.

Bundes- und Landespolitik

"Wir können nicht verhindern noch vorschreiben, dass keine Schottergärten entstehen”, sagte Bürgermeister Stadelmann und sah die Bundes- beziehungsweise Landespolitik in der Pflicht, hier Verordnungen zu erlassen, zum Beispiel mit der Maßgabe, wie viel Prozent der Fläche eines Grundstückes naturnah erhalten werden soll. Mit einer Gegenstimme beschloss der Bauausschuss, zukünftig neuen Bauherren Informationen und Empfehlungen zur Gartenanlage zukommen zu lassen. Auch der Kreisfachberater für Gartenbau könne hier mit eingebunden werden.

Weitere Themen im Zeiler Bauausschuss

Neben der Behandlung einer Vielzahl von Bauvoranfragen und -anträgen, wurde auch der Jahresbetriebsplan 2019 für den Stadtwald, also die ehemaligen Gemeindewälder Krum und Sechsthal, genehmigt. Als Besonderheit ist zu vermerken, dass sich bedingt durch das extrem trockene und heiße Jahr 2018 der Borkenkäfer stark vermehrt hat. Im Herbst letzten Jahres wurden im Rechtlerwald Sechsthal rund 300 Festmeter Käferfichtenstammholz und im Januar 2019 bereits weitere 200 Festmeter aufgearbeitet. Je trockener das Frühjahr 2019 wird, desto größer werde der weitere Schaden, erklärte Sachbearbeiter Andreas Ruff.

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