Wonfurt
Gemeinderat

Wohin mit dem Klärschlamm?

Wonfurt sucht für die Entsorgung eine wirtschaftliche und zukunftsträchtige Möglichkeit. Eine Entscheidung mochte das Gremium noch nicht treffen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Gemeinde Wonfurt macht sich derzeit Gedanken über die Zukunft ihrer Klärschlammentsorgung. Unser Bild zeigt einen Blick in den Klärschlammstapelbehälter. Ebenfalls im Bild Ralf Weier, der als Fachkraft für Abwassertechnik die Kläranlage Wonfurt betreut.Ulrike Langer
Die Gemeinde Wonfurt macht sich derzeit Gedanken über die Zukunft ihrer Klärschlammentsorgung. Unser Bild zeigt einen Blick in den Klärschlammstapelbehälter. Ebenfalls im Bild Ralf Weier, der als Fachkraft für Abwassertechnik die Kläranlage Wonfurt betreut.Ulrike Langer
Die Frage, wie die Gemeinde Wonfurt künftig ihren Klärschlamm entsorgen wird, beschäftigte den Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstagabend. Bürgermeister Holger Baunacher strebt eine Lösung an, die langfristig die günstigste ist. Gleichzeitig möchte er sich nicht in Abhängigkeiten begeben.

Zu dem Thema haben bereits Vorgespräche mit dem Ingenieurbüro SRP in Zeil stattgefunden, das mehrere Varianten prüfen soll. Die Frage ist, ob die Gemeinde Wonfurt ihren Klärschlamm selbst thermisch verwertet oder ob die Verwertung im Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt (GKS) oder bei der Stadt Haßfurt erfolgen soll. In Frage käme auch eine Beteiligung am Konzept des Landkreises oder eine Lösung auf der Ebene der Allianz Main & Haßberge. Weiter wird ein Faulturm in Betracht gezogen.


"Mafiaähnliche Verhältnisse"

Bürgermeister Holger Baunacher ist sich sicher, dass der Preis für die Verbrennung steigen wird und er bezeichnete die Verhältnisse als "mafiaähnlich". "Einziger Gewinner wird das Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt sein, das derzeit für die Kohle bezahlen muss, künftig für das Verbrennen des Klärschlamms aber viel Geld erhalten wird", konstatierte er.

Gemeinderat Franz-Josef Selig bezeichnete die wirtschaftlichste Lösung als unbefriedigend, da durch die Verbrennung des Klärschlamms wertvolle Rohstoffe verloren gingen. "Die sind dann für immer weg", monierte er. Holger Baunacher stellte jedoch fest: "Wir alleine können die Welt nicht retten." Außerdem sei die Menge des Wonfurter Klärschlamms viel zu gering, um daraus noch Rohstoffe zu gewinnen.

Winfried Stark, Geschäftsleiter der Verwaltungsgemeinschaft Theres, fügte an: "Der Bayerische Gemeindetag hat schon Untersuchungen dazu gestartet, wie beispielsweise Rohstoffe aus der Asche wiedergewonnen werden können." Weiterhin informierte er von einer Tagung des Bayerischen Gemeindetags, dass die Ausbringung von Klärschlamm auf landwirtschaftlichen Flächen ein Auslaufmodell und die thermische Verwertung die Zukunft sei.


Gemeinden sollen sich gedulden

"Der Bayerische Gemeindetag hat aber auch dem Umweltministerium und dem Landwirtschaftsministerium empfohlen, einen Beirat mit Vertretern von Spitzenverbänden zu bilden, um Empfehlungen für die Kommunen auszusprechen", so Stark. Daher sollten sich die Gemeinden mit eigenen Lösungsansätzen noch gedulden.

Einstimmig stimmte das Gremium zu, den 1974 gegründeten "Wasserverband zum Hochwasserschutz im nordwestlichen Steigerwaldvorland" aufzulösen. Schon Ende 2017 hatte die Verbandsversammlung angesichts des geringen jährlichen Haushaltsvolumens von 5000 bis 8000 Euro und des begrenzten Aufgabenbereiches einstimmig die Auflösung des Verbandes zum nächstmöglichen Zeitpunkt beschlossen. Die Auflösung bedarf jedoch noch der Zustimmung der betroffenen Gemeinden, da diese für ihren Gemarkungsbereich künftig die Aufgaben des Wasserverbandes übernehmen müssen. So übernimmt die Gemeinde Wonfurt für ihr Gemeindegebiet künftig den Aufgabenbereich des Wasserverbandes. Dieser betrifft den Ausbau, die Änderung sowie den Erhalt des ordnungsgemäßen Zustands der Gewässer und ihrer Ufer, die Regelung des Wasserabflusses und den Schutz der Grundstücke und Ortslagen vor Hochwasser. Eventuelles Grundeigentum des Wasserverbandes im Gemeindegebiet Wonfurt würde nach Auflösung des Verbandes entschädigungslos auf die Gemeinde Wonfurt übergehen.

Der Bürgermeister informierte den Gemeinderat über den Nahverkehrsplan, der für Wonfurt nur kleine Verbesserungen bringen wird, und das Gremium stimmte der Neuordnung zu.

Aus der Allianz Main & Haßberge berichtete Baunacher, dass zurzeit eine Fördersatzung zur Revitalisierung der Ortskerne ausgearbeitet werde. Man habe auch das Thema Mitfahrbank diskutiert und strebe zusammen mit Knetzgau eine einheitliche Struktur mit Wiedererkennungswert, eventuell über ein Leader-Projekt, an.


Ärger mit den Flurgrenzen

Bezüglich des Breitbandausbaus merkte der Bürgermeister an, dass das Höfeprogramm noch zur Disposition stehe, dass es in Dampfach noch ein paar Probleme mit dem Anschlüssen gebe und auch die Umstellung auf das Vectoring-Verfahren in Wonfurt noch ausstehe. Die Gemeinde habe jedenfalls das gesamte Gemeindegebiet mit Leerrohren erschlossen.

Baunacher beklagte etliche Verschiebungen von Flurgrenzen. Unter anderem habe ein Landwirt einen öffentlichen Weg an der Altach überackert, den nun der Bauhof wieder ausmessen und pflegen muss. Manche auswärtige Landwirte würden zudem über Gräben fahren und dann monieren, dass die Gräben ausgeputzt werden müssten.

Derzeit werden die Stellungnahmen der Behörden und Träger öffentlicher Belange zu den Änderungen des Flächennutzungsplans Wonfurt, des Bebauungsplans Dampfach und des vorhabenbezogenen Bebauungsplans Steinsfeld behandelt. "Wir werden mehr Bebauungsflächen aus dem Flächennutzungsplan entnehmen, als wir neu ausweisen werden", so Baunacher.
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren