LKR Haßberge
Immobilien

Wohnraum im Kreis Haßberge ist günstig

Wer in Haßfurt Baugrund besitzt, hat eine stabile Wertanlage. Schlechter sieht es in Bundorf aus. Wie hoch sind wo die Grundstücks- und Gebrauchtimmobilien-Preise im Haßbergekreis? Und wovon hängen sie ab? Wir haben nachgefragt.
Artikel drucken Artikel einbetten
Mit diesem Baugrund im Zeiler Wohngebiet "Lange Äcker" hat der Besitzer es gut getroffen. Der Preis bleibt stabil. Foto: Brigitte Krause
Mit diesem Baugrund im Zeiler Wohngebiet "Lange Äcker" hat der Besitzer es gut getroffen. Der Preis bleibt stabil. Foto: Brigitte Krause

Es ist nur ein Richtwert. Aber er besagt, dass ein Quadratmeter Baugrund im Haßfurter Neubaugebiet 85 Euro kostet. Das ist das 17-Fache dessen, was für Bundorf realistisch wäre. Eltmann und Knetzgau liegen etwa in der Mitte. "Der Wert hängt davon ab, wie gut angebunden ein Ort ist", sagt Michael Zösch. Er ist Immobilienwirt bei der Sparkasse Ostunterfranken und Mitglied im Kreis-Gutachterausschuss für Grundstückswerte.

Im bundesdeutschen Vergleich ist Wohnraum im Kreis Haßberge günstig. Ein gebrauchtes Ein- oder Zweifamilienhaus geht bei 70.000 Euro Grundpreis los. Für eine Immobilie in bevorzugter Lage sieht der aktuelle Immobilien-Marktspiegel der Sparkasse einen Durchschnittswert von 300.000 Euro als realistisch an.

Zum Vergleich: In Würzburg-Stadt bewegt sich das Spektrum für ein gebrauchtes Ein- oder Zweifamilienhaus zwischen 200.000 (einfache Lage) und 600.000 Euro (bevorzugte Lage). In München sind die Häuser im Schnitt zwischen einer halben und eineinhalb Millionen Euro wert.

Nähe zum Arbeitsplatz
Die günstigen Immobilienpreise im Kreis Haßberge erklärt Michael Zösch mit der geringen Zentralität der meisten hiesigen Städte und Gemeinden. "Je näher das Haus oder Grundstück an potenziellen Arbeitsplätzen liegt, desto teurer ist es", sagt der Experte. Auch Angebote für Familien, die Nähe von Schulen und der demografische Wandel (Überalterung und Ausdünnen der Bevölkerung in bestimmten Gebieten) wirken sich auf die Preise aus: Fehlen Alleinstellungsmerkmale und Attraktionen oder droht der Ort auszusterben, dann zieht ungern jemand zu.

Die Marktmechanismen von Angebot und Nachfrage greifen.

Die aktuellen Grundstückspreise, auf die sich Michael Zösch beruft, sind so genannte Bodenrichtwerte für den Landkreis. Die werden alle zwei Jahre vom Kreis-Gutachterausschuss für Grundstückswerte ermittelt. Sie richten sich nach realen Verkaufswerten aus den vorhergehenden zwei Jahren und bieten eine Orientierung für Grundstückskäufer und -verkäufer.

Preise leicht veraltet
Reinhold Nastvogel, Vorstand der Raiffeisen-Volksbank Haßberge, sieht diese Zahlen als "ständig leicht überholt" an. Das begründet er mit dem zweijährlichen Erhebungszeitraum. Schwankungen nach oben seien allerdings selten. In den Dörfern des Kreises gebe es seit mindestens zehn Jahren einen Preisverfall.

Nastvogel nennt dafür die gleichen Gründe wie Michael Zösch von der Sparkasse.

Dass es kleine Gemeinden, vor allem im Norden des Landkreises, in den kommenden Jahren zu höheren Preisen bringen, ist unwahrscheinlich. Die Entfernung zu den Zentren des Kreisgebiets wie Zeil, Eltmann, Ebern und natürlich Haßfurt ist zu groß. Zudem dünnt die Bevölkerung aus - trotz aller Bemühungen und auch Erfolge der Gemeinde-Allianz Hofheimer Land um die Belebung der Orte.


Das Maintal hat die höchsten Immobilienpreise im Landkreis Haßberge

Die Bodenrichtwerte für den Kreis Haßberge sind auf der Internetseite des Kreises einzusehen. Es handelt sich um ungefähre Durchschnittspreise für einen Quadratmeter Grund ohne Erschließung.

Im Kreisgebiet sehen die Richtwerte vom 31. Dezember 2012 für die Gemeinden wie folgt aus (die erste Zahl steht für ein Neubaugebiet und die zweite Zahl für den Altort):

Aidhausen sieben Euro, sechs Euro

Breitbrunn 20 Euro, 18 Euro

Bundorf fünf Euro, fünf Euro

Burgpreppach zwölf Euro, zehn Euro

Ebelsbach 45 Euro, 42 Euro

Ebern 38 Euro, 33 Euro

Eltmann 45 Euro, 40 Euro

Ermershausen sieben Euro, fünf Euro

Gädheim 28 Euro, 25 Euro

Haßfurt 85 Euro, 80 Euro

Hofheim 32 Euro, 35 Euro

Kirchlauter 18 Euro, 18 Euro

Knetzgau 40 Euro, 35 Euro

Königsberg 20 Euro, 15 Euro

Maroldsweisach 15 Euro,
15 Euro

Oberaurach acht Euro (nur Altort)

Pfarrweisach zwölf Euro, zwölf Euro

Rauhenebrach sieben Euro (nur Altort)

Rentweinsdorf 33 Euro,
30 Euro

Riedbach 13 Euro, elf Euro

Sand 53 Euro, 45 Euro

Stettfeld 20 Euro, 18 Euro

Theres 45 Euro, 42 Euro

Untermerzbach 27 Euro,
25 Euro

Wonfurt 32 Euro, 30 Euro

Zeil 60 Euro, 50 Euro

Die Werte sind Spitzenwerte. Die Preise variieren in den Ortsteilen der Gemeinden.

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren