Eltmann
Konzert

Wolfgang Buck ist ein fränkischer Virtuose des Gefühls

Der Sänger und Dichter Wolfgang Buck ließ in Eltmann die Sonne untergehen, erinnerte die Zuhörer an das Menschliche, an das wirklich Wichtige im Leben. Im Hier und Jetzt, gemeinsam, kann es sein "genau underm Himml".
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Gefühlvoll, knallhaft und virtuos zugleich: Wolfgang Buck begeisterte sein Publikum in Eltmann mit seinem neuen Programm "Genau underm Himml". Foto: Sabine Weinbeer
Gefühlvoll, knallhaft und virtuos zugleich: Wolfgang Buck begeisterte sein Publikum in Eltmann mit seinem neuen Programm "Genau underm Himml". Foto: Sabine Weinbeer
"Ich kann scho nuch was spiel, ich hab's ja heit net so weit hamm", erklärte Wolfgang Buck lächelnd, als er zum zweiten Mal von unablässigem Applaus zurückgeholt worden war in den Klenze-Saal in Eltmann. "Genau underm Himml" heißt das Programm des Sängers und Dichters, wie er sich selbst bezeichnet. Früher der singende Pfarrer, ist er heute eine feste Größe in der Kulturszene nicht nur Frankens - und er wird immer besser, wie das Publikum in Eltmann feststellte.

Gegen Oberflächlichkeit und Kommerz

Wolfgang Buck wendet sich in seinen Liedern gegen die tägliche Hetze, gegen die Oberflächlichkeit und den Kommerz. Gleichzeitig thematisiert er die fränkischen Besonderheiten. Auch hier gibt es messerscharfe Kritik, doch wandelt sie sich immer auch in eine Liebeserklärung an Franken und seine Bewohner.

Wolfgang Buck ist viel unterwegs, aber gerne auch daheim, das wird in seinen Liedern deutlich. "Wer da wegfährt, g'hört erschlag'n", schlussfolgert er in typisch fränkischer Feinfühligkeit in einer Ballade über den perfekten fränkischen Sommertag. Überhaupt: Keiner kann Liebeserklärungen so singen wie Wolfgang Buck. Sowohl gegenüber dem anderen Geschlecht, als auch an für andere profane Dinge, etwa an den Schweinebraten. "Des vom Schweinebrodn" ließ vielen der Zuhörer was Wasser im Munde zusammen laufen.

Gesellschaftskritisch und eindeutig

Mit Gesellschaftskritik hält Wolfgang Buck nicht hinterm Berg. Im "Sportlerblues" hinterfragt er den übertriebenen Sport-Wahn. "Was muss der 60-Jährige in dem gelben Radfahr dress bei 36 Grad im Schatten eigentlich beweis'n", fragt Buck und singt "Aans nachn annern" und "Dudined oh".

Mit deutlichen Worten stemmt er sich gegen die Etikettierung der Menschheit. "Seid ihr alla Leistungsträcher?" fragt er ins Publikum und philosophiert darüber, wer in unserer Gesellschaft eigentlich wirklich die Leistungsträger sind. "Frohng ieber Frohng" ist sein Lied über "Wörter im weißen Kragen", gegen "McKinsey-Gschmarri" und "Rösler-Dialekt".

Im zweiten Teil des Abends "isses dann doch wider a Heimatabend worn", meinte Buck. Die fränkische Mentalität spielte hier die Hauptrolle mit dem Lied "So wird des nix", mit Einblicken in die fränkische Siedlung am Samstag und Kostproben von fränkischer Höflichkeit. "Heimat is da, wosda gewöhnt bisd, dassda blöd agwaaft wersd", so Buck. Natürlich geht es immer wieder auch um die Beziehung zwischen Mann und Frau. Und wenn zwei sich gefunden haben, sich gegenseitig Raum geben und sich überzogenen Ansprüchen entziehen, dann sitzen sie Rücken an Rücken, gemeinsam mit eigenen Gedanken, und es ist "Genau underm Himml".

Tolle Stimme

Das Publikum war durchwegs begeistert, hingerissen von Bucks besonderer Stimme und sanften wie fetzigen Gitarrenklängen und von seinen Texten, die in jeder Hinsicht unter die Haut gehen.
Zweimal musste er für Zugaben zurückkommen. Und da griff er auch zu ganz frühen Werken, wie etwa zur vielumjubelten "Zucchini".

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