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Zeil am Main
Bier

Miese Masche: Betrüger versucht, von Brauerei Bierspende zu ergaunern

Die Schlagzeilen um die Brauerei Göller aus Zeil am Main reißen nicht ab: Laut einem Medienbericht hat ein Betrüger offenbar versucht, von der Brauerei eine Bierspende zu erschwindeln.
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Bierfässer. Symbolfoto: TuendeBede/Pixabay
Einem Bericht zufolge hat offenbar ein Betrüger versucht, von der Brauerei Göller aus Zeil am Main Bier zu erschwindeln. Symbolfoto: TuendeBede/Pixabay

Update vom 30.04.2020: Betrüger versucht, von Brauerei Bierspende zu ergaunern

Die Schlagzeilen rund um die Brauerei Göller aus Zeil am Main reißen nicht ab: Nachdem gestern zunächst berichtet wurde, dass die Brauerei aufgrund der Corona-Krise 15.000 Liter Bier habe wegschütten müssen, wandte sich der Inhaber der Brauerei an inFranken.de, um die Thematik richtigzustellen. Er erklärte, dass das Bier an Organisationen gespendet werden solle – beispielsweise die Bundeswehr. 

Ein Oberstleutnant der Bundeswehr habe sich bei der Brauerei gemeldet und wolle das Bier abkaufen. Daraufhin zeigte sich Göller großzügig: „Da sich die Bundeswehr im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus einsetzt, haben wir uns entschlossen, Fassbier zu spenden“, erklärte die Brauerei. 

Einem Bericht des Bayerischen Rundfunks zufolge ist die Brauerei Göller hierbei jedoch anscheinend einem Betrüger auf den Leim gegangen. Recherchen der Rundfunkanstalt bei verschiedenen Pressestellen der Bundeswehr hätten ergeben, dass niemand eine solche Bestellung getätigt habe. Der augenscheinliche Betrüger habe sich in seinem Gespräch mit der Brauerei lediglich als Oberstleutnant ausgegeben. Um wen es sich dabei in Wirklichkeit gehandelt habe, sei bislang unklar.

Laut Geschäftsführer Max Göller sollen die 15.000 Liter Bier jedoch nach wie vor gespendet werden. Göller zufolge haben sich mehrere Feuerwehren sowie eine Pflegefachschule bei der Brauerei gemeldet. Diese Anfragen würden nun genau geprüft, heißt es. Über den Betrugsversuch des falschen Bundeswehr-Oberstleutnants  habe sich Göller "zutiefst schockiert" gezeigt, berichtet der BR.

Ursprüngliche Meldung vom 29.04.2020: Doch kein Wegschütten: Fränkische Brauerei spendet 15.000 Liter Bier

Die Folgen der Corona-Krise sind kaum vorstellbar: Ausgangsbeschränkungen und Maskenpflicht betreffen jeden von uns tagtäglich. Doch auch die Wirtschaft und viele Unternehmen leiden unter dem neuartigen Virus. Darunter auch die Brauerei Göller aus Zeil am Main, die mehrere Tausend Liter Bier für Veranstaltungen und Feste gebraut hat. Da die Brauerei das Bier jedoch momentan nicht rechtzeitig verkaufen kann, spendet sie es stattdessen an verschiedene Organisationen.

Zunächst wurde berichtet, dass die Brauerei mehrere Hundert Fässer Bier in die Kanalisation geschüttet habe. Nun stellt die Brauerei auf ihrer Facebook-Seite klar: Das Bier wird gespendet. Nachdem alle Feste und Veranstaltungen für die nächsten Monate aufgrund der gegenwärtigen Situation abgesagt werden mussten, seien die Bierfässer nicht mehr gekauft worden, erklärt er dem Bayerischen Rundfunk.

Brauerei-Spende: Bundeswehr bekommt Feierabendbier

Sobald wieder Veranstaltungen möglich sind, will die Brauerei auch frisches Bier anbieten können. Deshalb ließ sich Göller etwas einfallen: "Das bereits Anfang März abgefüllte Fassbier, welches Anfang Juni ablaufen würde, wird nicht wie berichtet vernichtet sondern gespendet werden! Hierzu kommen allerdings nur Organisationen in Frage die das Bier unter Einhaltung der aktuellen Ausgangsbeschränkungen aufbrauchen können."

Ferner schreibt die Brauerei: "Heute Nachmittag hat sich ein Oberstleutnant der Bundeswehr bei uns gemeldet, der uns das Bier als Feierabendbier für Soldaten abkaufen wollte. Da sich die Bundeswehr im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus einsetzt, haben wir uns entschlossen, Fassbier zu spenden. Falls sich weitere Organisationen melden, die das Bier in vernünftigem Rahmen unter Einhaltung der Ausgangsbeschränkungen vor Ablauf des MHDs abnehmen, wird die Fassbiermenge auf diese Organisationen aufgeteilt werden."

Auch der Versuch, kleinere Zehn-Liter-Fässer im Fachhandel zu verkaufen, sei nicht möglich. Denn selbst diese kleine Menge würde kaum eine Familie konsumieren. Göller erklärt weiter: "Es handelt sich ausschließlich um 30- und 50- Literfässer. In Zeiten der Ausgangsbeschränkungen sind diese nicht verkäuflich. Die Teilöffnung der Gastronomie ist offiziell nicht terminiert. Wenn es soweit wird werden die Fässer abgelaufen sein oder nur wenige Tage vor dem MHD stehen. Dann möchten wir unsere Kunden jedoch mit frischer Ware und altbekannter Qualität beliefern. In Zeiten der Ausgangsbeschränkungen sind die großen Fässer für die Abgabe an Privatpersonen ebenfalls nicht geeignet."

Brauereien in der Corona-Zeit: Der ungewisse Blick in die Zukunft

Wie in vielen anderen Betrieben auch befinden sich viele Mitarbeiter der Brauerei Göller derzeit in Kurzarbeit.  Für die Brauerei Göller, eine der zehn ältesten Brauereien in Bayern, ist jedoch eins klar: "Aufgeben kommt für uns nicht infrage, irgendwelche Wege gibt es immer", sagt der Firmenchef.

Gerade kleinere Familienbrauereien trifft die Corona-Krise sehr hart, weshalb es bereits einen Spendenaufruf des Vereins "Bierland Oberfranken" gibt.